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Inszenierung als Opfer

Katholiken-Führer vermisst einen Preis für den "Homomanen des Jahres"

Der Chef der katholischen Kirche in der Slowakei fühlt sich diskriminiert: Nur weil manche Leute heiratende Homosexuelle nicht dulden wollten, würden sie an den Pranger gestellt.


Erzbischof Stanislav Zvolensky lässt keine Möglichkeit aus, die Minderwertigkeit von homosexueller Liebe zu betonen. Jetzt fühlt er sich aber diskriminiert (Bild: LacoR / wikipedia)

Stanislav Zvolensky, der langjährige Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der Slowakei, hat in einer Erklärung beklagt, dass Gegner der politischen Gleichbehandlung von Homosexuellen heutzutage unfairerweise als homophob gebrandmarkt werden würden. Der Erzbischof der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg) rief zu mehr "Fairness gegenüber den Kirchen" auf, da Gläubige heute "wegen religiös fundierter Standpunkte dem Gelächter, ja der offenen Schmähung preisgegeben werden" würden, so der 61-Jährige. Es gelte zunehmend als legitim, religiöse Überzeugungen "in aggressiver Weise geringzuschätzen".

Konkret kritisierte der Kirchenmann "Antipreise" wie den für den "Homophoben des Jahres". "Einen Preis für den 'Homomanen des Jahres' (auf Slowakisch: "homomaniak roka") zu verleihen, wäre in der Slowakei undenkbar, der Preis für den 'Homophoben des Jahres' hingegen erfreut sich der Gunst der Medien", so seine Klage. Er behauptete, dass sich die Kirchen "entschieden zur Pflicht bekennen, den Nächsten zu lieben und ihn vor Diskriminierung zu schützen: den Gläubigen wie den Ungläubigen, Mann wie Frau, den Homosexuellen wie den Heterosexuellen". Man werde aber für Schwule und Lesben nicht "uralte Überzeugungen über die Ehe" aufgeben.

Zvolensky: Homosexuelle tragen zu "gesellschaftlicher Verwirrung" bei

"Menschen als homophob zu bezeichnen, nur weil sie mit einem umdefinierten Ehebegriff nicht einverstanden sind, und sie deswegen an den Pranger zu stellen, ist ebenso intolerant wie jemanden wegen seiner sexuellen Orientierung zu entehren", behauptete Zvolensky weiter. Dabei gilt er selbst als ausgesprochener Gegner von LGBTI-Gleichbehandlung, der sich seit seinem Amtsantritt als Chef der Bischofskonferenz im Jahr 2009 politisch insbesondere dafür engagierte, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht anerkannt werden. In seiner Wortwahl war er trotz seines heutigen Klageliedes nie besonders zimperlich: Die Anerkennung von Homo-Paaren, die im selben Haushalt leben, würde zu "gesellschaftlicher Verwirrung" führen, hatte er etwa behauptet (queer.de berichtete). Er galt zudem als einer der Architekten eines Referendums, mit dem das Verbot der Anerkennung von Homo-Paaren in der slowakischen Verfassung festgeschrieben werden sollte. Der Volksentscheid scheiterte deutlich (queer.de berichtete).

Die katholische Kirche gilt weltweit als Bremser bei LGBTI-Rechten – in manchen Ländern ruft sie sogar offen dazu auf, Homosexuelle einzusperren. In Gabun kämpfte die nationale Bischofskonferenz etwa in den vergangenen Monaten erfolglos dafür, dass Homosexualität weiter zu Gefängnisstrafen führt. Eine Aufhebung des Homo-Verbots sei "eine Gefahr für Kinder und auch für Homosexuelle", argumentierten die Kirchenführer (queer.de berichtete). (dk)



#1 PetterAnonym
  • 29.07.2020, 13:46h
  • Diese Leute machen immer denselben Fehler:
    Sie nehmen für sich selbst in Anspruch, ungehindert jede Kritik (wie scharf sie auch sein mag) äußern zu dürfen. Da erwarten sie, dass die Adressaten das hinnehmen und sich weder diskriminiert noch verfolgt fühlen.

