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Kommentare zu:
Deutsche Aidshilfe fordert sofortige Zulassung der Sexarbeit


#1 AnnoXAnonym
  • 29.07.2020, 16:19h
  • Die sogenannte Liberalisierung des Sex-Marktes in Deutschland sieht auf den ersten Blick wie große Freiheit aus.

    Auf dem zweiten Blick ist es die Basis für unglaublich grausamen Menschenhandel und Ausbeutung.

    Da braucht es definitiv eine grundlegende Reform der Branche und der Kontrollsysteme. Oder es muss ein absolutes Verbot her und harte Strafen für Freier. Wer weder das eine noch das andere bieten kann, macht sich praktisch zur Beihilfe schuldig. Und das ist keine schöne Vorstellung.

    Und bevor hier irgendwer drauf antwortet, bitte bei Youtube diese ZDF-Doku anschauen. Und zwar komplett, danke.
    www.youtube.com/watch?v=Bw1i4UnpWNU
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#2 queergayProfil
  • 29.07.2020, 17:31hNürnberg
  • Das älteste Gewerbe der Welt gesetzlich verbieten zu wollen oder per se zu kriminalisieren ist derart weltfremd, unrealistisch und selbstgerecht, daß man nie und nimmer von einer optimalen "Lösung" sprechen könnte.
    Auch die entsprechende Situation in Schweden zeigt, daß es so einfach definitiv nicht geht und oftmals mehr Schaden anrichtet.
    Prostitution ist sicherlich niemals ein glücklich machender oder paradiesischer Vorgang, aber Sexarbeit sollte - sozial abgesichtert & geschützt - möglich sein und jederzeit Alternativen zulassen können, ohne Abdrängung in einen problematischen Untergrund. Kriminelle Zuhälter-Milieus & Ausbeuter-Bordell-Betriebe gehören natürlich besonders kontrolliert und möglichst beseitigt oder verboten.
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#3 Jonas CorvinAnonym
  • 29.07.2020, 17:44h
  • Antwort auf #1 von AnnoX
  • Die ZDF Dokumentation war nicht gerade differenziert, da weder amnesty international, noch die Deutsche Aidshilfe oder andere Organisationen, die zu einem differenzierten Bild beitragen, der Verhältnismäßigkeit angemessen erwähnt wurden.
    Bspw.:
    "Sichere Arbeitsbedingungen erhalten

    Das Sexkaufverbot hingegen würde außerdem auch Verbote des Betriebs von Bordellen und Zimmervermietungen nach sich ziehen und damit den Aufbau sicherer Arbeitsbedingungen illegalisieren.

    Dazu sagt Johanna Thie, Fachreferentin Hilfen für Frauen der Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.: Die aufflammende Diskussion erfüllt uns mit tiefer Sorge. Sie geht in die völlig falsche Richtung und verkennt die Realität in Prävention und Sozialarbeit. Gerade bereits marginalisierte Gruppen wie Migrantinnen, Trans* oder Drogen konsumierende Menschen würden geschädigt. Was die Menschen in der Prostitution schützen soll, könnte ihnen am Ende zum Verhängnis werden.

    Claudia Zimmermann-Schwartz, Vizepräsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V., erläutert: Ein Sexkaufverbot würde auch die Rechte derjenigen berühren, die diese Tätigkeit ausüben. Laut Bundesverfassungsgericht fällt Prostitution unter die verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit. Der Anspruch, Menschen schützen zu wollen, rechtfertig nicht die Verletzung von Grundrechten. Dies gilt umso mehr, als ein Sexkaufverbot nicht geeignet ist, Menschenhandel zu verhindern.

    Susanne Kahl-Passoth, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, erklärt: Prostitution und Menschenhandel oder Zwangsprostitution müssen getrennt betrachtet werden. Es gibt Frauen, die selbstbestimmt mit Prostitution ihr Einkommen verdienen. Menschenhandel hingegen ist eine Verletzung der Menschenrechte. Heute können Polizei und Sozialarbeit in gewerblichen Räume zeigen, dass sie ansprechbar sind. Mit einem Sexkaufverbot würde Prostitution in nicht kontrollierbare Räume verlagert, wo die betroffenen Frauen noch weniger als heute erreicht werden könnten.

    Sven Warminsky, Vorstand der Deutschen Aidshilfe, berichtet: Alle Erfahrungen in der HIV-Prävention ..."

    www.aidshilfe.de/meldung/fachwelt-warnt-sexkaufverbot
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#4 MedmanAnonym
  • 29.07.2020, 20:28h
  • Ich glaub es nicht. Es geht nicht um das generelle verbieten, aber falls es der ein oder andere Sprecher / Vorstand der Aidshilfe vergessen haben sollte: wir sind mitten in einer Pandemie, aktuell mit steigenden Infektionszahlen. Sexarbeit mit Friseurbesuch (inkl. Mundschutz) zu vergleichen ist ja wohl realitätsfern was das Ansteckungsrisiko angeht. Auf der einen Seite schließen wir Bars und Clubs aus gutem Grund aber Prostitution soll wieder erlaubt werden... dann ab zum Arbeitsamt und sich Hilfe holen.
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#5 VadderAnonym
  • 29.07.2020, 21:40h
  • Ich halte die Freigabe von Sexarbeit zumindest in Zeiten von Corona für einen schweren Fehler.
    Grundsätzlich war und bin ich immer ein Befürworter von legaler Prostitution und habe selber früher angeschafft. Momentan halte ich es aber schlicht und einfach für zu gefährlich. Da scheiden sich wohl die Meinungen
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#6 PaddyAnonym
  • 29.07.2020, 22:56h
  • Irgendwie habe ich schon früher damit gerechnet das es so eine Forderung gibt. Mit dem Argument Corona kommt ja jetzt scheinbar die Zeit, alles was gewissen Kreisen ein Dorn im Auge ist, zu verbieten.

