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Düsseldorf

"Macheten-Mann" kandidiert für die AfD

Der homophobe Düsseldorfer Rentner, der im vergangenen Jahr mit einer Machete in einem Cruisingpark wütete und deshalb verurteilt wurde, will für die Rechtsaußenpartei in den Stadtrat.


Mit Macheten kämpft der Düsseldorfer Rentner Axel S. im Hofgarten für Sitte und Ordnung (Bild: Marcelo Braga / flickr)

Der sogenannte Macheten-Mann Axel S. tritt für die AfD als Wahlkreis-Kandidat bei den Wahlen zum Düsseldorfer Stadtrat am 13. September an. Dies berichteten am Mittwoch u.a. die "Rheinische Post" und die "Neue Ruhr Zeitung" (NRZ). Der 76-Jährige sei auch Mitglied der Rechtsaußenpartei, heißt es übereinstimmend in den Berichten.

Im vergangenen Jahr hatte der Rentner monatelang für Aufregung gesorgt, weil er offenbar aus Abneigung gegenüber cruisenden Schwulen und Obdachlosen im Düsseldorfer Hofgarten Buschwerk entfernt hatte. Er benutzte dazu eine Machete mit einer 23 Zentimeter langen Klinge.

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Zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt

Im Juni 2019 erwischten Mitarbeitende des Düsseldorfer Ordnungs- und Servicedienstes den Senior bei einer Routinekontrolle, als er gerade das Zelt eines Obdachlosen zerschnitt (queer.de berichtete).


Im Juni 2019 veröffentlichte die Stadt das Bild der sichergestellten Machete (Bild: Landeshauptstadt Düsseldorf, Ordnungsamt)

Ursprünglich hätte der Rentner wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung per Strafbefehl 1.050 Euro zahlen sollen. Da er nur über eine geringe Rente verfüge, senkte das Amtsgericht Düsseldorf die Strafe am 10. Dezember auf 800 Euro (queer.de berichtete). Es gebe kein Recht auf Selbstjustiz, erklärte ihm damals die Richterin.

Der Rentner scheint das jedoch anders zu sehen: Nur kurz nach seiner Verurteilung war er nach Angaben eines Zeugen mit einer neuen Machete wieder im Hofgarten unterwegs und rief dabei: "Ich kriege die ganzen Schwulen hier alle raus!" (queer.de berichtete).

Die Aktivitäten des "Macheten-Mannes" sind für die AfD kein Hindernis, ihn für den Stadtrat aufzustellen: "Ich will sein seltsames Verhalten von damals in keinster Weise gutheißen, aber er bekam seine Strafe und ist jetzt kein Ausgeschlossener der Gesellschaft", erklärte AfD-Vorstandsmitglied Elmar Salinger gegenüber der "Rheinischen Post". Laut "NRZ" hatte der Rentner schon bei der Kommunalwahl 2014 für die AfD kandidiert. Der Wahlkampf der Rechtsaußenpartei steht in diesem Jahr unter dem Motto "Aus Liebe zu Düsseldorf". (cw)



#1 GronkelAnonym
  • 22.07.2020, 08:19h
  • ""Ich will sein seltsames Verhalten von damals in keinster Weise gutheißen, aber er bekam seine Strafe und ist jetzt kein Ausgeschlossener der Gesellschaft", erklärte AfD-Vorstandsmitglied Elmar Salinger"

    Auch wenn es von der AfD kommt, ist es doch ein berechtigter Ansatz. Eine verbüßte Strafe muss auch dazu führen wieder im gemeinschaftlichen Umfeld agieren zu können.
    Man mag die Höhen von Strafen kritisieren oder überhaupt den Umgang der Justiz und Polizei mit Straftätern aber das Prinzip, dass Schuld auch beendet sein muss, ist existenziell (Da gibt es bestimmt einen Fachbegriff aus der Philosophie).
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#2 truedatAnonym
  • 22.07.2020, 08:56h
  • Antwort auf #1 von Gronkel
  • Grundsätzlich mag diese Sichtweise ok sein, jeder macht mal Fehler. In diesem Fall ist sie aber einfach nur dreist und bescheuert. Man sieht ja, wie die noch extra für ihn angepasste Strafe Einsicht gebracht hat. Kurz darauf war er mit einer weiteren Machete unterwegs.... immerhin hat die AfD erkannt, dass dieser ekelhafte Typ mit seinem asozialen Verhalten bestens in die eigenen Reihen passt.
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#3 GronkelAnonym
  • 22.07.2020, 09:09h
  • Antwort auf #2 von truedat
  • "Grundsätzlich mag diese Sichtweise ok sein, jeder macht mal Fehler. In diesem Fall ist sie aber einfach nur dreist und bescheuert. Man sieht ja, wie die noch extra für ihn angepasste Strafe Einsicht gebracht hat."

