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Ungewisse Zukunft

Saudi-Arabien: Gefängnisstrafe für homofreundlichen Blogger

Ein jemenitischer Blogger sitzt hinter Gittern, weil er zu schreiben gewagt hatte, dass auch Homosexuelle Rechte haben.


Mohamed al-Bokari könnte in sein kriegsgeplagtes Herkunftsland abgeschoben werden

Der Blogger Mohamed al-Bokari ist laut einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" am 20. Juli in Saudi-Arabien wegen homofreundlicher Äußerungen zu einer Haftstrafe von zehn Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Riyal (2.300 Euro) verurteilt worden.

Grund für Strafe soll laut Reuters eine Antwort auf eine Twitter-Anfrage gewesen sein, in der der 29-jährige in Riad lebende Jemenit nach seiner Meinung zum Umgang mit sexuellen Minderheiten gefragt wurde. Daraufhin habe er geantwortet: "Jeder Mensch hat Rechte und sollte sie frei ausüben können, inklusive homosexueller Menschen". Al-Bokari habe 30 Tage Zeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen.


Die saudische Hauptstadt Riad sieht wie eine moderne Stadt aus, allerdings sind viele Gesetze archaisch (Bild: B.alotaby / wikipedia)

Al-Bokari war im Juni 2019 nach Saudi-Arabien gekommen, nachdem er aus seinem bürgerkriegsgeplagten Heimatland Jemen geflohen war. Ihm droht nun nach Absitzen seiner Strafe die Abschiebung – und eine ungewisse Zukunft. Laut "Human Rights Watch" leide der Blogger zusätzlich an einer Herzkrankheit und sei "am Rande des Zusammenbruchs".

Der Beschuldigte war bereits im April verhaftet worden und saß laut einer HRW-Quelle seither in der Wüstenstadt Riad in Einzelhaft – in einer Zelle ohne Fenster, ohne Klimaanlage und ohne ausreichende Lüftung. Ihm soll neben "Werbung" für Homosexualität auch das "Imitieren von Frauen" vorgeworfen worden sein.

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In Saudi-Arabien überwacht die gefürchtete islamische Religionspolizei der "Behörde für die Verbreitung von Tugendhaftigkeit und Verhinderung von Lastern" mit Tausenden Beamten die Einhaltung der Moral-Regeln – etwa, ob sich eine Frau in der Öffentlichkeit genug verschleiert oder sonstige Verhaltens- oder Sprachregelungen bricht. Das Land gilt als einer der wenigen Staaten der Erde, der Homosexualität nicht nur im (Scharia-)Gesetz mit der Todesstrafe bedroht, sondern diese auch zumindest in einigen Fällen tatsächlich durchführt. Das Regime behauptet, dass dies nur in Kombination mit schweren Straftaten wie Mord oder Kindesmissbrauch geschehe. In anderen Fällen kam es zu Auspeitschungen oder Gefängnisstrafen für Personen, die der Homosexualität beschuldigt wurden. Mehrfach war es in den letzten Jahren zu anti-homosexuellen Razzien gekommen. (cw)



#1 queergayProfil
  • 29.07.2020, 17:44hNürnberg
  • Auch in der Türkei müssen sich homofreundliche Blogger - dank Herrscher Erdogan & Konsorten - immer mehr auf deren antiqueeren Kurs einstellen und vorsichtig sein.
    Hoffentlich schwappen Homophobie und Queerophobie von dort nicht auch noch auf türkische Communities & Verbände in Deutschland über, die dann allen ihre Moral vorgeben.
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#2 TomDarkProfil
  • 29.07.2020, 19:36hHamburg
  • Wegen Werbung für Menschenrechte zehn Monate Haft und danach auch noch die Abschiebung.

    Das Leben dieses jungen Mannes wäre damit zerstört.

    Mit Sanktionen hat dieser "Staat" ohnehin nicht zu rechnen, denn Waffen, Öl und Einfluss sind wichtiger.

    Sehe schon das Grinsen von Trump und Putin.

    Könnt kotzen.
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#3 AbcdAnonym