Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?36627

Rechte Demo in Berlin

Attila Hildmann wiederholt Morddrohung gegen Volker Beck

Der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker forderte bei einer Kundgebung in Berlin erneut die Todesstrafe für den schwulen Grünen-Politiker, "indem man ihm die Eier zertritt". Die Polizei schritt nicht ein.


Attila Hilmann bei einer anderen Kundgebung Anfang Juli in Berlin

Zu Update springen: Berliner Behörden beginnen Ermittlungen (17:55h)

Auf einer Demonstration im Berliner Lustgarten hat der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann am Samstag seine Mordrohung gegen den schwulen Grünen-Politiker Volker Beck wiederholt. "Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertritt auf einem öffentlichen Platz", sagte der Corona-Leugner in einer Rede vor rund 150 Menschen.

Auf seine Frage "Und wer würde mittreten wollen?" erntete Hildmann lautstarke Zustimmung. Auf einem vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA verbreiteten Video ist deutlich zu hören und zu sehen, wie ihm die Menge zujubelt. Die Polizei war vor Ort, schritt jedoch nicht ein.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Keine Reaktion auf Anzeige von Volker Beck

Bereits vor einigen Tagen hatte Hildmann die brutale Todesdrohung gegen Beck fast wortgleich über den Messenger-Dienst Telegram gepostet, auf dem er mehr als 66.000 Abonnent*innen hat (queer.de berichtete). Beck zeigte ihn deshalb wegen Beleidigung, Volksverhetzung und Anstiftung zu einer Straftat an, erhielt jedoch keine Antwort. "Warum gab es keine Reaktion, Polizei Berlin?", fragte der Grünen-Politiker am Samstag auf Twitter. "Darf man auf den Straßen Berlins ungestraft zum Lynchen und Zu-Tode-Foltern aufrufen?" Sein Leben sei "nicht sicherer geworden", sagte Beck dem "Tagesspiegel".

Twitter / Volker_Beck

Kritik an Polizei und Staatsanwaltschaft auch von der CDU

Das Nichteinschreiten der Polizei wurde in sozialen Medien scharf kritisiert. "Wann wird es endlich Ermittlungen gegen Attila Hildmann geben?", fragte Autorin Carolin Emcke auf Twitter. "Sollte jetzt nicht gegen die Bedrohung von Politiker*innen vorgegangen werden? Also, liebe Staatsanwälte in Berlin. Worauf wartet Ihr noch?", tweetete der CDU-Politiker Ruprecht Polenz. "Es ist nicht akzeptabel, dass solche öffentlichen Todesdrohungen getätigt werden können", kommentierte Sigmount Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde in Berlin.

Die Polizei in Brandenburg, wo Hildmann wohnt, ermittelt laut "Tagesspiegel" von Amts wegen seit Wochen wegen dessen Hassbotschaften auf Telegram. "Eine Strafbarkeit wurde bisher durch die Staatsanwaltschaft verneint", zitierte die Zeitung einen Polizeisprecher. Dennoch werde weiter ermittelt.

Hildmann lobt erneut Adolf Hilter

Bei der Kundgebung am Samstag hetzte Hildmann auch gegen die Bundeskanzlerin. "Hitler war ein Segen im Vergleich zur Kommunistin Merkel", sagte er in seiner Rede, denn sie plane einen globalen Völkermord. Erneut sprach er auch vom "besetzten Gebiet der BRD". Von Teilnehmer*innen der Kundgebung gab es wiederholte Attacken gegen anwesende Journalist*innen.

Twitter / democ_de

Vom veganen Kochbuchautor zum rechtsextremen Verschwörungstheoretiker

Der 1981 in Westberlin geborene Hildmann wurde vor gut einem Jahrzehnt durch seine veganen Kochbücher bekannt und stieg schnell zum gern gesehenen Dauergast im deutschen Fernsehen auf. Er kochte etwa mit Stefan Raab in dessen Late-Night-Show, nahm an der RTL-Tanzshow "Let's Dance" teil und trat in der ProSieben-Spielshow "Schlag den Star" gegen Komiker Luke Mockridge an.

Mit der Flüchtlingskrise 2015 radikalisierte sich der Promi-Veganer aber immer mehr und fiel durch rechtsradikale Aussagen auf. Auch seine Werbung für Veganismus wurde aggressiver: So brachte er ein lebendiges Kalb zu einem Presseevent und forderte die Journalist*innen auf, es zu schlachten. Einer Journalistin, die vegane Speisen in seinem Imbiss als wenig genießbar bewertet hatte, drohte er mit einem Bild, das ihn mit einer Pumpgun zeigt.

