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Kommentare zu:
Rugby-Weltverband will bei Frauen Trans-Verbot durchsetzen


#1 Uwe RAnonym
  • 22.07.2020, 21:53h
  • Und wie wurden die 20-30% ermittelt? Ist das eine plausibel ermittelte repräsentative Zahl oder nur ein Scheinargument?
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#2 JadugharProfil
  • 23.07.2020, 00:53hHamburg
  • Pauschal etwas zu verbieten, für Menschen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften, sollte man selbst strikt verbieten. Jeder kann für sich eine gewisse Verantwortung übernehmen und selbst entscheiden, was er tun möchte oder nicht! Wenn jemand für eine Sache nicht besonders passend ist, wodurch jene Person durch ihre persönlichen Eigenschaften sich oder andere gefährdet, kann nur im Einzelfall festgestellt werden, wo anstatt eines Verbots eher eine Empfehlung folgen müßte.
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#3 Anonyma
  • 23.07.2020, 01:45h
  • Antwort auf #1 von Uwe R
  • Wie genau diese 20 bis 30 Prozent zustande kommen, wird wohl bis zur Veröffentlichung des Papers das Geheimnis der Autor*Innen bleiben. Bislang sicher ist nur, dass das Paper im Kern auf einer Studie des Schweden Tommy Lundberg [*] basiert, der bei 11 trans Frauen und 12 trans Männern die Entwicklung der Muskulatur in den ersten 12 Monaten der Hormonbehandlung untersucht hat und zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die 11 trans Frauen in dieser Zeit durchschnittlich nur 5 Prozent Muskelmasse verloren haben. Und damit landen wir dann beim ersten großen Problem: Wenn es darum geht, trans Frauen irgendwo auszuschließen, dann reicht dafür eine einzige Studie mit gerade mal 11 Teilnehmerinnen offensichtlich aus. Ganz anders sieht es aber aus, wenn eine Studie mit nur 11 Proband*Innen z.B. die Effektivität und Sicherheit einer Behandlung mit pubertätshemmenden Medikamenten belegt. In so einem Fall lässt die Kritik, dass die Zahl der Proband*Innen ja viel zu klein ist, nicht lange auf sich warten.

    Womit wir durch das Stichwort Pubertätshemmer auch gleich zum zweiten Problem des Papers von "World of Rugby" kommen: Laut allen Medienberichten wurden in dem Paper ausschließlich trans Frauen berücksichtigt, die eine (Zitat) "männliche Pubertät" durchlaufen haben. Dass es auch trans Frauen gibt, die eine solche Pubertät nicht durchlaufen haben - z.B. durch eine Behandlung mit pubertätshemmenden Medikamenten - wurde offenbar komplett ignoriert. Vom Rugby ausgeschlossen werden die durch die neue Regelung aber natürlich auch.

    And last but not least: Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen scheinen manche Wissenschaftler*Innen und Funktionär*Innen einfach nicht begreifen zu wollen, dass wir trans Frauen (genau wie cis Frauen) keine homogene Gruppe mit leicht "vermessbaren" körperlichen Eigenschaften sind. Mich jedenfalls hätte garantiert jede Rugby-Spielerin aus der Amateurliga auch schon vor der Hormonbehandlung problemlos über den Haufen gerannt.

    Abschließend noch ein kleiner Hinweis auf die dieser Aktion innewohnende Perfidie: Die selben Akteur*Innen, die uns trans Frauen aus dem Sport mit der Begründung einer "männlichen Pubertät" herausdrängen wollen, arbeiten nicht weniger eifrig daran, auch die Behandlung mit Pubertätshemmern, die besagte "männliche Pubertät" verhindern würde, verbieten zu lassen. Man will uns also - selbstverständlich nur zu unserem Besten - dazu zwingen, die Pubertät zu durchlaufen, mit der man dann später unsere Diskriminierung rechtfertigt. Und wenn man diesen Faden einfach mal weiterspinnt, dann landet man schnell beim eigentlichen Ziel der ganzen Aktion: dem vollständigen Ausschluss von trans Frauen aus dem sozialen Leben. Und für dieses Ziel kommt das Paper von "World of Rugby" mit seiner unterschwelligen Botschaft "trans Frauen sind gefährlich" natürlich gerade recht.

