Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=36625
Home > Kommentare

Kommentare zu:
"Liebes Team": Inklusive Sprache im Job ist gar nicht schwer


#1 Ich12345678Anonym
  • 20.07.2020, 06:50h
  • Das ist alles ziemlich übertrieben und zudem überflüssig. Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen grammatikalischem und tatsächlichem Geschlecht. "Die Kollegen" bezieht sich also auf alle Geschlechter. Warum die Sprache unnötig verkomplizieren?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 06:52h
  • "Die direktere Variante für gendergerechte Sprache setzt auf die konsequente Beid-Nennung durch ein Gendersternchen (Kolleg*innen), Binnen-I (KollegInnen) oder einen Unterstrich (Kolleg_innen)."

    Das ist, mit Verlaub, nicht korrekt. Eine "Beid-Nennung" (was für ein ohnehin sperriger Begriff!) würde ja voraussetzen, dass es genau ZWEI Geschlechter gebe ("beide" = das eine und das andere, also genau zwei).

    Dies spiegelt sich in der mittlerweile veralteten Schreibweise mit dem Binnen-I wider - aber OHNE Gendersternchen oder Unterstrich (also hier z.B. KollegInnen) - aber eben auch NUR in der Variante mit dem Binnen-I.

    Die modernere, inklusivere Variante ist diejenige mit Gendersternchen, Unterstrich oder z.B. auch Doppelpunkt, weil eben diese Zeichen buchstäblich Platz machen für weitere Identitäten. Beim Binnen-I ist da kein Platz.

    Aber in der heute angemessenen Schreibweise mit Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt geht es dann eben auch defintiv nicht um die veraltete, binäre Sicht von "beiden" Geschlechtern, sondern um ALLE.

    Denn es gibt halt eben NICHT nur zwei.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 audeasAnonym
  • 20.07.2020, 09:09h
  • Antwort auf #1 von Ich12345678
  • Sie müssen ein cis Mann sein. Die triefende Ignoranz und Empathielosigkeit in Ihrem Post entlarvt Sie.
    Es ist weder "übertrieben" noch so eindeutig wie Sie behaupten. Es ist wissenschaftlich und evidenzbasiert festgestellt worden, dass das "grammatikalische" Geschlecht des generischen Maskulinums eben nicht alle Geschlechter einschließt.

    Solidarität in der Community ist hier das Schlagwort.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#4 LunaAnonym
  • 20.07.2020, 09:12h
  • Antwort auf #1 von Ich12345678
  • So ist das natürlich gedacht, aber es funktioniert halt leider nicht so einfach. Das generische Maskulinum suggeriert im Gehirn trotzdem eine männliche Person und das lässt sich auch nicht einfach weglernen. Sprache reflektiert die Gesellschaft, in dem Fall hatten wir eben eine Gesellschaft die den Mann im Fokus hatte. Ist es also nicht der logische Schritt die Sprache anzupassen statt zu sagen "war schon immer so"?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#5 aberaberAnonym
  • 20.07.2020, 10:36h
  • Ich stehe ja schon einige Jahrzehnte im Arbeitsleben und als ich meine ersten Kröten in den 70er Jahren verdiente, machte man (und auch frau!) sich über solche Sachen keine Gedanken.

    Dafür wurden die Menschen anständig behandelt und bekamen einigermaßen anständige Löhne und Gehälter.
    Heute haben wir dank Harzt IV & Co einen "Arbeitsmarkt" den man eigentlich nur als Sklavenmarkt beschreiben kann. Für immer weniger Geld sollen die Arbeitnehmer unter immer schlechter werdenden Bedingungen immer mehr arbeiten.

    Da erscheint mir z.Z. eine gender gerechte Sprache als ein absolutes Luxusproblem.
    Wir sollten z.B. dafür sorgen, dass Männer und Frauen endlich gleiche Geld für gleiche Arbeit bekommen (und die nicht cis natürlich auch).