    Aber sobald andere dann dasselbe Recht beanspruchen und ihre Meinung zu deren Positionen äußern, fühlen sie sich verfolgt und diskriminiert.

    Es ist also ganz einfach:
    wenn die das Recht haben, etwas zu sagen, dürfen andere auch darauf reagieren.

    Aber naja, mit Logik darf man solchen Leuten ja nicht kommen. Das können oder wollen sie nicht verstehen.
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#2 primus39Anonym
#3 Religioten-WatchAnonym
  • 29.07.2020, 18:18h
  • >>Man werde aber für Schwule und Lesben nicht "uralte Überzeugungen über die Ehe" aufgeben.

    Das müssen er und die hassenden Seinen auch gar nicht. Sie müssen nur aufhören, ihren Hass zum Maßstab für alle Menschen machen zu wollen. Aber so ist das mit den Religiösen: Bevor nicht alle ihrem Unfug ergeben sind, gerieren sie sich als Opfer.
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#4 TimonAnonym
  • 29.07.2020, 19:36h
  • Antwort auf #3 von Religioten-Watch
  • Richtig.

    Wenn es deren "jahrhundertealte Überzeugung" ist, dass gleichgeschlechtliche Ehen nicht gut sind, brauchen sie keine gleichgeschlechtlichen Ehen einzugehen.

    Aber sie sollen aufhören, anderen Menschen, die andere Überzeugungen haben, auch ihren Willen aufzwingen zu wollen. Diese totalitäre Gesinnung, anderen den eigenen Willen aufzwingen zu wollen, ist das, was kritisiert wird.
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#5 TobizAnonym
#6 DramaQueen24Profil
  • 30.07.2020, 01:21hBerlin
  • Das "Opferspiel" beherrschen klerikale Täter meisterhaft. Nur, wer will ihnen das nach all den Missbrauchsfällen und kirchlichen Skandalen noch glauben? Doch nur die hartgesottenen Religioten?
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#7 KaiJAnonym
#8 Religioten-WatchAnonym
#9 FinnAnonym
  • 30.07.2020, 11:35h
  • >>>>> Die katholische Kirche gilt weltweit als Bremser bei LGBTI-Rechten in manchen Ländern ruft sie sogar offen dazu auf, Homosexuelle einzusperren. <<<<<

    Die hetzen laufend gegen Leute, die sich nicht ihrer menschenverachtenden Gesinnung unterwerfen. Und wenn die Opfer sich dann auch zu Wort melden und ihre Meinung dazu sagen, dann fühlen die Kirchenleute sich plötzlich diskriminiert und in ihren Rechten eingeschränkt.

    Nur ein weiterer Beleg, wie sehr Religion die Sinne vernebelt.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 30.07.2020, 16:02h
  • Antwort auf #1 von Petter
  • Diese Erscheinung entspringt einem generellen Missverständnis von Freiheit, das für viele Rechte, Rechtsextremisten und auch Religiöse (wenn auch nicht ausschließlich für diese) kennzeichnend ist.

    Es handelt sich um eine Freiheit, die auf Privilegien gründet, um Willfährigkeit, die man sich erlauben kann, ohne sich jemals um die Konsequenzen des eigenen Handels kümmern zu müssen. Es handelt sich um eine Freiheit, die man für sich allein verlangt, anderen aber nicht zugesteht. Sie zeugt von einer gewissen innerlichen Unreife, weil man selbst quasi ein Kind bleiben will, das weder Rücksicht noch Verantwortung üben muss, während alle anderen aber erwachsen sein und genau dies tun sollen. Das erklärt auch, weshalb diese Menschen sich bedroht fühlen, wenn anderen Rechte und Freiheiten zugestanden werden. Ihrem Verständnis nach muss man ihnen nämlich die Freiheit wegnehmen, um sie anderen zu geben. Das Konzept der Freiheit als allen Menschen gleichermaßen zustehendes Recht ist ihnen wiederum fremd.
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