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Katholische Kirche

Kardinal: Sexuelle Orientierung ist Teil der menschlichen Identität

In Teilen der Welt kämpft die katholische Kirche dafür, Homosexuelle ins Gefängnis zu bringen. Ein italienischer Kardinal appelliert nun an seine Kirche, die sexuelle Orientierung von Menschen zu akzeptieren.


Matteo Zuppi bei seiner Amtseinführung als Erzbischof von Bologna 2015 (Bild: Francesco Pierantoni / flickr)

Matteo Maria Kardinal Zuppi, der Erzbischof von Bologna, hat die katholische Kirche dazu aufgerufen, sexuelle Minderheiten nicht weiter auszuschließen. "Erst wenn unsere Gemeinschaft wirklich damit beginnt, die Menschen so anzusehen, wie Gott es tut, dann werden sich auch homosexuelle Menschen so wie alle anderen als natürlicher Teil der kirchlichen Gemeinschaft fühlen", erklärte Zuppi nach Angaben der Tageszeitung "La Reppublica" in einem Vorwort des Buches "Chiesa e omosessualità" (Kirche und Homosexualität) von Kirchenjournalist Luciano Moia.

Weiter erklärte der 64-Jährige, niemand würde sich die sexuelle Orientierung aussuchen. Weder Homo- noch Heterosexualität ließen sich "von der Identität der Person trennen; wenn wir also eine Person annehmen, dann können wir ihre Orientierung nicht verwerfen".

In dem Buch äußern sich zehn Fachleute aus Theologie, Humanwissenschaften und Seelsorge zum Verhältnis der katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen. Dabei beziehen sie sich insbesondere auf das Franziskus-Schreiben "Amoris laetitia" (Die Freude der Liebe) aus dem Jahr 2016. Darin hält der Papst an der Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Paaren fest und gesteht Schwulen und Lesben lediglich eine "eine respektvolle Begleitung" zu (queer.de berichtete).

Katholische Kirche unterstützt in manchen Ländern noch immer staatliche Homo-Verfolgung

Die katholische Kirche gilt bislang stets als Bremser, wenn es um LGBTI-Rechte geht. In Italien wehrte sie sich etwa vor wenigen Jahren selbst gegen die Einführung von Lebenspartnerschaften für Schwule und Lesben. Die kirchliche Homosexuellenfeindlichkeit führte zu teils bizarren Vorwürfen: Ein Priester machte etwa sexuelle Minderheiten für Erdbeben verantwortlich, was selbst dem Vatikan zu weit ging (queer.de berichtete).

In anderen Teilen der Welt hat die katholische Kirche einen weit schlimmeren Effekt auf das Leben von Homosexuellen. In mehreren Ländern wirbt sie etwa offen dafür, dass Schwule und Lesben staatlich verfolgt und ins Gefängnis geschickt werden sollen. So war die nationale katholische Bischofskonferenz in Gabun außer sich, als das Land Ende Juni sein Homo-Verbot aufhob (queer.de berichtete). (dk)



#1 LilieAnonym
  • 15.07.2020, 15:06h
  • Is ja schön was er da sagt, bringt nur leider herzlich wenig, wenn sich die ganz weit oben immer noch querstellen und sich nich mehr Menschen wie er zusammenschließen.
    Oder sieht die Katholische Kirche ihre Felle davon schwimmen, weil immer mehr Leute austreten und versucht nun so sie zu halten oder zum (Wieder-)Eintritt zu bewegen?!

    Anstatt sich damit zu beschäftigen, welche sexuelle Identität jemand hat (was die Kirche nicht im geringsten was angeht), sollten sie sich mal lieber um ihre eigenen Leute kümmern, bezüglich der ganzen Missbrauchsvorfälle, damit hätten sie genug zu tun.
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#2 stephan
  • 15.07.2020, 16:44h
  • Antwort auf #1 von Lilie
  • Ich sehe es ähnlich: Ein Kardinal unter (200+x) Kardinälen wird wenig bewirken, so begrüßenswert seine Worte auch sein mögen. Ich nehme an, dass der Kardinal nun auch einem zunehmenden Druck seitens der Kurie ausgesetzt sein wird, weil er den offiziellen Kurs verlassen hat! ... Auf unserer Seite kann der Kardinal auch nicht viele Freunde gewinnen, da man ihm - angesichts der prekären Situation der Kirche - verständlicherweise Opportunismus unterstellen wird.
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#3 ColonelAnonym
  • 15.07.2020, 17:32h
  • Antwort auf #2 von stephan
  • Das ist zu kurz gedacht. S. E. Kardinal Zuppi nimmt eine durchaus prominente Stellung innerhalb des italienischen Episkopats ein - und ist mit gerade einmal Mitte 60 für Kurienverhältnisse auch noch recht jung. Überhaupt scheinen sich die jüngsten Kardinalserhebungen (es mag 200+ Kardinäle geben aber längst nicht alle sind bei einem Konklave wahlberechtigt und noch weniger haben Einfluss in Rom) positiv niederzuschlagen; dass es natürlich auch noch immer Dikasterienleiter vom Schlage eines Kardinals Sarah gibt ist natürlich wahr, da muss man einfach einmal die kommende Kurienreform abwarten.
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#4 ColonelAnonym
  • 15.07.2020, 17:39h
  • Antwort auf #1 von Lilie
  • Es sind nicht unbedingt die "ganz weit oben" die sich querstellen, sondern viel mehr die "ganz unten". Die Leute an der Basis, die einfachen Gläubigen (etwa auf dem afrikanischen Kontinent aber auch in Lateinamerika), die Homosexualität für ein lästerliches Gräuel halten und bei einer Liberalisierung der Weltkirche vermutlich in noch stärkerem Maße zum Evangelikalismus überlaufen würden als ohnehin schon. Der Kirchenführung sind da bis zu einem gewissen Grad auch einfach die Hände gebunden. Von der angestrebten Kontinuität des Lehramts wollen wir gar nicht erst sprechen.
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#5 netzwerkerAnonym
#6 Peck_SProfil
  • 15.07.2020, 20:30hFrankenthal
  • Es könnte so einfach sein:

