Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?36584

Dating-Seite

Planetromeo-Nutzer dürfen weiter sieben: Ethnien-"Suche" statt -"Filter"

Nach Grindr, Scruff und Jack'd reagiert auch Planetromeo auf die "Black Lives Matter"-Bewegung – allerdings weit weniger konsequent als die anderen Dating-Plattformen.


Planetromeo appelliert an seine Nutzer: "Lasst uns nett zueinander sein. Weil Liebe Hass schlägt. Jedes einzelne Mal." (Bild: planetromeo.com)

Auch das traditionelle schwule Kontaktportal Planetromeo geht auf die Rassismus-Debatte ein. Die "aufgeheizte Diskussion über Diskriminierung" sei allgegenwärtig und man habe verfolgt, dass einige Wettbewerber die Filteroption nach Ethnien entfernt habe.

"Wir werden die Funktion beibehalten, diese aber von 'Filter' in 'Suche' umbenennen", teilte das 2001 in Berlin gegründete Portal aus Amsterdam am Montag mit. "Dies reflektiert viel besser die echte Nutzung und wir hoffen damit Missverständnissen vorbeugen zu können." Diejenigen, die bisher den Ethnien-Filter nutzten, suchten zumeist nicht nach der eigenen, so das Unternehmen. Als Optionen gibt es etwa "Europäer", "Asiate", "Latino", "Schwarz", "Südländer", "Araber".

Planetromeo, das früher Gayromeo genannt wurde, ist eine Website und Dating-App für Männer, die Männer suchen. Nach Angaben der Firma nutzen mehr als zwei Millionen Schwule, Bi- und Transsexuelle das Angebot regelmäßig.

"Jede sexuelle Vorliebe kann auch als Diskriminierung angesehen werden"

Das Unternehmen führte in seiner Mitteilung aus, jede sexuelle Vorliebe von Alter, Körperform bis Ethnie könne "auch als Diskriminierung angesehen werden", sexuelle Vorlieben zu verleugnen sei aber eine Illusion. Man sei davon überzeugt, "dass fast alle User" die Suchfunktion nicht nutzten, "um andere zu diskriminieren oder zu verletzen". Außerdem glaube man, "positive persönliche Erfahrungen" seien das beste Mittel, um Vorurteile abzubauen.

Im Kontext von Sex werde man weiter Aussagen wie "Stehe nicht auf/nur auf XYZ" erlauben. Für andere Fälle will das Portal eine Möglichkeit "Diskriminierung/Hassrede melden" einführen sowie die Möglichkeit für eine "freundliche Absage im Chat": die "Nein Danke"-Nachricht als Vorlage.

Immer wieder gibt es Debatten, dass manche Männer in sozialen Netzwerken ganze Menschengruppen wie Asiaten, Schwarze oder auch Dicke für sich ausschließen und dabei rassistisch und beleidigend werden.

Markführer Grindr hatte sich bereits vor über sechs Wochen mit der "Black Lives Matter"-Bewegung solidarisch erklärt und kündigte als erstes großes Portal die ersatzlose Abschaffung des "Ethnienfilters" an (queer.de berichtete). Dies geschehe im Rahmen einer "Nulltoleranzstrategie für Rassismus und Hassrede auf unserer Plattform". Kurze später folgten Scruff und Jack'd (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 disegno
  • 14.07.2020, 17:27h
  • Wie schon damals zu Grindrs Entscheidung: Es _ist_ rassistisch, wenn man kategorisch Menschen wegen ihrer Hautfarbe ausschließt, ohne sie vorher überhaupt gesehen (und demnach beurteilt) zu haben. Sexuelle Präferenzen entstehen auch gesellschaftlich und je nachdem, was man (pop-/porno-)kulturell konsumiert.