    [*]
    academic.oup.com/jcem/article/105/3/e805/5651219#
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#4 DramaQueen24Profil
  • 23.07.2020, 02:22hBerlin
  • Was für ein Quatsch! Der Verband will nur ein "biologisch-reines cis-Frauenteam haben. Sie zählen Transfrauen nicht zu den Frauen!
    Abgesehen davon mag ich den Sport überhaupt nicht! Frauenfußball und Softball hingegen schon!
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#5 DramaQueen24Profil
#6 WahrheitIstRelativAnonym
  • 23.07.2020, 08:26h
  • Es bringt hier nichts, wenn die eine Seite nur A und die andere Seite nur B sagt, denn das macht beide Seiten unglaubwürdig!
    Mag sein, dass der Ausschluß hier reine Transphobie und ein abgekartertes Spiel in Verbindung mit der Abschaffung von Pubertätsblockern ist, um Transfrauen sozial zu isolieren... Ganz so schwarz-weiß ist die Welt aber auch wieder nicht!
    Es ist bei allen! Medikamenten so, dass sie immer wieder hinterfragt und überprüft werden. Vom Impfen über Blutverdünner usw, so auch bei Pubertätsblockern.
    Es ist auch richtig, dass es einen Unterschied macht, ob es ein zierlicherer Trans-oder Cismann sich antun wollen, in einer üblichen Rugbyliga von 1,90m großen "Schränken" zermatscht zu werden, oder ob von einer ganzen Liga verlangt wird, sich dies durch einzelne Mitspieler anzutun.
    Der transphobe Unterschied ist hier, dass ein 2,30m großer Cismann nicht ausgeschlossen würde, sondern als "Waffe" willkommen wäre. Bei einer 2,00m großen Cis Frau würde umgekehrt vielleicht noch anders reagiert. Für den zierlichereren Transmann macht es gegenüber dem zierlichereren Cismann aber keinen Unterschied. Beide würden wohl sagen :"Ich finde den Sport toll, kann da aber körperlich nicht mitmachen..."
    Die Lösung wäre simpel : Gewichtsklassen wie beim Boxen, dann wird niemand ausgeschlossen!
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#7 WahrheitIstRelativAnonym
  • 23.07.2020, 09:14h
  • Antwort auf #6 von WahrheitIstRelativ
  • Nachtrag!
    Bevor jetzt in der Richtung was kommt :
    Wenn Männer einen 2,30m-Mann als "Waffe" sehen, aber im Frauen-Rugby in solchen Fällen Bedenken hätten, hat das längst nicht nur! etwas mit Sexismus, internalisierter Heteronormativität oder im Falle des Falles etwas mit Transphobie zu tun!
    Menschen, die körperlich auf "Augenhöhe"sind, können wir besser einschätzen und sind deshalb mit ihnen weniger zimperlich. Menschen, die uns körperlich unterlegen sind, können wir nicht so gut einschätzen und sind dann instinktiv vorsichtiger mit dem, was denjenigen körperlich zuzumuten ist. Dies wird auch unter nicht gleich starken Kindern so verlangt und zeugt von einem guten Sozialverhalten! Bei einer Kinder Rugbyliga wäre diese körperliche Unterlegenheit auch gegenüber Frauen vorhanden und gegenüber Männern idR noch deutlicher. Deshalb würde es bei Kindern keinesfalls, egal ob trans, cis, Mädel, Junge, NB etc geduldet werden, dass man große, starke Kinder auf zierlichere Kinder "losläßt".
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#8 rugbyyeahAnonym
  • 23.07.2020, 12:05h
  • Antwort auf #6 von WahrheitIstRelativ
  • Deutliche Unterschiede in den Gewichtsklassen auf dem Feld sind im professionellen Maennerrugby die Regel, auch wenn der Trend durch die fortsetzende Professionalisierung des Sports in den letzten Jahrzenten weiter in Richtung groesser und schwerer geht.

    Der Rugbysport setzt auf die Durchsetzungsfaehigkeit sowohl von schweren als auch windigen konditionell laufstarken Spielern, die ihr Spiel jeweils mit einem unterschiedlichen Focus umsetzen.
    Spieler der Klasse um 80kg sehen sich haeufig Spielern der 110kg-120kg Klasse gegenueber. Das ist der Normalfall. Im Extremfall koennen es auch 72kg und 140 kg+ sein. Das Einfuehren von Gewichtsklassen wuerde das Spielgeschehen massiv veraendern.

    Ich habe leider keine gute Uebersicht der Koerpergewichte beim Frauen Rugbyunion gefunden. Beim Rugbyseven wiegen die meisten Frauen zwischen 60 und 80kg. Mit Ausreissern bis zu 90 und 58kg (
    pulse-static-files.s3.amazonaws.com/worldrugby/document/2018
    /07/20/acff6471-3aa5-42c0-b64c-2b984f13453b/RWC-Sevens-2018-
    Women-s-team-biographies-190718.pdf).



    Prozentual ist der Unterschied zu den Maennern nicht eklatant und ein Bann scheint mir nicht gerechtfertigt. Bei den Maennern fuehrte aber die stetige absolute Gewichts- und Kraftzunahme zu Verschaerfungen der Regeln um das Verleztungsrisiko zu senken.

    Mir sind nur 2 Interviews von Transfrauen im Frauenrugby untergekommen. Beide hatten in ihrer Kindheit und Jugend ein Volltraining im Maennerrugby mit Ambitionen auf eine Profikarriere. Ihc habe hierfuer keine Zahlen, kann mir aber vorstellen, dass hier duetlich rabiater in den Tackle gegangen wird. Auch hierdurch kann das Verletzungsrisiko steigen.