    Wenn u.a. da endlich Gerechtigkeit besteht, können wir uns auch über Sprache unterhalten.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Konrad DAnonym
  • 20.07.2020, 10:37h
  • Antwort auf #4 von Luna
  • Das Problem bei allen /*_:'Innen ist, dass beim SPRECHEN die weibliche Seite überbetont wird und alle Nichtbinären wieder unter den Tisch fallen.

    Das ist weder hilfreich noch fortschrittlich.

    Kollegx, Teilnehmex ... usw. wäre wirklich inklusiv, aber vermutlich zurzeit kaum mit breiter Akzeptanz durchzusetzen. Die Zementierung in binäre /*_:'Innen-Kategorien ist allerdings kontraproduktiv für das Vorhaben, wirkliche Inklusivität zu realisieren.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#7 Leo BirkAnonym
  • 20.07.2020, 10:52h
  • Dafür dass schon in der Überschrift angekündigt wird, dass inklusive Sprache nicht schwer sei, wird im Artikel kein Vorschlag gemacht, wie im formellen Schriftverkehr damit umgegangen werden kann. "Liebes Team" oder "Liebe Kund*innen" ist informell. Das mag in manchen, gerade kreativen, Branchen kein Problem beim Erstkontakt oder in allgemeinen Schreiben sein, in anderen kann es als unprofessionelles Verhalten einen schlechten, übergriffigen Eindruck machen, weil man sich eine Nähe herausnimmt, der das Gegenüber nicht zugestimmt hat.

    Bei Sammelschreiben an Gruppen kann man natürliche diese Gruppe ansprechen ("Sehr geehrte Geschäftspartner*innen/Kund*innen/etc").
    Aber wie lautet die korrekte formelle Form, wenn ich den Namen kenne, aber das Geschlecht nicht? "Sehr geehrte*r NAME"? "Sehr geehrte/r NAME"?
    Wie, wenn ich den Namen nicht kenne, als inklusive Alternative zu "Sehr geehrte Damen und Herren"? Weder der Vorschlag "Publikum" noch "Anwesende" aus dem Artikel macht für den Schriftverkehr Sinn, auch wenn sie beim Sprechen sehr gute Alternativen sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 goddamn liberalAnonym
  • 20.07.2020, 11:11h
  • Antwort auf #5 von aberaber
  • "Dafür wurden die Menschen anständig behandelt und bekamen einigermaßen anständige Löhne und Gehälter."

    Das legt den Finger in die Wunde!

    Privilegiert ist frau/man hierzulande und allüberall v.a. durch ihr/sein Kapital.

    Wer dies ignoriert, verkennt die gesellschaftliche Realität im pseudo-linken Neoliberalismus.

    In dem sich ein sehr hellhäutiges nicht-binäres Apothekerkind mit Auslandsstudium in Kommunikationswissenschaften wie Hengameh Y. von der TAZ als 'PoC' aufspielt, das Polizist*innen hochherrschaftlich nicht zur Pediküre zulassen will und lieber zum Müll schmeißt.

    Selbstverständlich ist z. B. auch ein äthiopischer oder arabischer Adliger gegenüber einem 'weißen' Bettler ungemein privilegiert.

    de.wikipedia.org/wiki/Asfa-Wossen_Asserate

    Dass Frauen und Nicht-Binäre sprachlich berücksichtigt werden sollten, ist eine Frage der Höflichkeit.

