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Homophobie in der fünften Jahreszeit

Karneval: Hannover will kein schwules Prinzenpaar akzeptieren

Gleichgeschlechtliche Liebe und Karneval passen auch 2020 nicht immer zusammen: Erneut sorgt ein Karnevalsverband mit Homophobie für Schlagzeilen, dieses Mal in Hannover.


Noch immer scheint der Karneval ein Ort zu sein, in dem sich Homo-Hasser wohlfühlen (Bild: Iwan / wikipedia)

  • 14. Juli 2020, 09:02h 9 2 Min.

Eigentlich sollte Hannover für die nächste Karnevalssession erstmals ein gleich­geschlechtliches Prinzenpaar erhalten. Die Karnevalsgesellschaft Mittwochsclub aus Hannover-Nordstadt, die dieses Jahr das royale Paar präsentieren darf, wollte ihren 48-jährigen Präsidenten Roland Gottschalck und dessen 47-jährigen Partner als Prinzenpaar nominieren.

Allerdings scheiterte dies, weil mindestens zwei der elf im Komitee Hannoverscher Karneval organisierten Vereine offenbar aus Homophobie ihr Veto eingelegt haben. Prinzenpaare müssen jedoch einstimmig unterstützt werden. Damit wird es laut der Regionalzeitung "Neue Presse" wohl die nächste Session nach Prinz Carsten I. und Prinzessin Tina I. in der vergangenen Session kein Prinzenpaar geben.

"Ich hörte Sätze wie: 'Mein Vater würde sich im Grabe umdrehen'"

Gottschalck beschreibt gegenüber der "Neuen Presse", wie viel Homophobie ihm entgegengeschlagen sei: "Ich hörte Sätze wie: 'Mein Vater würde sich im Grabe umdrehen'. Und dann haben wir es gelassen", sagte Gottschalck. Dabei habe er die Regentschaft "ganz traditionell" durchziehen und "natürlich nicht in Regenbogenfarben-Kostüm" auftreten wollen. Er erinnerte auch daran, dass bereits zuvor mit der Tradition des Mann-Frau-Paares gebrochen worden sei: Einmal habe es nur eine Prinzessin gegeben, "weil sich kein Prinz finden ließ".

Gottschalck erklärte ferner, die Führung des Komitees Hannoverscher Karneval habe ihn voll unterstützt. Auch Komitee-Präsident Ronny Jackson gab gegenüber der "Neuen Presse" an, nichts gegen das Paar zu haben. Am Ende konnte er aber nicht das Veto der homophoben Vereine überstimmen.

Auch Homophobie im saarländischen Karneval

Bereits im Januar gab es einen ähnlichen Homophobie-Skandal im saarländischen Karneval: Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine wollte ein lesbisches Paar nicht als Kandidatinnen zur Wahl des "Prinzenpaars des Jahres" zulassen (queer.de berichtete). Nach einigem Hin und Her akzeptierte der Verband am Ende doch zähneknirschend die Bewerbung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Die Homo-Hasser hatten aber ihr Ziel erreicht: Das lesbische Paar hatte bereits entnervt seine Kandidatur zurückgezogen (queer.de berichtete).

Im Gegensatz zu Hannover gab es dieses Jahr in Mönchengladbach zum ersten Mal ein schwules Prinzenpaar. Allerdings war ihr Prinzenwagen kurz vor dem Veilchendienstag von Unbekannten "mit üblen homophoben Schmierereien" beschädigt worden (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Taemin
  • 14.07.2020, 11:15h
  • Wenn die Satzung zulässt, dass das rechte Gelichter sich mit 2 zu 9 Stimmen durchsetzen kann, braucht man sich nicht zu wundern, dass es davon Gebrauch macht.
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#2 August ErnstAnonym
  • 14.07.2020, 12:02h
  • Karneval in Hannover ist sowieso ein Witz und echtes Minderheitenprogramm.
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#3 WahrheitIstRelativAnonym
  • 14.07.2020, 12:14h
  • "... das lesbische Prinzenpaar hatte entnervt seine Kandidatur zurückgezogen..."

    Stimmt so nicht! Sie haben durch ihre Sache Aufmerksamkeit erregt und meinten, dass es nun keine objektive Wahl mehr geben könne. Sie wären dann aus " Prinzip" gewählt oder nicht gewählt worden . Vermutlich, da viele auf ihrer Seite waren , aus "Prinzip" gewählt! Das fanden sie dann gegenüber den anderen ungerecht vorteilhaft und haben sich deshalb zurückgezogen, was ich sehr nobel und vorbildlich finde und was am Ende mehr "wiegt" ! Das Paar hat also doch gesiegt!
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