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Polizeibericht

Nach falscher Verdächtigung homophob beleidigt

Ein angeblicher Handydiebstahl mündete in der Nacht zu Samstag in Berlin-Mitte in mehrfachen schwulenfeindlichen Beschimpfungen – der Staatsschutz ermittelt.


Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt publik (Bild: markusspiske / unsplash)

In der Nacht zu Samstag sollen zwei Männer in Berlin-Mitte homophob beleidigt worden sein. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Samstagvormittag.

Eigenen Angaben zufolge befanden sich die beiden 22 und 26 Jahren alten Männer gemeinsam mit einem 24-jährigen Bekannten gegen 2.30 Uhr auf dem Gehweg in der Brunnenstraße und sollen von zwei Männern mehrfach schwulenfeindlich beschimpft worden sein. Alarmierte Einsatzkräfte überprüften die Männer im Alter von 24 und 28 Jahren, die nach Personalienfeststellungen ihren Weg fortsetzen konnten.

Die Tatverdächtigen waren zuvor von den beschimpften Männern und ihrem Begleiter eines Handydiebstahls verdächtigt worden. Der Verdacht bestätigte sich nicht. Nähere Angaben zu den beteiligten Personen wurden im Polizeibericht nicht gemacht. Die weiteren Ermittlungen übernahm der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin.

Mehr Straftaten gegen LGBTI in Berlin erfasst

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Wie das Antigewaltprojekt Maneo im Mai mitteilte, wurden ihm allein im vergangenen Jahr 559 Fälle gemeldet (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Schwulen, Lesben, Bisexuellen und trans Menschen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert erden. (cw/pm)