    Höflichkeit löst aber keine Klassenfrage.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#9 AFD-WatchAnonym
#10 Ralph
  • 20.07.2020, 12:41h
  • Ich will nicht von vornherein alles vom Tisch fegen, was gendergerechte Sprache angeht. Ich selbst habe mir im amtlichen Verkehr (bin Beamter) schon vor langer Zeit angewöhnt, stets beide Geschlechter anzusprechen, wobei ich aber mit dem Schrägstrich arbeite statt mit Sternchen, Unterstrichen oder dem großen I (z.B. der/die Leistungsberechtigte; der Kläger/die Klägerin usw.). Für nichtbinäre Menschen bietet die Sprache aber nun mal keine Ausdrucksform. Ich denke indes, dass sie sich in meinem System durchaus wiederfinden können. - Andererseits: Die verbissene Sprachpolizei hat inzwischen verrückte Ausmaße erreicht. Da kann ich mitunter nur staunen. Wesentlich sinnvoller, als jeden einzelnen Buchstaben zu gendern, wäre freilich, die vollkommene Gleichbehandlung der Geschlechter und auch der nichtbinären Menschen endlich zu verwirklichen. Gerade das geschieht aber nicht. LIeber wird über die Sprache gezankt.
  • Antworten » | Direktlink »
#11 VorschlagAnonym
#12 N8EngelProfil
  • 20.07.2020, 13:21hWenden
  • "Unternehmen sollten dann nicht erst auf die rechtliche Anerkennung warten, bis sie zum Beispiel entsprechende Arbeitskleidung zur Verfügung stellen, Namensschilder ändern oder Zeugnisse umschreiben."

    Die rechtliche Anerkennung nutzt nichts, wenn sich das Unternehmen kein Problembewusstsein hat. So beruft sich die Deutsche Telekom in meinem Fall auf die gesetzliche Lage und erklärt das sie ein korregiertes Ausbildungszeugnis nur gegen Vorlage eines Entscheides nach TSG ausstellen würde, da bei einer Personenstandsänderung nach §45b PSTG unterliege nicht der Verpflichtung die Zeugnisse anzupassen, da hier kein Offenbarungsverbot besteht.
  • Antworten » | Direktlink »
#13 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 13:36h
  • Antwort auf #10 von Ralph
  • "Ich selbst habe mir im amtlichen Verkehr (bin Beamter) schon vor langer Zeit angewöhnt, stets beide Geschlechter anzusprechen":

    Wie ich bereits ausführte, ist diese Denke "beider Geschlechter" schlicht falsch und überholt.

    "Für nichtbinäre Menschen bietet die Sprache aber nun mal keine Ausdrucksform."

    Und genau daran muss gearbeitet werden. Sprache ist nichts Statisches, immer Gleichbleibendes. Sie passt sich gesellschaftlichen Gegebenheiten an. Einfach zu sagen, "es gibt halt nun mal keine Ausdrucksform und gut ist." wird dem nicht gerecht.

    "Ich denke indes, dass sie sich in meinem System durchaus wiederfinden können."

    Nein. Einfach NEIN.

    "die vollkommene Gleichbehandlung der Geschlechter und auch der nichtbinären Menschen":

    mit dieser Formulierung stellst Du die nichtbinären Menschen außerhalb des "Geschlechter"-Systems. Sie impliziert, dass es einerseits (eben "beide") Geschlechter gebe - und andererseits die nichtbinären Menschen. Das entspricht schlicht nicht der Realität und ist ausgrenzend.

    "LIeber wird über die Sprache gezankt.":

    Ganz genau, und das ist auch gut so. Sprache ist Ausdruck der Realität. Gesellschaftliche Realität ist zum einen oft genug die Ausblendung von Frauen, aber eben leider auch fast immer und überall die Ausblendung Nichtbinärer.

    Wer verhindern will, dass darüber anders gesprochen wird, will verhindern, dass darüber anders gedacht wird. Sprache und Realität beeinflussen einander wechselseitig. Deshalb müssen wir auch über eine Anpassung der Sprache diskutieren, um die Realität modernen gesellschaftlichen Notwendigkeiten anzupassen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#14 goddamn liberalAnonym
#15 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 14:16h
  • Antwort auf #14 von goddamn liberal
  • Was soll das jetzt? Ist das jetzt die übliche Argumentation "Es gibt Wichtigeres"?

