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"Homo-Propaganda"

Madonna zahlte angeblich Millionenstrafe in Russland nicht

Die Popqueen behauptet, dass ihr St. Petersburger Konzert vor acht Jahren eine hohe Geldstrafe nach sich gezogen habe. Doch daran gibt es Zweifel.


Madonna (Bild: Kat Morales)

Die 61-jährige Popsängerin Madonna hat am Montag auf Facebook, Instagram und Twitter erklärt, dass sie eine Million Dollar Geldstrafe (knapp 900.000 Euro) für einen LGBTI-freundlichen Auftritt in St. Petersburg am 9. August 2012 nicht bezahlt habe. Sie veröffentlichte einen Clip, wie sie sich in einer Ansprache vor 25.000 Fans der zweitgrößten russischen Stadt für LGBTI-Rechte einsetzte. "Ich erhielt eine Geldstrafe von einer Millionen Dollar von der Regierung, weil ich die Gay Community unterstützt habe. Ich habe nie bezahlt", erklärte die Sängerin, die seit ihrer Tour vor acht Jahren nicht mehr in Russland aufgetreten ist.

Twitter / Madonna

Der Auftritt hatte damals in der sich innenpolitisch verschärfenden russischen Debatte um LGBTI-Rechte für Kontroversen gesorgt und war von der queeren Community als Unterstützungsgeste wohlwollend aufgenommen worden (queer.de berichtete). Seither gehört Madonna zu den Lieblingsfeindinnen der homophoben Eiferer in Putins Partei. Zum Zeitpunkt des Auftritts gab es bereits ein "Homo-Propaganda"-Gesetz in St. Petersburg, das landesweite Gesetz wurde aber erst ein Jahr später beschlossen.

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Erinnert sich Madge richtig?

Völlig unklar ist, welche angebliche Strafe die Sängerin erhalten haben sollte oder ob sich die Diva, wie selbst oppositionelle und ihr wohlgeneigte russische Medien vermuten, etwas frei an die damaligen Vorgänge erinnert. Das lokale "Propaganda"-Gesetz sah lediglich eine maximale Geldstrafe in Höhe von 5.000 Rubel für Privatpersonen und 500.000 Rubel für Firmen und Organisationen vor – nach heutigem Kurs also maximal 6.200 Euro für den Konzertveranstalter, nach damaligen Kurs immerhin noch fast das doppelte.

Obwohl ihr der umtriebige Stadtrat Witali Milonow vorab mit einer Bestrafung und gar einer Festnahme drohte und in der Arena "Beweismaterial" für "Propaganda" sammelte, kam es offenbar nie zu einem solchen Verfahren. Milonow hatte laut russischen Medien auch Ermittlungen zu angeblichen Visa- und Steuerverstößen angestrebt, aus denen aber auch nie etwas geworden sein soll.

Bekannt wurde damals allerdings, dass mehrere regierungsnahe Gruppen Madonna in einem zivilen Verfahren auf Ersatz für einen vermeintlich erlittenen "moralischen Schaden" verklagt hatten (queer.de berichtete). Für Blasphemie und "Homo-Propaganda" forderten sie 333 Millionen Rubel (4,12 Millionen Euro, damals 8,5). Das Gericht hatte die Sängerin vergeblich vorgeladen – und die wirre Klage am Schluss abgewiesen (queer.de berichtete). Die Kläger mussten stattdessen Madonnas Konzert- und Musikagenturen Kosten von damals rund 1.500 Euro ersetzen.

Madonna ist für ihren Einsatz für LGBTI-Rechte wiederholt ausgezeichnet worden. So erhielt sie letztes Jahr den "Advocate for Change"-Award der LGBTI-Organisation GLAAD (queer.de berichtete).

Das St. Petersburger Gesetz gegen "Homo-Propaganda" war 2017 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als unzulässige Diskriminierung und Einschränkung der Meinungsfreiheit gewertet worden (queer.de berichtete). Es wurde inzwischen zugunsten des landesweiten aufgegeben, das vor allem zum Verbot von Protesten verwendet wird. Nach ihm wurde vor zwei Wochen eine Aktivistin wegen der Zeichnung einer Regenbogenfamilie in ihrem zweiten Verfahren zur Zahlung von 5.000 Rubel (rund 940 Euro) verurteilt (queer.de berichtete). (dk/nb)



#1 dellbronx51069Anonym
#2 UweBerlinProfil
  • 22.07.2020, 08:22hBerlin
  • Antwort auf #1 von dellbronx51069
  • Richtig so - in diesem Fall zeigt die PopQueen mal wieder "ihre Eier".

    Ihr wurde wohl Propaganda für Homosexualität damals vorgeworfen. Absolut lächerlich.

    Schlimm, dass so etwas wie Madonna in Konzerten äußert, bereits für Probleme in Russland sorgt.
    Das Land sollte endlich mal im Hier und Jetzt ankommen.
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#3 hmmmAnonym