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Freitagabend

Arte-Doku über Whitney Houston blickt in die Tiefen ihres Lebens

Sie lebte den Traum vieler Menschen. Whitney Houston, die laut ihrer ehemals besten Freundin lesbisch war, gilt als eine der größten Sängerinnen aller Zeiten. Doch am Ende starb sie allein und an gebrochenem Herzen, wie Wegbegleiter sagen. Arte zeigt eine Doku – mit bislang unveröffentlichtem Material.


Whitney Houston war in den Achtzigern und Neunzigern ein Superstar – dann ging es bergab (Bild: Arte)

  • 15. Juli 2020, 11:59h, noch kein Kommentar

Eine sagenhafte Stimme, eine wunderschöne Frau und so ein trauriger Tod – das Leben der Ausnahmesängerin Whitney Houston war eines zwischen Traum und Alptraum. Der Fernsehsender Arte zeichnet das mit der Dokumentation "Whitney – Can I Be Me?" nach. Sie läuft im Rahmen der "Summer of Dreams"-Reihe am Freitag (17. Juli) um 22.05 Uhr. Nach der Ausstrahlung ist die Sendung einen Monat lang in der Arte-Mediathek erhältlich.

Die Macher, die renommierten Regisseure Nick Broomfield ("Kurt & Courtney") und Rudi Dolezal ("Freddie Mercury"), lassen Menschen aus Houstons Umfeld zu Wort kommen – vom Bodyguard über den Musikproduzenten zu Bandmitgliedern und Bekannten. Auch ältere Interviews mit ihr oder ihrer Familie werden eingespielt. Der rote Faden der Doku ist die letzte erfolgreiche Welttournee im Jahr 1999. Die durfte erstmals ein Filmteam auch backstage begleiten. Das Material war zuvor noch nie veröffentlicht worden.

Der 100-minütige Film zielt vor allem darauf ab zu zeigen, welche Ereignisse die Sängerin verunsichert und traurig gemacht und sie am Ende ihres Lebens so stark aus der Bahn geworfen haben. Houston war im Februar 2012 im Alter von 48 Jahren tot in der Badewanne eines Hotelzimmers in Beverly Hills gefunden worden. Gerichtsmediziner kamen zum Schluss, dass das Ableben des Popstars ein Unfall war, jedoch ein Herzleiden und Kokain dazu beigetragen haben.

Houston befand sich der Doku zufolge im Laufe ihres Lebens im Scheinwerferlicht immer wieder in einem Dilemma, obwohl sie eigentlich immer nur "die Nette" sein und mit ihrer Musik Spaß haben wollte. So war sie, obwohl sie als dunkelhäutige Frau mit ihrem sagenhaften Erfolg rassistische Barrieren eingerissen hat, vielen Schwarzen zu poppig und galt deshalb als Verräterin.

Hatte Whitney eine Liebesbeziehung mit ihrer Assistentin?

Wegen ihrer sehr engen Freundschaft zu Robyn Crawford, ihrer ehemaligen Assistentin, machten bereits früh Gerüchte über ihre mögliche Homosexualität die Runde. Diese wurden am Ende zwar nie von ihr bestätigt, Crawford veröffentlichte vergangenes Jahr aber ein Buch, in dem sie von der Liebesbeziehung erzählte, was in der Doku allerdings nicht angesprochen wird (queer.de berichtete). Teile der Houston-Familie halten verbissen an der angeblichen Heterosexualität des Popstars fest und werfen Crawford vor, nur auf Publicity aus zu sein.

Die Freundschaft mit Crawford opferte Houston für ihren Ehemann, den US-Sänger Bobby Brown, den sie 1992 heiratete. Das Paar ließ sich 2006 scheiden, Brown bezeichnete seine Ex-Frau nach ihrem Tod als bisexuell (queer.de berichtete)

Kurz vor ihrer Scheidung war Houston noch von der Firma ihres schwer kranken Vaters auf 100 Millionen Dollar verklagt worden. Wegen ihres Drogenkonsums litt schließlich auch die beeindruckende Stimme.

All die Dinge, die nichts mit Musik zu tun haben, hätten sie immer weiter zerstört, sagen Wegbegleiter. Dies soll am Ende zu ihrem Untergang beigetragen haben. "Sie starb an einem gebrochenen Herzen", wird ein Weggefährte gleich zu Beginn der Doku zitiert.

Houston gehört zu den erfolgreichsten Musiker*innen der Achtziger- und Neunzigerjahre. Allein ihr Debütalbum mit drei Nummer-eins-Hits verkaufte sich rund 25 Millionen Mal. Sie hatte mehr aufeinanderfolgende Nummer-eins-Hits als die Beatles. Kein Soundtrack wurde öfter gekauft als der zum Film "Bodyguard". Trotz oder vielleicht auch wegen dieses Erfolges gelang es der sympathischen Diva nicht, sie selbst zu sein. (dpa/cw)