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Saarland

Katholischer Pfarrer outet sich im Gottesdienst als Parkplatz-Cruiser

Bereits im Mai wurde ein Priester vom Trierer Bischof Stephan Ackermann beurlaubt, weil er Probleme mit dem Zölibat habe. Jetzt wurden Hintergründe bekannt: Kollegen hatten den schwulen Geistlichen denunziert.


Symbolbild: Diesen Gottesdienst im Mai wird die Gemeinde nicht so schnell vergessen (Bild: MichaelGaida / pixabay)

Spektakuläres Coming-out während der Messe. In einer katholischen Kirche im Saarland outete sich im Mai ein älterer Priester am Ende seines Gottesdienstes als schwul und erzählte, dass er sich auf Parkplätzen mit anderen Männern treffe. Ganz freiwillig war die Erklärung nicht: Andere Priester hätten ihn beim Cruisen entdeckt und beim Bischof denunziert, berichtete am Dienstag der "Trierische Volksfreund".

Sofort nach dem Coming-out ließ der Priester sein Amt ruhen. Darüber informierte das Bistum Trier vor zwei Monaten auch die Öffentlichkeit. Der Geistliche habe um eine Auszeit gebeten, "weil er für sich klären muss, ob er weiter den Zölibat leben kann und will", hieß es damals in einer Pressemitteilung. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann habe der Bitte entsprochen und den Pfarrer bis auf Weiteres vom priesterlichen Dienst beurlaubt. Er werde seine Pfarreiengemeinschaft verlassen, hieß es. Die Teams und Gremien vor Ort seien informiert – die Seelsorge bleibe gewährleistet.

Beifall für den Pfarrer nach dem Coming-out

Nach Recherchen der Regionalzeitung wurden nun weitere Hintergründe zum Coming-out des Gottesmannes bekannt. "Nachdem er in der Kirche alles gesagt hatte, wirkte er erleichtert", zitiert der "Volksfreund" die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. "Die Leute sind aufgestanden und haben geklatscht." Mit dem Schwulsein des Pfarrers habe sie kein Problem, dass er sich auf Parkplätzen mit Männern treffe, störe allerdings ihr Empfinden als Katholikin, sagte sie weiter. Es passe nicht zur Rolle eines Priesters. Sie rechne ihm allerdings hoch an, dass er sie vorab informiert habe.

Der "Volksfreund" fand auch heraus, dass der Priester bereits 2009 wegen "exhibitionistischer Handlungen vor einem Erwachsenen auf einem Autobahnparkplatz" zu einer Geldstrafe verurteilt worden sei. Ein Vierteljahr später wurde er von Bischof Ackermann in seine jüngste Gemeinde versetzt. Dort konnte er gut zehn Jahre seine Freude am Cruisen unentdeckt ausleben. (cw)



#1 qwertzuiopüAnonym
  • 15.07.2020, 06:34h
  • Tolle Reaktion der Gemeinde, dem (Ex?)Priester wird es jetzt sicher besser gehen als vorher.
    Allerdings wäre es für mich ein Albtraum, Menschen über so intime Dinge aus meinem Sexleben zu "informieren". Für ihn war es wohl ein Befreiungsschlag.
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#2 Yeoj_Profil
  • 15.07.2020, 09:06hFFM
  • Er wurde beim Cruisen von anderen Priestern entdeckt? D.h., die waren also auch aktiv dabei? Hahaha! ;-) Aber Scherz beiseite, möglicherweise haben die ihm mehr oder weniger aufgelauert, was ziemlich verdorben wäre. Und selbst, wenn die Entdeckung Zufall gewesen war, wie wenig christlich ist es von Priestern, gleich zum Bischof zu rennen und zu petzen? :-(
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#3 Sven1000Anonym
  • 15.07.2020, 09:41h
  • Hier wird mal wieder nicht unterschieden zwischen sexueller Orientierung und sexuellem Verhalten:
    Im Jahre 2020 soll und kann jeder -egal ober Hetero oder Homo- in der Öffentlichkeit zu seiner Orientierung stehen. Dagegen ist es Privatsache, ob bzw wie jemand seine Sexualität auslebt.
    Speziell im Falle eines katholischen Priesters kommt aber noch hinzu, dass dieser öffentlich versprochen hat, zölibatär zu leben. Wenn er dies nicht einhalten kann, ist es keine Lösung, heimlich seine Sexualität an dunklen Orten wie Cruisingplätzen auszuleben. Seine Gemeine darf davon ausgehen, dass er zölibatär lebt. und will nicht angelogen werden.
    Hetero- und homosexuelle Priester sollten aber gemeinsam für die Abschaffung des Zölibats kämpfen.
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#4 TrekieAnonym
  • 15.07.2020, 10:47h
  • Ich finds einfach nur krass, das die Kacktholen so deutlich hingucken wenn ein Priester aufm Parkplatz Blasmusik spielt, aber einfach niemand bemerkt wenn der rest von denen sich schön an Kinder ran macht.

    Auch die Reaktionen sind dramatisch unterschiedlich
    - gay cruising: sofort amt los.
    - missbrauch: gemeinde Wechsel und weiter so!

    Ekelhafter verfassungsfeindlicher Verein!
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#5 FliegenAnonym
#6 Peck_SProfil
#7 DramaQueen24Profil
  • 15.07.2020, 13:16hBerlin
  • Der Zölibat wäre eine gute Sache, wenn er freiwillig wäre, und jederzeit kündbar. Leider gehört er bei den Katholen zur Einstellungsvoraussetzung eines Priesters.
    Übrigens die wenigsten halten sich daran, müssen ihre Liebe aber heimlich leben. wie schwule Priesterpaare und uneheliche Priesterkinder belegen.
    Von den Verbrechen "im Namen Gottes" (Kindesmissbrauch), will ich gar nicht erst reden, sonst muss ich Dauerkotzen.
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#8 DramaQueen24Profil
  • 15.07.2020, 13:19hBerlin
  • Antwort auf #1 von qwertzuiopü
  • Wäre er ein normaler Angestellter, und seine Vorgesetzten keine Kirchenfuzzis, hätte er die längst vors Arbeitagericht geschleift. Aber Kirchen haben ja Sonderrechte! Kassieren unsere Steuergelder, aber dürfen ihren Mitarbeitern das Leben vorschreiben. Wird höchste Zeit, dass der RKK dieser Zahn mal gezogen wird. In anderen Ländern haben Kirche auch keine solchen Sonderrechte, wie in Deutchland.
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#9 DramaQueen24Profil
#10 Ach jaAnonym