Mit der Coronakrise driftete Hildmann vollständig in die Welt der rechtsextremen Verschwörungstheoretiker ab. Mit der Pandemie solle eine "Neue Weltordnung" eingeführt werden, behauptete der 39-Jährige. Er fiel insbesondere durch Antisemitismus auf – so behauptete er, jüdische Familien wollten die "deutsche Rasse auslöschen". (cw)

 Update  17.55h: Berliner Behörden beginnen Ermittlungen

Die Berliner Polizei gab am Montag via Twitter bekannt, dass Ermittlungen des LKA nach Strafanzeigen wegen Volksverhetzung und Bedrohung eingeleitet worden seien: "Auf einer Versammlung am Samstag (#b1807) verharmloste der Anmelder den Holocaust & sprach zum wiederholten Mal Drohungen gegen Personen des öffentlichen Lebens aus".

Die Staatsanwaltschaft teilte den Tweet und ergänzte: "Wegen mutmaßlich antisemitischer öffentlicher Äußerungen Attila Hildmanns auf 'Hygienedemonstrationen' in Berlin sind bei der #StaatsanwaltschaftBerlin Ermittlungen u.a. wegen des Verdachts der Bedrohung eingeleitet worden." Strafanzeigen wegen weiterer Äußerungen des Beschuldigten über das Internet würden bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus bearbeitet.

In seinem Telegram-Kanal teilte Hildmann auch am Montag weiter gegen Volker Beck und die Grünen aus. So schrieb er: "An alle Deutschen: bitte schützt eure Kinder vor dieser Partei und haltet Mindestabstand! Die sind vermutlich weit gefährlicher für eure Kinder als Corona! Falls ihr Volker Beck neben dem Schulhof seht mit einer Tüte Crystal Meth ruft bitte sofort die Polizei!" Auch hetzte er gegen Journalisten: "Schreiberlinge, die hetzen und Pädos schützen sind die EINZIGEN, die vor Gerichte müssen! Und zwar Militärgerichte." In einem Youtube-Video äußerte er unbewiesene Mutmaßungen über Beck und betonte zu dem Vorwurf der Bedrohung, er habe den Konjunktiv verwendet und aus der nicht mehr existenten Rolle eines Reichskanzlers gesprochen.



#1 GarbaldaAnonym
  • 20.07.2020, 09:46h
  • bei veganer Ernährung muss man ja sehr genau aufpassen was man mit welchen Speisen kombiniert und um alles an Nährstoffen zu bekommen, dass man ja keine Mangelerscheinungen bekommt.

    Irgendwie muss er da was falsch machen, sonst wäre er nicht so agressiv.

    Sein Verhalten lässt mich jetzt doch daran zweifeln, ob ich von vegetarisch auf vegan umstellen sollte.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 StaffelbergblickAnonym
  • 20.07.2020, 09:49h
  • ja klar hat Hildmann ein Problem mit Eiern ... die sind nicht vegan, also müssen die weg. Kann schon bei sich anfangen ... dann wir er automatisch ruhiger, denn sein Testosteron tendiert danach in -richtung grenzwertig null.
    Wenn die Polizei nicht einschreitet, dann wäre mal die Frage in den Raum gestellt, warum niemand vor Ort Strafanzeige erstattet? warum nicht die Möglichkeit ergriffen wird eine Dienstaufsichtsbeschwerde in Gang zu setzen? Bringt ad hoc zwar nicht viel, aber danach müssen sich so manche Verantwortlichen damit beschäftigen.
    Ein weitere Phantasie wäre, bei den lokalen wirtschaftlichen Verantwortlichen seines Lokals doch mal hemmungslos "nachzustossen", ob diese Verbände/Vereine/Innungen weiter diesem Treiben zugucken wollen mit diesem negativen "Aushängeschild". Und wer verlegt seine Bücher????
    Lebte nicht auch Hitler vegan???
  • Antworten » | Direktlink »
#3 OlliAnonym
  • 20.07.2020, 10:06h
  • Der Typ ist tatsächlich in die komplett radikal rechte Ecke gerutscht - eine Schande für alle, die mal an seine Botschaft geglaubt und seine Kochbücher gekauft haben. So wie ich. Bücherverbrennungen sind aber eher ein probates Mittel von Seinesgleichen, daher mein Tipp an alle, die ein Buch von ihm haben: Seiten rausreissen und als Klopapier hernehmen. Wenn man bedenkt, was er für eine Scheisse labert, schließt sich da der Kreis.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 StaatlicherSchutzAnonym
  • 20.07.2020, 10:16h
  • Warum schreitet die Polizei bei sochen Exzessen nicht ein? Würde das bei Morddrohungen gegen jüdische Menschen auch so duldsam hingenommen? Nein, würde es nicht.

    Deutschland wird gerade wieder ein sehr gefährliches Land für Schwule, Lesben und Trans*.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 KaiJAnonym
  • 20.07.2020, 10:27h
  • Es liegt mindestens Volksverhetzung vor. Wann übernimmt der Innenminister Verantwortung?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 nicht lustigAnonym
  • 20.07.2020, 10:30h
  • Antwort auf #1 von Garbalda
  • angesichtes der offenen aggressivität und eindeutigen bedrohungslage durch rechtsextreme wie z.b. hildmann, die, wie es scheint, von staatsanwaltschaft und polizei geschützt werden, finde ich deinen launigen kommentar komplett deplatziert.

    derzeitige realität in doitschland:

    - rassismus bei der polizei darf auf geheiß des csu-innenministers NICHT untersucht werden.

