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Samstag in Berlin

Auf zum CSD nach Marzahn!

Quarteera lädt zum ersten Pride im Stadtteil mit den meisten russischsprachigen Einwohner*innen der Hauptstadt.


Am Samstag gelte es, Solidarität mit queeren Menschen in Marzahn zu zeigen und in Diskussionen Verständnis und Akzeptanz zu wecken, laden die Quarteera-Aktivist*innen ein (Bild: Quarteera / Facebook)

Eine Woche vor dem Berliner (Online-)CSD zieht der Regenbogen in einen Ortsteil weit entfernt von der Stadtmitte: Am Samstag soll der erste Marzahn-Pride stattfinden. Der engagierte und viel geforderte Verein Quarteera lädt dazu ein, ein selbstbewusstes und wichtiges Zeichen in dem Stadtteil mit den meisten russischsprachigen Einwohner*innen zu setzen.

"Unser Ziel ist, Stereotype aufzulösen und Marzahn zu überzeugen, uns ohne wenn und aber zu akzeptieren", so die Vereinigung russischsprachiger LGBTI. "Damit wir uns nicht nur am Nollendorfplatz, aber auch in der Landsberger Allee sicher und wohl fühlen können." Geplant ist ab 12 Uhr eine Demonstration vom S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße über diese, Landsberger Allee und Marzahner Promenade zum Victor-Klemperer-Platz mit anschließender Kundgebung mit Rede- und Kulturbeiträgen, gefolgt von einem Event ab 16 Uhr im Freizeitforum Marzahn.


Die Grafik zum Event bei Facebook

Vor allem der Kontakt steht im Mittelpunkt: "Wir möchten zu Diskussionen hinsichtlich unser Identität anregen und darüber sprechen, wie es ist, Emigrant*in und gleichzeitig schwul, lesbisch, bi-, pan- oder transsexuell in Deutschland zu sein." Allgemeiner wolle man auch "auf die Gefahr hinweisen, in der sich die LGBT+ Community in osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern befindet. Wir haben die Sprache des Krieges und des Hasses satt."

Auf Intoleranz wolle man "mit Bildung, Offenheit und einer großen Feier antworten", so Quarteera. Der Verein lädt jeden zur Teilnahme ein (unter Beachtung von Mindestabständen und Mund-Nasen-Bedeckung). Auf Facebook wird zudem um Spenden für die Durchführung gebeten.

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Positive und negative Begegnungen im Vorfeld

"Während der Vorbereitung des Marzahn-Pride war unser Orga-Team immer wieder in Marzahn unterwegs und stieß dort sowohl auf positive Reaktionen als auch auf homophobe Äußerungen", berichtet Quarteera auf Facebook zu einem aktuellen Bild der Aktivist*innen vor Ort. "Laut Statistik werden in Marzahn weniger homophobe Verbrechen begangen als in anderen Stadtteilen Berlins. Doch wir wissen, dass Schätzungen zufolge etwa 90 Prozent der Gewaltverbrechen gegen LGBTIQ* nicht zur Anzeige gebracht werden. Vielleicht zeugt also diese Statistik nicht von besonderer Sicherheit, sondern von weniger Sichtbarkeit und weniger Privilegien, die LGBTIQ*-Menschen in Marzahn haben, verglichen mit den 'zentralen' Stadtteilen von Berlin."

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Gepostet von Quarteera am Donnerstag, 16. Juli 2020
Facebook / Quarteera

Der Facebook-Eintrag geht näher auf lokale Fragen ein, etwa auf das Stereotyp, Marzahn sei politisch rechts und konservativ ausgerichtet, was sich auch auf dort lebende queere Menschen negativ auswirke. "Viele hatten Angst, als sichtbare LGBT*-Person nach Marzahn zu kommen, weil man denkt, dort leben nur russische Hooligans", sagte Mitorganisatorin Victoria der "Siegessäule". "Es war schön, dass während der Vorbereitungsphase mit vielen Stereotypen gegenüber dem Bezirk gebrochen wurde. Wir gehen jetzt mit offenen Augen, Armen und Herzen nach Marzahn."

Quarteera thematisiert in dem Facebook-Bild und bei der Kundgebung auch Mehrfach-Diskriminierungen und spezifische Probleme von Geflüchteten und Migrant*innen. Zugleich ist die Demonstration ein Zeichen in Länder wie Russland, wo queere Proteste unterdrückt werden, sich die Lage oft noch verschlechtert. In die Duma wurde diese Woche ein Gesetzentwurf eingebracht, trans Personen die Ehe und gleichgeschlechtlichen Paaren oder solchen mit trans Partner*innen die Adoption von Kindern zu verbieten (queer.de berichtete).

"Treffen wir uns am 18.7. und im Alltag!" Petra Pau schickt ihr Grußwort an die erste ?????? ????? | Marzahn Pride, die…

Gepostet von Quarteera am Mittwoch, 15. Juli 2020
Facebook / Quarteera | Grußwort von Petra Pau (Linke) – die Bundestags-Vizepräsidentin vertritt Marzahn als direkt gewählte Abgeordnete und wird am Samstag eine Rede halten. Auch vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gibt es ein Grußwort zum Marzahn Pride

An diesem Samstag finden zudem CSD-Kundgebungen und Online-Streams in Frankfurt am Main, Leipzig und Rostock statt, bereits für Freitag ist in Frankfurt zudem der Dyke* March geplant. Am Wochenende darauf folgt unter anderem der diesjährige Berliner CSD, ebenfalls mit Dyke* March und weiteren Veranstaltungen drumherum. (nb)



#1 Peter GoldrohrAnonym
  • 18.07.2020, 10:46h
  • Liebe Quarteeras, kommt doch ab Morgen auch zu uns. Im Haus der Statistik am Alex gibt es eine Regenbogenwoche vom 19.07. bis 24.07.2020, täglich 13.00 bis 22.00 Uhr.

    Fotoausstellung: Karolina Bregua porträtierte 2003 queere Paare in Polen.

    Sonntag, 19.00 Uhr AM ENDE DES REGENBOGENS, Film von Jochen Hick & Christian Jentzsch,
    Filmabend zur Ausstellung Sollen Sie uns doch sehen!"
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