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Realitystar
Caitlyn Jenner will US-Vizepräsidentin werden
Die prominenteste trans Frau Amerikas hat sich mal wieder in die Schlagzeilen gebracht: Die 70-Jährige sagte einem Klatschreporter, sie wolle in einer Kanye-West-Regierung Vizepräsidentin werden.

Caitlyn Jenner wurde kurz nach ihrem Coming-out als trans Frau im Fernsehen gefeiert – hier bei einem Auftritt bei den ESPY-Awards im Sender ABC (Bild: Walt Disney Television / flickr)
- 21. Juli 2020, 09:07h 3 Min.
Caitlyn Jenner hat sich vergangene Woche gegenüber dem Klatschportal TMZ als US-Vizepräsidentschaftskandidatin ins Spiel gebracht. Ein Reporter fragte sie auf einem Parkplatz, ob sie für ihren Schwiegersohn Kanye West stimmen werde – daraufhin erklärte die 70-Jährige: "Oh, ich habe ihm geschrieben und gefragt, ob ich seine Vizepräsidentin werden könnte." Sie ergänzte: "Was für ein Team! Aber wir werden sehen."
Rapper Kanye West hatte Anfang Juli seine Kandidatur für die Präsidentenwahl im November bekannt gegeben. Vergangene Woche reichte er Unterlagen bei der Bundeswahlbehörde ein. Der 43-Jährige erklärte, er wolle für seine Kampagne eine neue Partei namens "Birthday Party" (was sowohl Geburtagspartei als auch Geburtstagsparty heißen kann) gründen. Seine Begründung für den Namen: "Wenn wir gewinnen, hat jeder Geburtstag".
West hat übrigens auf die Avancen seiner Schwiegermutter noch nicht reagiert. Er hatte bereits angekündigt, Michelle Tidball, ein "Bibel-Life-Coach", zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin zu machen. Ganz in Stein gemeißelt ist diese Kandidatur aber offenbar nicht: Am Montag verkündete West gegenüber TMZ, dass er gerne Mit-Rapper Jay-Z für die Posten vorschlagen möchte.
Caitlyn Jenner und Kanye West unterstützten Donald Trump
Politisch sind Jenner und West offenbar auf einer Linie. Caitlyn Jenner hatte sich nach ihrem Coming-out als trans 2015 als konservative Republikanerin geoutet. Sie unterstützte dabei auch Donald Trump als Präsidentschaftskandaten, bedauerte dies aber wegen seiner LGBTI-feindlichen Politik zwei Jahre nach dem Wahlsieg (queer.de berichtete).
Demgegenüber gilt Kanye West bis heute als großer Trump-Fan, der zur Belohnung für seine Ergebenheit sogar vom Präsidenten im Weißen Haus empfangen wurde. Der Ehemann von Reality-Superstar Kim Kardashian-West sorgte im letzten Jahr auch für Schlagzeilen, als er über seine angebliche Bekehrung zum wiedergeborenen Christen sprach und ein Gospel-Album herausbrachte, das unter anderem ein Loblieb auf ein besonders durch seine Homophobie bekanntes Schnellrestaurant enthielt (queer.de berichtete). Politisch sorgte er vor allem mit seiner Unterstützung für ein Abtreibungsverbot für Schlagzeilen.

Rapper Kanye West will eine politische Karriere starten – oder zumindest seine Reality-Karriere mit einer Präsidentschaftskandidatur aufwerten (Bild: ABC)
Besonders ernst gemeint dürfte Wests Kandidatur nicht sein, da er bereits Fristen für eine Kandidatur in mehreren Bundesstaaten verpasst hat. Die Demokraten schlagen trotzdem Alarm, da West wegen des eigenartigen amerikanischen Wahlrechts am Ende Donald Trump eine neue Amtszeit verschaffen könnte. In der Oppositionspartei glauben viele daran, dass West insbesondere in umkämpften Staaten antritt, um Stimmen von schwarzen Wähler*innen zu erobern, von denen sonst die meisten traditionell für den demokratischen Kandidaten, dieses Jahr also Joe Biden, stimmen. Damit könnte er das Zünglein an der Waage sein, da in den Bundesstaaten bereits die relative Mehrheit ausreicht, um alle Wahlmänner zu erobern. West wies diese Befürchtungen als "rassistisch" motiviert zurück.
Demokraten machten bereits 2000 Ralph Nader und 2016 Jill Stein (beide Grüne) für die Niederlagen von Al Gore und Hillary Clinton verantwortlich, weil diese aussichtslosen Kandidat*innen Stimmen aus dem "progressiven" Lager abgezogen hätten. Am Ende konnten sich George W. Bush und Donald Trump die Wahl sichern. Dabei konnten beide nicht die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen und hatten sogar weniger Stimmen als ihre demokratischen Kontrahent*innen, konnten aber mehr Wahlmänner erobern. (dk)
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