    - bei der bundeswehr sind zehntausende schuss munition ohne spur unauffindbar verschollen.

    - auf den straßen darf der rechte mob zu morden und totfoltern aufrufen, ohne dass staatlicherseits eingeschritten wird.

    da braut sich was zusammen.

    (und das captcha fordert mich jetzt auch noch dazu auf, "kztu" einzugeben - du ins kz? )-:
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Kritiker_in
  • 20.07.2020, 10:33h
  • Ich verfolge den Werdegang dieses Herrn nun schon seit knapp zehn Jahren. Er war übrigens nie selbst Veganer, hat z.B. mit seinem Porsche mit Ledersitzen geprahlt. Die ethisch motivierte vegane Szene hat sich schon immer von ihm distanziert, da seine einzige Botschaft nicht etwa Veganismus, sondern "ich, ich, ich" lautete. Seine Follower_innen, hauptsächlich heterosexuelle Frauen, wollten "fit" werden, "fun" haben etc. - durch vegane Ernährung jung und schön bleiben bzw. werden. Auch diese hatten dabei nie die Tiere, sondern nur sich selbst im Blick. Vor lauter Egowahn und persönlichem Hype konnte A.H. ein Geschäftsmodell aufbauen, bei dem ihm jahrelang buchstäblich alles abgekauft wurde - so überzogen die Preise "seiner" Produkte auch gewesen sein mögen. Er hat die vegane Bewegung stets nur benutzt, um auf ihrer Basis einen persönlichen Hype um sich und seine Produkte aufzubauen und damit ein finanziell erfolgreiches Geschäftsmodell zu kreieren. Dabei war er, zumindest seit ich ihn kenne, stets gockelhaft auf Frauen bezogen und schon immer auch schwulenfeindlich. Dazu habe ich schon vor Jahren so manch ätzende Äußerung von ihm auf Facebook mitbekommen.
    Veganläden, die ernsthaften ethischen Veganismus betrieben, haben schon 2012 seine Bücher boykottiert.

    Sein jetziges Verhalten der Tatsache zuzuschreiben, dass er vegane Kochbücher geschrieben hat (übrigens mit oft sehr simplen Rezepten und immer den gleichen gehypten Zutaten), geht völlig daneben. Mit Veganismus hat sein Gebaren NULL zu tun. Er ist ein inzwischen völlig durchgedrehter Selbstdarsteller, der, wie ich schon sagte, immer nur eine Botschaft hatte: "Ich, ich, ich". Da kam ihm Corona gerade recht, um jetzt als rechtsextremer Coronaleugner völlig abzudrehen. Eigentlich das gleiche Prinzip: damals griff er die Veganwelle auf und hypte sie für sich selbst um, und nun macht er das gleiche mit den Corona-Verschwörungstheorien.

    Was geblieben ist, ist seine Schwulenfeindlichkeit. Was er nun werden will, ist nicht mehr nur Vegan-Guru, sondern offenbar Reichskanzler. Was man üblicherweise mit "Größenwahn" beschreibt, ist eine Kleinigkeit dagegen. Er dreht völlig durch. Auch hier findet er wieder seine Anhänger_innen.

    Dass Todesdrohungen eines Rechtsextremen gegen einen Schwulen strafrechtlich angeblich nicht relevant seien, finde ich höchst bedenklich. Ich vermute mal, wenn die Todesdrohungen gegen heterosexuelle CDU-Politiker erfolgen würden, sähe die Sache anders aus. Aber Schwule darf man ja bedrohen. Da wird in unserem auf dem rechten Auge teilblinden Staat immer noch mit zweierlei Maß gemessen.

    Völlig unerträglich, das alles.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 NickieAnonym
  • 20.07.2020, 10:40h
  • Ein zwei Gesichter habe ich bei Planetromeo in Profilen gesehen und auch in der Szene in Berlin. Eine Teilnehmerin hatte eine Regenbogenflagge. Unverständlich, das Leute aus der Gay-Community hier teilnehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 wickieAnonym
#10 mesonightAnonym
  • 20.07.2020, 11:04h
  • Was will der Typ überhautpt erreichen? Da blickt man nicht durch. ich halte ihn für Hochgefährlich, als Sportschütze hat er ganz legal Waffen, da müsste die Polizei doch hellhörig werden. Es wundert mich, dass seine Wohnung noch nicht durchsucht wurde, sowas wird wegen weitaus geringerer Delikte angeordnet. Mir schein, dass Hildmann Narrenfreiheit genießt.
  • Antworten » | Direktlink »