    - Kirchensteuer abschaffen
    - Kirchenrecht abschaffen
    - Bibeln analog Mein Kampf nur kommentiert und eingeordnet herausgeben
    - bundesdeutsches Arbeitsrecht in kirchlichen Einrichtungen durchsetzen und Diskriminierung verfolgen
    - Strafverfolgung von (Kindes)missbrauch, Steuerflucht und Hassrede, bzw. Volksverhetzung
    - Religionsunterricht in Wahlfach umwandeln und im Lehrplan 2000 Jahre Hass, Totschlag, Völkermord, Sklaverei, Gotteskrieg, Kolonialgeschichte, Nazischleuserei, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Kindesmissbrauch, Homophobie und päpstliche Hurerei aufbereiten.

    Ein Jahr später die Scherben zusammenkehren und befreit durchatmen.
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#7 Miguel53deProfil
  • 15.07.2020, 21:49hOttawa
  • Antwort auf #6 von Peck_S
  • Sehr gut zusammengefasst. Es könnte so einfach sein.

    Selbst eine Homofreundliche Kirche bleibt ein Ärgernis, weil ihr selbst immer noch viel zu viele innere Probleme im Wege stehen. Innere Probleme, die weltweit eben auch stark nach außen wirken. Mit teilweise verheerenden Auswirkungen.

    Das größte Problem dabei ist, dass die RKK kein einheitliches Gebilde ist, das dem Papst und der offiziellen Lehre folgt. Selbst der Papst ganz persönlich geht ja schlingernden Weges, wenns u.a. um Sexualität geht. Mal scheint er offen. Dann ist er wieder feindlich.

    Und so können eben innerhalb der Kirche die einzelnen Vertreter öffentlich auch zwischen Hüh und Hott plaudern. Hier Freiheit fordern und da bis hin zur Todesstrafe.

    Doch immer steht die Kirche auf der Seite der Machthabenden, solange ihr Wirken nicht behindert wird. Sieh in Polen, wo sie Treu und ergeben und behilflich an der Seite der PiS steht. Und sich dabei nicht schämt, deren Hass und die Ausrichtung auf einen autoritären Staat gern und willig unterstützt. Diesmal darf sie ja mitwirken.

    In 2000 Jahren hat die RKK nicht viel gelernt und so nimmt es nicht Wunder, dass ihr immer mehr Menschen davon laufen. Sie hat es nicht besser verdient. Einem offenbar vernünftigen Kardinal zum Trotz.

    Eine Schwalbe macht eben noch keinen Sommer, wenn zugleich viel zu viele Tauben den ganzen, schönen Garten zuka..en...
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#8 DramaQueen24Profil
  • 16.07.2020, 00:30hBerlin
  • Naja, wenigstens eine Meinung, mit der man arbeiten kann als RKK. Das würde im Verständnis dieses entsexualisierten Homosexuellenvereins dazu führen müssen, dass die Homoehe anerkannt werden muss, der Zölibat zu einer freiwilligen Sache erklärt, und Priester die Person heiraten dürfen, die sie lieben. Nur, so weit ist die RKK noch lange nicht, da in ihr konservative Hardliner (die oft heimlich schwul sind) und Päderasten das Sagen haben.
    So lange diese "Kirche" homosexuelle Priester entlässt, aber Kinderschänder einfach versetzt, damit sie ungestört weitermachen können, glaube ich ihnen kein Wort mehr.
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#9 Ralph
#10 PetterAnonym
  • 16.07.2020, 10:33h
  • Schön und gut, aber er sagt das im Jahr 2020...

    Vor 20 oder 30 Jahren wäre das revolutionär gewesen, aber heute sind solche Erkenntnisse einfach zu spät und können nicht das viel zu lange geschehene Unrecht rückgängig machen.

    Wir alle wissen, dass solche Aussagen nur vor dem Hintergrund dramatisch einbrechender Mitgliederzahlen und wegbrechender Einnahmen geschehen. Die Kirche war immer schon gut darin, sich für Macht- und Gelderhalt auch mal aktuellen Strömungen anzupassen. Aber im Kern bleibt sie doch so autokratisch, unterdrückend und bevormundend, wie sie immer war. Ohne könnte sie auch nicht funktionieren.
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