    Auch mir ist bekannt, dass in dieser Gesellschaft viele Dinge im Argen liegen. Und dass diese dringender Änderungen / Verbesserungen bedürfen.

    Das heißt aber noch lange nicht, dass wir das Thema dieses Artikels hier nicht vernünftig diskutieren dürften.

    Also bitte keine Argumentation à la "Dann müssten wir aber auch Anderes ansprechen..."
    Man kann nun mal nicht alles gleichzeitig diskutieren. Noch lange kein Grund, dieses Thema NICHT zu diskutieren bzw. auf diesem Feld KEINE Verbesserungen zu fordern.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#16 goddamn liberalAnonym
#17 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 14:47h
  • Antwort auf #16 von goddamn liberal
  • Und ich sage: Wer nicht mitgedacht wird, wird auch nicht mit berücksichtigt.

    Als nichtbinäre Person erlebe ich das in jahrzehntelanger, alltäglicher Praxis. Und ich bin es sowas von leid, ständig und überall mit "Herr" angesprochen zu werden oder nur zwischen den Anreden "Herr" und "Frau" wählen zu können. Weil ich das einfach nicht BIN. Das blendet mich aus, macht mich gesellschaftlich unsichtbar.

    Wie ich bereits ausführte, beeinflussen Sprache und Gesellschaft einander gegenseitig. Sprache ist nichts ein für alle Mal für alle Zeit Feststehendes. Sie hat sich immer gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Bestes, zugegebenermaßen krass überspitztes Beispiel dazu, dass Sprache auch dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu beeinflussen, ist dies hier:

    de.wikipedia.org/wiki/Neusprech

    ein wesentlicher Bestandteil des dystopischen Romans "1984".

    Sprache ist SELBSTVERSTÄNDLICH ein politisches Instrument. Wir müssen AUCH DIESES nutzen. Selbstverständlich nicht NUR DIESES - aber das habe ich ja auch nicht behauptet.

    P.S. Es lohnt sich wirklich, sich den verlinkten Wikipedia-Artikel mal in seiner Gesamtheit anzuschauen und da jetzt nicht nur den Begriff "Neusprech" herauszufischen. Insbesondere bspw. auch interessant die Rubrik "Beispiele für heutige Neusprech-Begriffe und Slogans".
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#18 Eyes wide shutAnonym
  • 20.07.2020, 16:41h
  • Antwort auf #10 von Ralph
  • "Für nichtbinäre Menschen bietet die Sprache aber nun mal keine Ausdrucksform.[...] Wesentlich sinnvoller, als jeden einzelnen Buchstaben zu gendern, wäre freilich,... "

    Dieser Moment des Staunens, wenn ausgerechnet Schwule anfangen, mit "so ist das nun mal" und "es gibt Wichtigeres" zu argumentieren, sobald es mal um andere Marginalisierte geht als sie selbst.
    Daran werde ich mich nie gewöhnen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#19 WombatzAnonym
  • 20.07.2020, 19:53h
  • Antwort auf #1 von Ich12345678
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Leser sich in so einem Fall tatsächlich nur Männer vorstellen und es ihnen gar nicht in den Sinn kommt, es könne auch Wissenschaftlerinnen oder Politikerinnen geben. Man muss sie offenbar leider daran erinnern. Ich selbst bedaure das zutiefst.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#20 WombatzAnonym
  • 20.07.2020, 20:13h
  • Antwort auf #7 von Leo Birk
  • Sie haben vollkommen recht. Ich selbst würde das Problem wohl ganz offen ansprechen: "Bitte entschuldigen Sie meine Unsicherheit bei der Anrede. Für einen Hinweis bin ich dankbar" oder so ähnlich.
    Ich bin sicher, der/die Betroffene hätte Verständnis.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#21 marcocharlottenburgAnonym
  • 20.07.2020, 20:48h
  • Alles nicht bis zum Ende gedacht. Es ist richtig, das mit der männlichen oder weiblichen Bezeichnung nicht alle erfasst werden, mir bisher such nicht bewusst gewesen, aber mit Sternchen, Unterstrich, Querstrich oder was auch immer, stellt sich nämlich ein ebenso gravierendes Problem, nämlich all dies ist nicht barrierefrei. Bei uns in der Dienstelle sind solche Schreibvarianten deshalb auch nicht mehr zulässig.