    Gerade sieht man das ja welche Steine beispielsweise Saunen in den Weg gelegt werden.

    Gerade wir aber brauchen solche diskriminierungsfreien Rückzugsorte.

    Und was das Thema Gesundheit angeht sollte jeder doch selbst entscheiden was er macht.
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#7 ZDFGuckerAnonym
#8 dellbronx51069Anonym
  • 30.07.2020, 07:56h
  • Antwort auf #6 von Paddy
  • Da kann ich mich nur voll anschliessen. Es werden da auch noch ganz andere Sachen kommen.
    Denn Dating Plattformen liessen sich mit dem gleichen Argument auch schliessen. Nach Meinung von Otto hetero Normalbürger verbreiten Schwule doch sowieso überall Krankheiten. Wer weiss was da so alles in den Köpfen rumschwirrt.
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#9 RealistenmannAnonym
  • 30.07.2020, 13:31h
  • Antwort auf #6 von Paddy
  • Gerade wir aber brauchen solche diskriminierungsfreien Rückzugsorte.

    Unabhängig davon, dass im Rahmen einer Pandemie alle Opfer bringen müssen, egal welche sexuelle Orientierung sie haben, ist eine Sauna bestimmt kein diskriminierungsfreier Rückzugsort: der wird genauso diskriminiert wie anderswo auch, wenn man zu dick ist, wenn man die falsche Hautfarbe hat, wenn der Schwanz zu klein ist, wenn man zu alt ist...
    Darüber hinaus kann ich nicht erkennen, warum ältere Damen wochenlang auf Frisörtermine warten müssen, weil nicht so viele Leute gleichzeitig in den Salon dürfen, während andere Leute für sich reklamieren wollen, ein diskriminierungsfreien Rückzugsort für sexuelle Abenteuer in Anspruch nehmen zu dürfen.
    Zumal die älteren Damen in ihrem Salon einen Mundschutz tragen, ich kann mir nicht vorstellen dass in der Sauna irgend jemand einen Mundschutz tragen würde und dann auch noch 2 m Abstand hält, wie soll das auch gehen wenn man gerade dort hingeht, um sich nahe zu kommen...

    Ich würde gern auch viele Sachen machen, die momentan aber nicht möglich sind, Aber niemand kann sich nur aufgrund seiner Sexualität ständig darauf berufen, dass man ihm Extrawürste brät..
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#10 Homonklin_NZAnonym
  • 30.07.2020, 23:17h
  • ""Als Folge geschehe Sexarbeit im Verborgenen, "wo professionelle Sicherheitsmaßnahmen wegfallen und Prävention und Hilfsangebote die Betroffenen kaum erreichen können""

    Genau das wird passieren, und durch die für viele Kund*innen so eingeschränkte Erreichbarkeit von Sexualität mithin zu einem Erstarken der wirklich kriminellen, mafiös betriebenen, teils illegalen Prostitution ( mit teils Underage oder dazu gezwungenen, ausgebeuteten Personen ) führen.
    Dass die Parteiler mit dem jetzt Pandemie glasierten Moralzeigefinger über solche Folgen nicht gründlich nachdenken wollen, wirft die Idee mit den Superspreader-Nutten über den Haufen.

    Außerdem müsste man dann bald jeden Beruf verbieten, bei dem Menschen einander nahe kommen oder etwa im selben Raum ausatmen, etwa beim Sport, Boxen, Ringen ect.
    Auch wenn Kontaktsport zur Zeit eingeschränkt sein mag, ganz verbieten wird ihn keiner können.
    Krankengymnastik ... Maskenbildner ... Schminkboutiquen ... Chorsingen ...

    Die ohnehin in vielen Fällen prekären Lebensverhältnisse von Sexarbeiter*innen würden sich enorm verschärfen, wenn dieses Verbot gemacht wird.

    Back to the drawing board, Teile von SPD und Union!
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#11 Jonas CorvinAnonym
#12 KaiJAnonym
#13 QuarkAnonym
#14 WhyNotAnonym
  • 27.08.2020, 11:01h
  • Ich war in den 90ern in den Niederlanden für etwas länger als ein Jahr als Sexarbeiter tätig, freiwillig, aus eigenem Antrieb.
    Ich habe diesen Job geliebt!
    Ich stand unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle und hatte in der gesamten Zeit kein einziges Mal eine süK.
    Soviel zum Stichwort "Superspreader".
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#15 BlablarellaAnonym
  • 20.09.2020, 02:30h
  • Antwort auf #6 von Paddy
  • Das ist wirklich ebenso ignorant wie borniert und verantwortungslos:
    Queersein entbindet doch nicht von der mitmenschlichen Verantwortung für Leib und Leben ANDERER.
    Auch nicht mit dem Verweis auf eigene spezifische Diskriminierungserfahrungen.
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