    Die »Nein, danke«-Vorlage finde ich aber völlig ok. Wenn mich jemand anschreibt, der mir nicht gefällt, so kann ich darauf ganz einfach mit »Nein, danke« antworten.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AdamAnonym
  • 14.07.2020, 17:28h
  • Mein Respekt für Planetromeo, dass sie nicht wie andere Dating Plattformen einfach nur undifferenziert der gegenwärtigen Welle nachhecheln. Und dass sie das auch noch sehr überzeugend begründen...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 qwertzuiopüAnonym
  • 14.07.2020, 17:49h
  • ist ein schwieriges Thema, aber die Begründung von GR finde ich überzeugend.

    Solche Plattformen, auf denen man Massen an Männern auf einmal hat funktionieren so nunmal: Wenn man eine von 100 Optionen ist, kann man nicht über individuelle Werte punkten, da wird ausgesiebt nach gesellschaftlichem Status: Alter, gutes Aussehen, Muskeln, Urlaubsbilder, da ist Hautfarbe ein Ausschlusskriterium unter vielen anderen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 schwulenaktivist
  • 14.07.2020, 18:04h
  • Ich finde die Lösung von Planetromeo auch akzeptabel. Ich stehe weder auf Gleichaltrige noch auf Bären und Handwerker...
    Ich beantworte solche Anfragen einfach nicht. Damit muss mann leben können ohne in eine Depression zu verfallen.
    Es gibt auch Weltgegenden, deren Ethnien mir nicht zusagen. Aber das braucht mann nicht explizit zu nennen. Besser wäre zu erwähnen, was man denn bevorzugt! (Aber dann müssen Andere auch nicht depressiv werden! ;)
    Erfahrungsgemäss wissen Schwule fast immer was sie NICHT wollen, aber selten was sie wirklich wollen! ;)
  • Antworten » | Direktlink »
#5 AndreasAnonym
  • 14.07.2020, 18:48h
  • Antwort auf #4 von schwulenaktivist
  • Jeder User bei Planetromeo, Grindr, Tindr oder anderen Dating-Apps haben Präferenzen wenn es um die Suche nach dem richtigen Partner oder einfach nur das Eine geht.

    Und wenn jemand bei seiner Suche einen Schwarzen, Asiaten, Amerikaer...usw. ausschließt dann ist das doch dem User selbst überlassen. Man muss sich doch die Suche nach dem Partner nicht vorschreiben lassen oder Menschen kennenlernen, nur um politisch korrekt zu sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 David JacobAnonym
  • 14.07.2020, 20:49h
  • Komisch. Über Tinder regt sich keiner auf. Die App ist doch erst recht total menschenverachtend.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 alien humanAnonym
  • 14.07.2020, 22:05h
  • Antwort auf #3 von qwertzuiopü
  • Jeder Mann ist anders. Bei mir kann mann nur durch individuelle Werte und Aussehen Punkten. Und ich immer nach der eigenen Lust und Laune, was für Kriterien? Es würde mir nie in den Sinn kommen, einen Mann, den ich attraktiv finde, "nach seiner Hautfarbe zu bewerten oder auszuschließen", sowas hast du doch geschrieben, oder? Whatever that means. Ich weiß gar nicht, ob ich sowas verstehen kann, ehrlich, ich denke, dass ist einfach purer Rassismus. Aber zum Glück ist jeder Mann anders.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 alien humanAnonym
#9 alien humanAnonym
#10 qwertzuiopüAnonym
  • 15.07.2020, 06:43h
  • Antwort auf #7 von alien human
  • Das ehrt dich. Viele Nichtweiße sagen allerdings, dass auch grade das kategorische Ausschließen von Rassismus bei sich selber ein Problem sei.
    Keiner von uns lebt frei und unabhängig von der Gesellschaft, und so ist auch niemand frei von gesellschaftlichem Statusdenken.
    Die wenigsten werden da eine kalte Bilanz durchführen, aber am Ende ist auch jedem klar, dass es in der Mehrheitsgesellschaft "bessere und schlechtere Partien" gibt.
  • Antworten » | Direktlink »