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Kommentare zu:
"Liebes Team": Inklusive Sprache im Job ist gar nicht schwer


#11 VorschlagAnonym
#12 N8EngelProfil
  • 20.07.2020, 13:21hWenden
  • "Unternehmen sollten dann nicht erst auf die rechtliche Anerkennung warten, bis sie zum Beispiel entsprechende Arbeitskleidung zur Verfügung stellen, Namensschilder ändern oder Zeugnisse umschreiben."

    Die rechtliche Anerkennung nutzt nichts, wenn sich das Unternehmen kein Problembewusstsein hat. So beruft sich die Deutsche Telekom in meinem Fall auf die gesetzliche Lage und erklärt das sie ein korregiertes Ausbildungszeugnis nur gegen Vorlage eines Entscheides nach TSG ausstellen würde, da bei einer Personenstandsänderung nach §45b PSTG unterliege nicht der Verpflichtung die Zeugnisse anzupassen, da hier kein Offenbarungsverbot besteht.
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#13 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 13:36h
  • Antwort auf #10 von Ralph
  • "Ich selbst habe mir im amtlichen Verkehr (bin Beamter) schon vor langer Zeit angewöhnt, stets beide Geschlechter anzusprechen":

    Wie ich bereits ausführte, ist diese Denke "beider Geschlechter" schlicht falsch und überholt.

    "Für nichtbinäre Menschen bietet die Sprache aber nun mal keine Ausdrucksform."

    Und genau daran muss gearbeitet werden. Sprache ist nichts Statisches, immer Gleichbleibendes. Sie passt sich gesellschaftlichen Gegebenheiten an. Einfach zu sagen, "es gibt halt nun mal keine Ausdrucksform und gut ist." wird dem nicht gerecht.

    "Ich denke indes, dass sie sich in meinem System durchaus wiederfinden können."

    Nein. Einfach NEIN.

    "die vollkommene Gleichbehandlung der Geschlechter und auch der nichtbinären Menschen":

    mit dieser Formulierung stellst Du die nichtbinären Menschen außerhalb des "Geschlechter"-Systems. Sie impliziert, dass es einerseits (eben "beide") Geschlechter gebe - und andererseits die nichtbinären Menschen. Das entspricht schlicht nicht der Realität und ist ausgrenzend.

    "LIeber wird über die Sprache gezankt.":

    Ganz genau, und das ist auch gut so. Sprache ist Ausdruck der Realität. Gesellschaftliche Realität ist zum einen oft genug die Ausblendung von Frauen, aber eben leider auch fast immer und überall die Ausblendung Nichtbinärer.

    Wer verhindern will, dass darüber anders gesprochen wird, will verhindern, dass darüber anders gedacht wird. Sprache und Realität beeinflussen einander wechselseitig. Deshalb müssen wir auch über eine Anpassung der Sprache diskutieren, um die Realität modernen gesellschaftlichen Notwendigkeiten anzupassen.
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#14 goddamn liberalAnonym
#15 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 14:16h
  • Antwort auf #14 von goddamn liberal
  • Was soll das jetzt? Ist das jetzt die übliche Argumentation "Es gibt Wichtigeres"?

    Auch mir ist bekannt, dass in dieser Gesellschaft viele Dinge im Argen liegen. Und dass diese dringender Änderungen / Verbesserungen bedürfen.

    Das heißt aber noch lange nicht, dass wir das Thema dieses Artikels hier nicht vernünftig diskutieren dürften.

    Also bitte keine Argumentation à la "Dann müssten wir aber auch Anderes ansprechen..."
    Man kann nun mal nicht alles gleichzeitig diskutieren. Noch lange kein Grund, dieses Thema NICHT zu diskutieren bzw. auf diesem Feld KEINE Verbesserungen zu fordern.
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#16 goddamn liberalAnonym
#17 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 20.07.2020, 14:47h
  • Antwort auf #16 von goddamn liberal
  • Und ich sage: Wer nicht mitgedacht wird, wird auch nicht mit berücksichtigt.

    Als nichtbinäre Person erlebe ich das in jahrzehntelanger, alltäglicher Praxis. Und ich bin es sowas von leid, ständig und überall mit "Herr" angesprochen zu werden oder nur zwischen den Anreden "Herr" und "Frau" wählen zu können. Weil ich das einfach nicht BIN. Das blendet mich aus, macht mich gesellschaftlich unsichtbar.

    Wie ich bereits ausführte, beeinflussen Sprache und Gesellschaft einander gegenseitig. Sprache ist nichts ein für alle Mal für alle Zeit Feststehendes. Sie hat sich immer gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Bestes, zugegebenermaßen krass überspitztes Beispiel dazu, dass Sprache auch dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu beeinflussen, ist dies hier:

    de.wikipedia.org/wiki/Neusprech

    ein wesentlicher Bestandteil des dystopischen Romans "1984".

    Sprache ist SELBSTVERSTÄNDLICH ein politisches Instrument. Wir müssen AUCH DIESES nutzen. Selbstverständlich nicht NUR DIESES - aber das habe ich ja auch nicht behauptet.

    P.S. Es lohnt sich wirklich, sich den verlinkten Wikipedia-Artikel mal in seiner Gesamtheit anzuschauen und da jetzt nicht nur den Begriff "Neusprech" herauszufischen. Insbesondere bspw. auch interessant die Rubrik "Beispiele für heutige Neusprech-Begriffe und Slogans".
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#18 Eyes wide shutAnonym
  • 20.07.2020, 16:41h
  • Antwort auf #10 von Ralph
  • "Für nichtbinäre Menschen bietet die Sprache aber nun mal keine Ausdrucksform.[...] Wesentlich sinnvoller, als jeden einzelnen Buchstaben zu gendern, wäre freilich,... "

    Dieser Moment des Staunens, wenn ausgerechnet Schwule anfangen, mit "so ist das nun mal" und "es gibt Wichtigeres" zu argumentieren, sobald es mal um andere Marginalisierte geht als sie selbst.
    Daran werde ich mich nie gewöhnen.
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#19 WombatzAnonym
  • 20.07.2020, 19:53h
  • Antwort auf #1 von Ich12345678
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass Leser sich in so einem Fall tatsächlich nur Männer vorstellen und es ihnen gar nicht in den Sinn kommt, es könne auch Wissenschaftlerinnen oder Politikerinnen geben. Man muss sie offenbar leider daran erinnern. Ich selbst bedaure das zutiefst.
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#20 WombatzAnonym
  • 20.07.2020, 20:13h
  • Antwort auf #7 von Leo Birk
  • Sie haben vollkommen recht. Ich selbst würde das Problem wohl ganz offen ansprechen: "Bitte entschuldigen Sie meine Unsicherheit bei der Anrede. Für einen Hinweis bin ich dankbar" oder so ähnlich.
    Ich bin sicher, der/die Betroffene hätte Verständnis.
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