    Gibt für alles Arbeitsgruppen, aber eine die mal wirklich eine allumfassende Lösung dieses sprachlichen Dilemmas sucht, kenne ich bisher nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#22 Kritiker_inEhemaliges Profil
#23 VicvonderElbeProfil
  • 20.07.2020, 21:08hHamburg
  • Antwort auf #21 von marcocharlottenburg
  • Wieso ist das nicht barrierefrei? Meine Vergrößerungssoftware inkl. Vorlese-Funktion sagt bei einem * "Stern" und bei einem _ gibt es eine kleine Verzögerung, wie sie Leute auch oft beim Sprechen machen. Vielleicht gab es früher mal Probleme für Blinde und Sehbehinderte, aber mittlerwrele funktioniert es.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#24 VicvonderElbeProfil
#25 VicvonderElbeProfil
  • 20.07.2020, 21:18hHamburg
  • Antwort auf #16 von goddamn liberal
  • Aber ohne Sprache lassen sich die Probleme auch nicht aus der Welt schaffen und nicht- binäre Obdachlose sind da ein passendes Beispiel, denn dadurch dass die Obdachlosenhilfe immer nur auf Männer oder Frauen schaut, bleiben Nicht-Binäre im Zweifel im Regen stehen im wahrsten Sinne des Wortes.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#26 VicvonderElbeProfil
  • 20.07.2020, 21:24hHamburg
  • Antwort auf #5 von aberaber
  • Nein! Wir brauchen hier ein Multitasking! Gleichzeitig für anständige Löhne UND eine höfliche inklusive Sprache eintreten. Wenn wir uns erst um die Sprache kümmern, nachdem der Kapitalismusabgeschafft wurde, dann gute Nacht, das dauert schon ein pasr hundert Jahre.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#27 goddamn liberalAnonym
#28 Uwe RAnonym
  • 20.07.2020, 22:35h
  • Ich würde mir wünschen, wenn man bei den "Alternativen" für Nichtbinäre Menschen versucht, nicht zu sehr an vorhandenen Sprachmustern herumzudoktern, sondern kreativ Neues entwickelt. Es muss möglich sein, eine Anrede, egal ob geschrieben oder gesprochen, mit Buchstaben so zu formulieren, dass es auch aussprechbar ist, dem Klang der Deutschen Sprache und der anerkannten Grammatik entspricht. Das Weglassen von Anrede, Personalpronomen etc. ist für mich keine dauerhafte Lösung. * und Co. sind nicht aussprechbar, aber zur Zeit wohl einziges Mittel, um kein Mienenfeld zu betreten.

    Ich fände es spannend und sinnvoll, wenn neue Anreden, Artikel, Personalpronomen für Nicht-Binäre-Menschen erfunden und eingeführt würden. Dass es eben nicht nur "Der, Die und Das" gibt.

