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Baden-Württemberg

Auf dem Land heiraten weniger gleichgeschlechtliche Paare

Bei den gleichgeschlechtlichen Eheschließungen gibt es ein großes Stadt-Land-Gefälle, wie neue Zahlen aus Baden-Württemberg zeigen.


In Baden-Württembergs großen Zentren ist die gleichgeschlechtliche Eheschließung viel populärer als in der Provinz (Bild: Baden de / wikipedia)

  • 15. Juli 2020, 12:25h, noch kein Kommentar

In den ländlichen Gegenden Baden-Württembergs haben im vergangenen Jahr seltener homosexuelle Paare geheiratet als in den großen Städten. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, wurde 2019 in den Landkreisen Sigmaringen, Biberach und Tuttlingen nicht einmal jede hundertste Ehe zwischen zwei Frauen oder zwei Männern geschlossen. Am niedrigsten lag die Rate im Main-Tauber-Kreis mit dem Verwaltungssitz Tauberbischofsheim – hier wurden laut dem Statistikamt nur vier gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen, was einem Anteil von 0,6 Prozent entspricht.

Am meisten Ehen gab es dagegen in den großen Metropolen: Mannheim führt die Liste an, dort wurde jede 12. Ehe von einem gleichgeschlechtlichen Paar eingegangen, in Stuttgart jede 19., in Freiburg und Karlsruhe jeweils jede 24.

Insgesamt haben 2019 im Südwesten 54.613 Paare geheiratet. Davon waren 1.376 gleichgeschlechtlich. Zwei Drittel der Hochzeiten unter Schwulen und Lesben (924) waren "neue" Ehen, ein Drittel (452) waren Umwandlungen von bereits existierenden eingetragenen Lebenspartnerschaften in Ehen.

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Ländle-Anteil unter Bundesdurchschnitt

Damit haben gleichgeschlechtliche Paare einen Anteil von 2,5 Prozent an allen Ehen. Werden die Umwandlungen herausgerechnet, liegt der Anteil bei 1,7 Prozent.

Der Anteil liegt damit im Ländle deutlich unter dem Bundesdurchschnitt: Deutschlandweit waren 2019 laut am Montag veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts 3,4 Prozent aller Ehen gleichgeschlechtlich bzw. 2,2 Prozent ohne Umwandlungen (queer.de berichtete).

Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen des Jahres 2019 ist in Baden-Württemberg wie auch in anderen Ländern im Vergleich zu den Zahlen von 2018 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Im Südwesten sank sie von 3.273 auf 1.376. Diese beiden Statistiken sind aber nur bedingt vergleichbar, da darin auch diejenigen Fälle des Zeitraums 1. Oktober bis 31. Dezember 2017 enthalten waren. Hintergrund hierfür ist, dass nach der überraschend schnellen Ehe-Öffnung zum 1. Oktober 2017 zum Jahresabschluss noch nicht alle erforderlichen gesetzlichen Anpassungen zur erstmaligen statistischen Erfassung der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen vollzogen waren und deshalb die Hochzeiten vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2017 in das Ergebnis für 2018 übernommen wurden.

Außerdem gab es anfangs einen großen Nachholfeffekt, als viele Paare kurz nach der Ehe-Öffnung ihre bereits bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln ließen. Die Zahl der Umwandlungen ist 2019 besonders stark eingebrochen. (dpa/cw)