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USA
Trump-Beraterin wirbt auf Twitter für "Homo-Heilung"
Die juristische Chefberaterin von Donald Trump wirbt normalerweise auf Twitter ohne Unterlass für ihren Chef – sie findet aber auch etwas Zeit, ihre homophobe Ader zu befriedigen.

US-Präsident Donald Trump hatte Ellis erst vor gut einem halben Jahr zu seiner Chefberaterin gemacht (Bild: Twitter / Jenna Ellis)
- 22. Juli 2020, 12:37h 2 Min.
Trump-Beraterin Jenna Ellis hat am Montag auf Twitter für die "Heilung" von Homosexualität geworben. Konkret teilte sie einen Artikel des kanadischen Pfarrers Paul Dirks, der sich gegen das von der Trudeau-Regierung geplante Verbot von "Konversionstherapien" wendet. "Nein, sexuelle Orientierung ist nicht unveränderbar", heißt es in dem Tweet.

Dirks zitiert in dem verlinkten Beitrag mehrere Studien, die angeblich beweisen, dass Homosexualität "geheilt" werden kann – allerdings werden diese bewusst falsch interpretiert. So behauptet er, dass junge Schwule in den USA nicht deswegen einen erhöhten Anteil unter Obdachlosen stellen, weil ihre homophoben Eltern sie aus dem Haus werfen – vielmehr mache der Konflikt mit den Eltern und die Obdachlosigkeit junge Männer homosexuell. Diese Theorie wird von seriösen Wissenschaftlern für Humbug gehalten.
Erst letzten Monat verurteilten die Vereinten Nationen in einem Bericht "Konversionstherapien" als "von Natur aus diskriminierend" (queer.de berichtete).
Ellis hält HIV für die Strafe eines homosexuellenfeindlichen Gottes
Ellis wurde erst im Januar von Trump zu seiner juristischen Chefberaterin ernannt (queer.de berichtete). Die ehemalige Kommentatorin des konservativen Meinungskanals "Fox News Channel" hatte bereits zuvor in Interviews für Homo-"Heilung" geworben, Homosexuelle als Sünder beschimpft und angedeutet, dass HIV eine Strafe Gottes für Schwule sei (queer.de berichtete).
Die Trump-Beraterin ist auf Twitter sehr aktiv – und macht mit teils apokalyptischen Einträgen insbesondere Stimmung gegen die Opposition: In vielen Beiträgen beschreibt sie die Demokraten als "unamerikanisch" und Gefahr für Amerika. Ferner behauptet sie, Joe Biden sei nicht gemäßigt, sondern ein heimlicher Marxist. Beispielsweise teilte sie ein Bild, das auf der einen Seite Krawall zeigt, sollten die Demokraten die Wahl gewinnen – auf der anderen Seite ist das Bild einer amerikanische Vorstadtidylle, was Trumps Amerika symbolisieren soll.

Ellis schrieb auch wiederholt über LGBTI-Rechte, beispielsweise zum höchstrichterlichen Urteil vom Juni, das einen Diskriminierungsschutz für Homo- und Transsexuelle im Arbeitsrecht verankerte (queer.de berichtete). Ellis' Antwort auf diese Entscheidung lautete: "Wir brauchen mehr konservative Richter."

Twitter hatte eigentlich neben Instagram kürzlich angekündigt, keine Werbung für "Homo-Heilung" mehr zuzulassen, weil diese sexuellen Minderheiten Schaden zufügt. Vergangene Woche kündigte der Dienst an, seine Mitarbeiter*innen für das Thema sensibilisieren zu wollen. (dk)