    Ich denke das ist nicht nur eine Sichtweise, sondern ein fundamentales Grundprinzip der Gesellschaft. Strafen müssen abgeschlossen sein. Ob sich eine Einsicht eingestellt hat oder der Verhaltenswechsel aus Furcht vor weiterer Strafe geschieht, ist dabei unerheblich und in letztem Detail nicht zu klären.
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#4 zorniger GastAnonym
  • 22.07.2020, 09:44h
  • Ab wann das "Damals" beginnt, scheint sehr wenig definiert. Da der Typ mit seiner Weltsicht auf AfD-Linie ist, geht als "damals" schon letztes Jahr durch, wohingegen eine Sachbeschädigung durch Linke (oder nein...generell Demokraten) dazu führen würden, dass diese selbsternannte "Rechtsstaatspartei" eine lebenslange Ächtung fordern würde...sollte irgendjemand z B. einem Wahlplakat der AfD auch nur einen Kratzer zufügen, der könnte die nächsten 10 (ach was,100) Jahre nicht kandidieren, ohne dass das Gekreische losging...a la "Partei X stellt linksradikalen, antidemokratischen, rot-grün-faschistischen Randalierer zur Wahl" inclusive Fotos, Klarname und Anschrift...der AfD geht es nicht um "Resozialisation", nicht in dem Fall und auch sonst nie....
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#5 zorniger GastAnonym
  • 22.07.2020, 10:03h
  • Ah, und noch ein Nachtrag.. weil es hier ja bei queer.de nich nurvum LGBT und Q-Belange gehen muss...da Obdachlose Menschen wahrscheinlich selten Anzeigen erstatten und kaum versichert sein dürften, hat der Typ hier wahrscheinlich den größten Teil des Besitzes einer Person zerstört, die was soziale Sicherheit und gesellschaftlich Anerkennung wesentlich schlechter gestellt sein dürfte als Axel S. Und da Axel D. sicher weiss, dass die Gefahr einer Anzeige durch die Zeltbesitzerin oder den Zeltbesitzer nicht besonders hoch sein dürfte, wollte er damit sicher ungestraft davonkommen...moralisch verwahrlost, depraviert, antisozial, empathieunfähig...so könnte man das nennen..ich bewerte das jetzt hier selber nicht, die Tat spricht ja für sich....
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#6 Ralph
  • 22.07.2020, 10:15h
  • Antwort auf #1 von Gronkel
  • Meiner Meinung nach ist das keine juristische, sondern eine politische Frage. So wäre es z.B. zwar juristisch tragbar, einen wegen uneidlicher Falschaussage verurteilten Mann zum Bundesinnenminister zu machen, politisch aber wäre es absolut indiskutabel. (Ältere unter uns erinnern sich an den Mann.)
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#7 TrekieAnonym
  • 22.07.2020, 10:31h
  • Man darf das keinesfalls unterschätzen.
    Der typ mag ein idot zu sein, und würd bei der aktuellen durchschnittlichen Lebenserwartung glücklicherweise auch bald kein Problem mehr darstellen. Aber was man hie nicht außer acht lassen darf ist: er hasst bestimmte Bevölkerungsgruppen und geht gegen diese mit einem riesen Messer vor! Wie bei den meisten in der AFD, is der schtitt von Grünzeug kleinhacken, zu auf Menschen loßgehen wirklich nicht groß. Der typ ist gefährlich und gehört in die geschlossene oder anderweitig weggesperrt
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#8 Alexander_FAnonym
  • 22.07.2020, 11:28h
  • Die Blauen empfangen also mit offenen armen die ausgestoßenen Sünder dieser Gesellschaft. Wie rührend!

    Mal im Ernst: sicher, ein Vorbestrafter kann natürlich auch kandidieren und besitzt nach wie vor das aktive und passive Wahlrecht.
    Wenn es sich aber um einen wegen eines Hassverbrechens Vorbestraften handelt, der sich an Obdachlosen und damit mit den Verwundbarsten der Gesellschaft vergreift, ohne im Nachhinein Reue für seine Tat zu äußern (wenn ich es recht verstehe; lasse mich gerne eines Besseren belehren) oder irgendwie verlautbart zu haben, er habe seine Meinung geändert, so spricht das über die Partei, für die er antritt, Bände. Das muss ich dem "zornigen Gast" Recht geben.
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#9 zundermxeAnonym
  • 22.07.2020, 11:39h
  • Antwort auf #3 von Gronkel
  • Bezogen auf diesen Fall natürlich gequirlter Sch... marren, was Du schreibst.
    Mehr will ich zu Deinem Erguss nicht schreiben. Die Suppe musste schon allein löffeln.

    Aber eigentlich doch auch gut zu sehen, dass selbst die afd soweit ist sich zu outen.
    Ein Kandidat gibt auch immer das Selbstverständnis der Partei wieder.
    Wie verzweifelt müssen die sein, dass sie einen Irren als Lichtgestalt zur Wahl aufstellen?!
    Aus deren Sicht mag es verständlich sein. Brauchen sie doch in ihrer Lage jede Art von Aufmerksamkeit, die davon abzulenken scheint, dass sie sich innerparteilich eher früher als später gegenseitig entsorgen, in Thüringen und durch Corona bewiesen haben, dass sie konstruktiv aber auch zu rein gar nichts im Stande sind (außer zu willkommenen Eigentoren und Selbstoffenbarungen) und verzweifelt versuchen müssen mit den Mitteln ihres Gönners und Idol Putin nicht vollends in den Umfragen abzusacken.

    Den afd-Köpfen ist für diesen Coup das goldene Gummi-Buschmesser am braunen Band erster Klasse zu verleihen.

    In Düsseldorf können die anderen Parteien ja schon mal Plakate drucken lassen mit einer Zähnefletschenden Karikatur und schwingendem Buschmesser sowie der Aufschrift: afd - wir sorgen für Sicherheit und Ordnung.
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#10 LilieAnonym
  • 22.07.2020, 12:39h
  • Ja, genau, der hat seine Lektion gelernt. *Kopf meets Tischplatte*
    Wer das glaubt kann nicht lesen, der ist doch wieder mit einer neuen Machete unterwegs und was er von sich gegeben hat und nun vorhat spricht doch auch Bände.
    Man muss nunmal einsehen, dass es Menschen gibt die sich nicht resozialisieren lassen.
    Das sich die AfD nach dem die Finger leckt wundert mich in keinster Weise und ihre billige Ausrede können sie sich da auch sparen.
    Man stelle sich vor es wäre einer von den Linksanhängern gewesen der Heteros und Reiche so attackiert hätte, da wäre aber der Teufel losgewesen.
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