    Ich befürchte aber, dass in dieser Diskussion ob Ihrer Verbissenheit mancher, kein Spielraum für Kreativität ist. Kreativität bedeutet auch Versuch und Irrtum, was mancher schwerlich verzeiht...
  • Antworten » | Direktlink »
#29 alien humanAnonym
  • 20.07.2020, 22:42h
  • Antwort auf #2 von Kritiker_in
  • Es ist aber so, dass die Schreibweise mit dem "Binnen-I" eine lange, und in einigen gesellschaftlichen Kreisen wohl auch durchaus kontroverse, feministische Tradition im deutschsprachigen Raum hat. Ich, für meinen Teil, habe sie immer als auch für andere Geschlechter inklusiv empfunden. Aber du hast schon recht, wenn das nicht stimmt, oder nicht mehr so ist, und die Menschen, die damit bezeichnet werden sollen, da keinen Anschluss finden, oder damit misgendert werden, muss sich das dann halt ändern.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#30 alien humanAnonym
  • 20.07.2020, 23:04h
  • Antwort auf #8 von goddamn liberal
  • Ich verstehe es jetzt nicht: bist du "Gott verdammt liberal" oder "Gott verdammte Liberale", wo du doch Neoliberalismus jetzt kritisiert. Wenn das zweite der Fall ist, fehlt da ein -s bei "liberal" in deinem Nick, meinem Empfinden nach. Aber du, wie du möchtest.
    Freie Menschen sind nun mal das, was sie sind, und identifizieren sich mit dem, was sie möchten, wie du ja auch in deinem Nick. Unabhängig von dir oder mir.
    Du magst ja die Texte deR* besagten AutorI*n finden, wie du möchtest. Was das jetzt mit dem zu tun hat, wie sie sich identifiziert, verstehe ich nicht.
    Aber ich verstehe ja auch nicht, wie dein Nick zu deinem Kommentar passen soll.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#31 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 23:45h
  • Antwort auf #28 von Uwe R
  • Man sollte vielleicht auch einfach mal zu respektieren versuchen, was die Leute verwenden, die selbst betroffen sind. Das hat sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg entwickelt. Diese Diskussionen werden nicht erst seit gestern geführt.

    Mag es auch ungewohnt erscheinen, so sind in entsprechenden Kreisen Formen mit _, * oder : bereits gängig und als Glottal Stop auch ganz einfach aussprechbar.

    Warum also das Rad nun schon wieder neu erfinden, nur weil das manche Leute ungewöhnlich finden? Man könnte ja auch einfach mal anerkennen, was Menschen, die betroffen sind und sich damit auskennen, bereits erarbeitet haben.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#32 Konrad DAnonym
#33 BetroffenbesoffenAnonym
#34 goddamn liberalAnonym
#35 ursus
  • 21.07.2020, 02:07h
  • Antwort auf #33 von Betroffenbesoffen
  • "Eigene Betroffenheit ist eine denkbar schlechte Ratgeberin."

    Dann sollten Schwule und Lesben sich nicht zu Homophobie äußern, Schwarze Rassismus nicht kritisieren...?

    "Denken hilft weiter"

    Dann erzähl uns doch mal, wohin DEIN Denken dich führt, statt nur andere mit "kreativen" Nicknamen zu beleidigen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#36 Kritiker_inEhemaliges Profil
#37 Svetlana LAnonym
  • 21.07.2020, 07:57h
  • Was mir immer wieder beim Thema gendergerechte Sprache auffällt: Alle Welt stimmt zu, dass Sprache einem immerwährenden Wandel unterliegt. Aber gerade bei diesem Thema wird dies mit einer ganz besonderer Vehemenz abgelehnt. Da kommt dann ganz schnell das Argument, dass Sprache nicht verordnet werden kann. Ich frage mich dann, wer hier wem was "verordnen" will? Die verschiedenen Versuche genderinklusive Sprache zu etablieren, z. B. x-Form, DeLe-System, Sternchen, Gap, dynamischer Gap usw., kommen bzw. kamen m. E. alle aus der Community heraus. Wie soll sprache sich denn dann verändern, wenn nicht irgendwer mal einen Anfang macht. Und wer auch heute noch, also fast zwei Jahre nach Einführung der Option divers, geschlechtergerechte Sprache nur auf Männer und Frauen reduziert, lebt vermutlich sowieso in einer hermetisch abgeschotteten Blase.

