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Studie

Rechte LGBTI-Feinde dominieren Online-Debatte über Trans-Themen

Zwei Drittel der englischsprachigen Facebook-Interaktionen über trans Menschen werden von der politischen Rechten generiert, die oft Hass auf geschlechtliche Minderheiten verbreitet.


Facebook ist keine gute Informationsquelle für trans Themen (Bild: Book Catalog / flickr)

Stark rechtsgerichtete Medien dominieren auf Facebook die Konversation über aktuelle Themen rund um trans Personen. Sie sind für rund 66 Prozent der englischsprachigen User-Interaktionen mit entsprechenden Inhalten verantwortlich. Linksliberale Quellen machen dagegen nur vier Prozent der Interaktionen aus, queere Quellen 15 Prozent. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des linksliberalen US-Medienportals Media Matters for America.

Media Matters for America hat für die Studie 225 Facebook-Inhalte zu Begriffen wie "Transgender", "Transphobie" oder "Geschlechtsidentität" analysiert, die zwischen Februar 2019 und Februar 2020 mindestens 100.000 Interaktionen erzielten und gemeinsam etwa 66 Mio. User-Interaktionen auf der Plattform erreicht hatten. Dazu gehören Artikel, Videos und Blog-Postings. Ein großer Teil der viel beachteten Inhalte stammte von rechtsgerichteten Quellen, darunter die Plattform The Daily Wire oder die Organisation Alliance Defending Freedom, die von der Non-Profit-Organisation Southern Poverty Law Center wegen ihrer homo- und transphoben Propaganda als extremistische Hass-Gruppe eingeschätzt wird. Am dominantesten ist die kanadische Seite LifeSiteNews, die insbesondere gegen das Recht auf Abtreibung und LGBTI-Rechte Stimmung macht.


Hass nur ein Klick entfernt: LifeSiteNews spricht auf Facebook und in anderen sozialen Medien gerne von "Transgender-Wahnsinn", der Kinder bedrohe

Vorurteile und Fehlinformationen im Zentrum

Vor allem die Diskussion über trans Sportler*innen und über die medizinische Versorgung von trans Personen wird auf Facebook von rechten Outlets dominiert. Media Matters for America zufolge verbreiten diese Quellen häufig Vorurteile und Fehlinformationen über Trans-Themen, was dem Diskurs aktiv schade. Vor allem würden trans Personen dadurch häufiger Opfer von Cybermobbing auf Facebook. Ein Beispiel ist die kanadische trans Bahnrad-Weltmeisterin Rachel McKinnon, die nach einem Hass-Kommentar von Donald Trump Jr., dem Sohn des US-Präsidenten, eine Welle von Cybermobbing ertragen musste (queer.de berichtete).

"Wenn User im Internet nach Transgender-Themen suchen, sollten sie seriöse Informationen und vor allem Selbsthilfegruppen finden. Auf Google ist das meistens bereits der Fall", kommentierte Andrea Ottmer, zweite Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität, gegenüber der Pressetext-Nachrichtenagentur. "Aber in sozialen Medien ist das schwer auf Einzelpersonen anzuwenden, weil sie alle in ihrer eigenen Blase leben. Menschen, die hier nicht aktiv nach den richtigen Inhalten suchen, werden sie auch nicht finden." (pte/dk)



#1 PetterAnonym
  • 23.07.2020, 11:38h
  • Die Rechten versuchen immer mehr, das Internet zu dominieren und damit die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

    Und Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, Google & Co unternehmen viel zu wenig dagegen und lassen sie mit Verweis auf "freie Rede" (das wahre Interesse sind die Profite) gewähren.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 23.07.2020, 18:31h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Das versuchen sie seit jeher. Gut ist am Medium Internet aber auch, dass sie schneller und besser denn je zuvor widerlegt werden und auf Widerstand stoßen.

    Dass sie außerdem vor allem Online-Debatten dominieren, liegt hauptsächlich daran, dass sie zu feige sind, diese Meinungen öffentlich kundzutun.

    Außerdem gibt es auch genug Beispiele dafür, wie Hetzer von diesen Plattformen zunehmend verbannt werden, einfach weil sie gegen deren Hausordnung verstoßen. Der Youtbe-Kanal des amerikanischen Hasspredigers Steven Anderson und das Facebook-Konto des Alt-Right-Aktivisten Milo Yiannopoulos sind nur zwei Beispiele.
    Es stimmt zwar, dass diese Plattformen oft nicht jedem einzelnen Troll hinterherkommen, das heißt aber nicht, dass nichts gegen sie unternommen würde.
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#3 CanadianSarahAnonym
  • 23.07.2020, 21:58h
  • Man kann das Internet ohne Filteraddons nicht mehr besuchen. So transphob sind die Leute schon...
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#4 DramaQueen24Profil
  • 24.07.2020, 00:40hBerlin
  • Einer der Gründe, warum ich mein Facebook Konto gelöscht habe. Rechte Idioten und Religioten (manchmal dasselbe) tummeln sich dort wie Sandflöhe, verbreiten ihren Hass, und sperren Deinen Zugang, wenn Du ihnen Paroli bietest.
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#5 MM2020Anonym
  • 10.08.2020, 19:09h
  • Am schlimmsten ist die Gruppe "Stoppt den Gender-Wahnsinn!" da melde ich fast täglich. da wird gefeiert, das LGBTIs in Polen verhafete werden oder sich geekelt, wenn Netflix küssende Männer zeigt.
    Nach aussen wird getan, als ginge es um die geschlechterneutrale Sprache, aber es ist Werbung für die Neonazis der AfD und Hetze gegen LGBTIs.
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