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Düsseldorf

AfD will "Macheten-Mann" als Kandidat zurückziehen

Der homophobe Düsseldorfer Rentner, der im vergangenen Jahr mit einer Machete in einem Cruisingpark wütete und deshalb verurteilt wurde, soll nun doch nicht für den Stadtrat kandidieren.


Karnevalswagen von Jacques Tilly in diesem Jahr in Düsseldorf (Bild: Jacques Tilly)

Kehrtwende in Düsseldorf: Der sogenannte Macheten-Mann Axel S. soll nun doch nicht für die AfD als Wahlkreis-Kandidat bei den Wahlen zum Stadtrat am 13. September antreten. Dies teilte die Rechtsaußenpartei am Donnerstag mit.

Seine Aufstellung beschädige "die gute Reputation der AfD als Rechtsstaatspartei", heißt es vom Landesverband. Der Umfang der Taten des Mannes sei nicht bekannt gewesen. Der Düsseldorfer Kreisverband will den Kandidaten nun noch bis zum Ende der Einrichtungsfrist am Montag, den 27. Juli austauschen. Die Aufstellung des 76-Jährigen war erst am Mittwoch bekanntgeworden und hatte ein breites Medienecho ausgelöst (queer.de berichtete).

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Mit Machete gegen Schwule und Obdachlose

Im vergangenen Jahr hatte der Rentner monatelang für Aufregung gesorgt, weil er offenbar aus Abneigung gegenüber cruisenden Schwulen und Obdachlosen im Düsseldorfer Hofgarten Buschwerk entfernt hatte. Er benutzte dazu eine Machete mit einer 23 Zentimeter langen Klinge.

Im Juni 2019 erwischten Mitarbeitende des Düsseldorfer Ordnungs- und Servicedienstes den Senior bei einer Routinekontrolle, als er gerade das Zelt eines Obdachlosen zerschnitt (queer.de berichtete).


Im Juni 2019 veröffentlichte die Stadt das Bild der sichergestellten Machete (Bild: Landeshauptstadt Düsseldorf, Ordnungsamt)

Im Dezember 2019 zu Geldstrafe verurteilt

Ursprünglich hätte der Rentner wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung per Strafbefehl 1.050 Euro zahlen sollen. Da er nur über eine geringe Rente verfüge, senkte das Amtsgericht Düsseldorf die Strafe am 10. Dezember auf 800 Euro (queer.de berichtete). Es gebe kein Recht auf Selbstjustiz, erklärte ihm damals die Richterin.

Der Rentner scheint das jedoch anders zu sehen: Nur kurz nach seiner Verurteilung war er nach Angaben eines Zeugen mit einer neuen Machete wieder im Hofgarten unterwegs und rief dabei: "Ich kriege die ganzen Schwulen hier alle raus!" (queer.de berichtete).

Die AfD Düsseldorf hatte die Kandidatur des "Macheten-Mannes" noch am Mittwoch verteidigt. "Ich will sein seltsames Verhalten von damals in keinster Weise gutheißen, aber er bekam seine Strafe und ist jetzt kein Ausgeschlossener der Gesellschaft", erklärte AfD-Vorstandsmitglied Elmar Salinger gegenüber der "Rheinischen Post". Laut "NRZ" hatte der Rentner schon bei der Kommunalwahl 2014 für die AfD kandidiert. Der Wahlkampf der Rechtsaußenpartei steht in diesem Jahr unter dem Motto "Aus Liebe zu Düsseldorf". (cw)