    Ich selbst schreibe und spreche seit Jahren mit Unterstrich und kann versichern, dass es nur einer kurzen Phase der Umgewöhnung (beim Sprechen vielleicht etwas länger) bedarf und der Umstieg überhaupt nicht weh tut.
  • Antworten » | Direktlink »
#38 GronkelAnonym
  • 21.07.2020, 11:27h
  • Antwort auf #37 von Svetlana L
  • "Was mir immer wieder beim Thema gendergerechte Sprache auffällt: Alle Welt stimmt zu, dass Sprache einem immerwährenden Wandel unterliegt. Aber gerade bei diesem Thema wird dies mit einer ganz besonderer Vehemenz abgelehnt.
    Da kommt dann ganz schnell das Argument, dass Sprache nicht verordnet werden kann. Ich frage mich dann, wer hier wem was "verordnen" will? Die verschiedenen Versuche genderinklusive Sprache zu etablieren, z. B. x-Form, DeLe-System, Sternchen, Gap, dynamischer Gap usw., kommen bzw. kamen m. E. alle aus der Community heraus."

    Sprachänderungen werden angenommen wenn sie sich durchgesetzt haben und nicht auf Zuruf von Communities. Insbesondere dann nicht, wenn alle paar Monate eine neue Idee: *, Binnen I, Unterstrich, ... vorgeschlagen wird. Aktuell werden die Änderungen durch Codes of Conduct in Firmen, Ämtern usw. vorgegeben und nicht von der Bevölkerung breitflächig genutzt. Das ist es, was mit "von oben verordnet" gemeint wird.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #37 springen »
#39 ursus
  • 21.07.2020, 11:53h
  • Antwort auf #38 von Gronkel
  • "Insbesondere dann nicht, wenn alle paar Monate eine neue Idee: *, Binnen I, Unterstrich, ... vorgeschlagen wird."

    Anfang der 1980er Jahre das Binnen-I, schon zwanzig Jahre später der Unterstrich, und das ist ja heute auch erst 17 Jahre her. Ganz klar, dass bei diesem rasanten Tempo niemand hinterherkommen kann.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #38 springen »
#40 alien humanAnonym
#41 Kritiker_inEhemaliges Profil
#42 WahrheitIstRelativAnonym
#43 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 21.07.2020, 22:36h
  • Antwort auf #42 von WahrheitIstRelativ
  • Zunächst einmal hoffe ich, dass die Firma nur mit mir kommunizieren möchte, wenn ich vorher entsprechendes Interesse gezeigt habe. Das kann ich z.B. tun, indem ich mich für einen Newsletter registriere oder über ein Kontaktformular melde.

    Da wiederum erwarte ich, was heutzutage noch nicht im Entferntesten üblich ist: mich WEDER als "Herr" NOCH als "Frau" registrieren zu müssen. Zusätzlich könnte da bereits ein Feld zur gewünschten Anrede dabei sein.

    Wenn ich frei antworten müsste, würde ich antworten mit "Guten Tag, Vorname Nachname - bitte sprechen Sie mich mit "Guten Tag, Vorname Nachname" an".

    Was das mit meinem Kommentar #31 zu tun hat, bleibt mir unklar. Denn ich werde ja nicht mit einem Pronomen angesprochen und auch nicht im Plural, sondern idealerweise mit meinem Namen.

    Falls die Frage auch darauf abzielt, erwarte ich Unterstrich, Gendersternchen oder Doppelpunkt. Das sind für mich gängige Formen, die alles, was nicht "männlich" oder "weiblich" ist, repräsentieren.

    Also z.B. Liebe Kund_innen.

    Ist alles nicht so schwer. Wird seit vielen Jahren so verwendet. Auch mündlich.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#44 GronkelAnonym
#45 GronkelAnonym
  • 22.07.2020, 07:52h
  • Antwort auf #39 von ursus
  • "Anfang der 1980er Jahre das Binnen-I, schon zwanzig Jahre später der Unterstrich, und das ist ja heute auch erst 17 Jahre her. Ganz klar, dass bei diesem rasanten Tempo niemand hinterherkommen kann."