    Rugbyworld hat in den letzten zehn Jahren erfolgreich deutliche Regelaenderungen durchgesetzt, um das Verletzungsrisiko, insbesonders bei professionellen Spielern, zu senken. Insofern scheint es mir zumindest nicht abwegig, dass die Regelaenderung gut gemeint ist und ich hege zumindest die Hoffnung, dass dies nicht auf Transphobie beruht.

    Ein Bann ist aber ein schreckliches Signal und ich hoffe, dass es sich hier eine kreativere Loesung bis November findet.
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#9 Anonyma
#10 aberaberAnonym
  • 23.07.2020, 18:53h
  • Ich kenne eine Trans-Frau, gegen die ich (1,78 m) schon ein kleines Kerlchen war, als Sie noch ein Mann war. Bei einer Körpergröße von fast 1,90 m und einem Körpergewicht von deutlich mehr als 100 KG wird sie gar nicht als Frau wahrgenommen und arbeitet als "blauer Scheriff" bei einer Sicherheitsfirma.
    Bei der Frau braucht man erst gar nicht über hormone sprechen.

    Mal ehrlich - durch eine OP wird aus einem 1,90 -Meter-Mann nicht eine Frau mit 1,67 Körpergröße.
    Es gibt Sachen, die kann man einfach nicht unter den Tisch fallen lassen.
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#11 Anonyma
  • 23.07.2020, 19:55h
  • Antwort auf #10 von aberaber
  • Das ist ja drollig... Ich kannte mal eine cis Frau von ähnlichem Format. Die war sogar über 1,90m groß und ebenfalls sehr kräftig gebaut. Bei einem Sport wie Rugby hätte die vermutlich nicht mal gemerkt, wenn sie eine trans Frau wie mich (1,74m, schlank) umgerannt hätte - und ich hätte mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in irgendeiner Notaufnahme wiedergefunden. Aber es war immer witzig, wenn wir zusammen unterwegs waren und Fremde haben raten lassen, wer von uns beiden "cis" und wer "trans" ist. Richtig geraten hat nie jemand... Aber ja, Du hast völlig Recht: Es gibt Sachen, die kann man einfach nicht unter den Tisch fallen lassen. Eine dieser Sachen ist die Erkenntnis, dass Verallgemeinerungen in der Regel wenig hilfreich sind.
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#12 Kritiker_in
#13 CanadianSarahAnonym
  • 23.07.2020, 22:20h
  • Antwort auf #10 von aberaber
  • aberaberaber... Es gibt genug dickere Frauen, die auch schwer und gross sein koennen.

    Zur Erinnerung: Der Zugang zur HRT ist immernoch sehr erschwert in Deutschland, fuer viele reicht es nur aus, dass sie kleidung anziehen koennen, weil die Kriterien fuer HRT (mind. 1 Jahr therapeutische Begleitung und Alltagstest) sehr schwer zu erfuellen sind. So viele trans Menschen scheitern an mangelden Support, weil sie einfach Trans sind und einfach nicht in die bimmelden Metropolen fahren koennen, um die superduper Therapeuten / endokrinologen zu sehen zu koennen, so viele Transleute arbeiten nicht in den Jobs, wo sie ausgebildet worden sind, sie arbeiten irgendwo im Amazonlager, in der Zeitarbeit, oder sind zu depressiv und beziehen Hartz 4, auch juengere Trans. Frage mal deine Bekannte, worin sie ausgebildet worden ist.
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#14 aberaberAnonym
#15 aberaberAnonym
  • 23.07.2020, 22:49h
  • Antwort auf #13 von CanadianSarah
  • Wir kennen uns das halbe leben und ich bin fast 60 und sie genau 50. Da muss man nicht mehr fragen...

    Als Junge mit 16 Jahren ließ man sich von älteren Herren aushalten. Wir kennen ja wohl alle solche Fälle. Dann kamen irgendwann Hilfsjobs, wie beim Schrottsammler, weil man aus der Fleischtheke heraus fiel. Später dann die OP. Nach der OP der Job beim Sicherheitsdienst.
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#16 Anonyma
  • 24.07.2020, 00:35h
  • Antwort auf #14 von aberaber
  • Gern geschehen! :-) Ich kannte die cis Frau, von der ich geschrieben habe, übrigens auch mein halbes Leben lang. Wir sind zusammen aufgewachsen und waren schon als Kinder aus irgendwelchen völlig unerfindlichen Gründen (*kopfkratz*) 'ne echte Herausforderung für genderkitschig konditionierte Erwachsene...
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#17 Alexander_FAnonym
  • 24.07.2020, 17:19h
  • Eine der verletzungsriskantesten Sportarten, bei der gerauft, geprügelt und getackelt wird, bei dem auch im Gegensatz zu American Football keine Schutzausrüstung getragen wird...aber die Transfrauen sind an den vielen Unfällen schuld. Kommt es nur mir so vor, als übersehe diese Argumentation da einige gewichtige andere Faktoren?
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