    So lange sind die Ideen zur Schreibweise schon im Umlauf? Hätte ich nicht gedacht. Zumindest bestätigt das meine Aussage, dass sie in der Bevölkerung nicht angekommen sind und es keine Sprachänderung von unten ist.
    Ist auch gut bei der Wiki zu sehen:

    de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache#Hochschul
    en


    Wo in den Unis seit 2017 entsprechende Sprachempfehlungen herausgegeben werden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #39 springen »
#46 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 22.07.2020, 08:14h
  • Antwort auf #44 von Gronkel
  • Ich habe Dich sogar noch extra zitiert, damit klar ist, worauf ich mich beziehe. Zu viel verlangt, das zu lesen? Gar zu viel verlangt, noch zu wissen, was Du selbst geschrieben hast? Lies doch einfach nochmal nach. Dann kommst Du schon noch von selbst drauf.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #44 springen »
#47 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 22.07.2020, 08:17h
  • Antwort auf #45 von Gronkel
  • Die Tatsache, dass Du Dich mit Sachen, die seit Jahrzehnten im Umlauf sind, bislang noch nicht beschäftigt hast, heißt ja nun nicht, dass es sie noch nicht gegeben hätte. Sondern lediglich, dass Du es bisher noch nicht für nötig befunden hast, sie wahrzunehmen und Dich damit auseinanderzusetzen. Sie jetzt aber unreflektiert kritisieren kannst Du ja dann doch schon ziemlich gut.

    Ach übrigens, 2017 ist auch schon 3 Jahre her und nicht erst "ein paar Wochen".
  • Antworten » | Direktlink » | zu #45 springen »
#48 GronkelAnonym
#49 Leo BirkAnonym
  • 22.07.2020, 09:26h
  • Antwort auf #39 von ursus
  • "Anfang der 1980er Jahre das Binnen-I, schon zwanzig Jahre später der Unterstrich, und das ist ja heute auch erst 17 Jahre her. Ganz klar, dass bei diesem rasanten Tempo niemand hinterherkommen kann."

    Das war dann aber rein innerhalb einzelner Universitäts-Communities und der Queer-Community, nicht in der breiten Öffentlichkeit. In der Gesellschaft allgemein kamen diese Formen und die damit zusammenhängende Diskussion deutlich später an. In den "nicht-queeren" weiter verbreiteten Medien wurde die Diskussion um nicht-binäre Bezeichnungen und Formulierungen erst vor ein paar Jahren aufgegriffen. Und bei den Berichten wurden dann auch z.B. die unterschiedlichen Varianten (*, _, :, etc) gleichzeitig vorgestellt, ohne Erklärung zur Aussprache und ohne Hinweis was davon jetzt "korrekt" und "besser" ist, dafür aber gleich mit Kommentaren einzelner mit Extrempositionen, die darüber gestritten haben, dass nur "ihre" Variante die einzig richtige ist. Und die Diskussion wie inklusiv die Varianten für andere Gruppen sind (Menschen für die Deutsch nicht Muttersprache ist, Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Menschen, die auf Vorlesefunktion angewiesen sind, ...) fängt gerade erst an.

    Solange selbst innerhalb der Community Uneinigkeit darüber herrscht, ob die Symbole für die Pause, in der sich Nicht-Binäre mitgemeint fühlen können, gleichwertig sind oder nicht oder ob tatsächlich geschlechtsneutrale Formen entwickelt werden (sollen), ist es auch schwer, das im allgemeinen Schriftverkehr zu etablieren, einfach weil keine einfache Regel gegeben werden kann, was jetzt inklusiv ist.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #39 springen »

» zurück zum Artikel