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#MeToo

Riccardo Simonetti von Berliner Taxifahrer sexuell belästigt

Der Entertainer erzählt erstmals davon, dass er sexuell belästigt wurde. Seinen Fans rät der 27-Jährige, anders als er in solchen Fällen die Polizei einzuschalten.


Riccardo Simonetti moderierte 2019 an der Seite von Andrea Kiewel den "ZDF-Fernsehgarten" (Bild: Facebook / Riccardo Simonetti)

Der offen schwule Moderator, Entertainer, Influencer und Blogger Riccardo Simonetti hat am Donnerstagabend zu einem ernsten Thema gesprochen: Auf Instagram veröffentlichte der 27-Jährige ein achtminütiges Video, in dem er von einer Grabsch-Attacke eines Taxifahrers "vor ein paar Jahren in Berlin" gegen ihn berichtete. Nicht nur Frauen seien Opfer von derartigen ungewollten Übergriffen: "Ich möchte zeigen, dass das jedem passieren kann, so auch mir", so Simonetti.

Demnach habe er in Mitte ein Taxi gerufen und sich zunächst auf der Rückbank mit dem Fahrer intensiv unterhalten. "Der Fahrer war wirklich sehr, sehr nett", erinnerte er sich. Später habe er sich nach vorne gesetzt, nachdem der Fahrer sein Fahrrad aufgeladen hatte. "Sobald ich vorne saß, hat sich die ganze Stimmung im Auto schnell verändert", erklärte der Entertainer. Es sei zum ungewollten Übergriff gekommen, als "nach ein paar Minuten die Hand des Taxifahrers auf meinem Oberschenkel landete. Ich hatte eine kurze Hose an und fand das sehr irritierend, hab mir aber noch nicht so viel dabei gedacht." Dann habe er aber bemerkt, "dass sich diese Hand immer weiter nach oben bewegte und der Taxifahrer irgendwann mit seiner Hand in meine Hose gegriffen hat, durch meine Unterhose durch und mir quasi voll in den Schritt gegriffen hat".

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Simonetti "wie gelähmt"

Simonetti erzählte weiter, wie überfordert er von dieser Situation gewesen sei. Eigentlich sei er ein selbstbewusster Mensch, sei damals aber "wie gelähmt" gewesen. Er habe keinen Streit gewollt und sei auch besorgt gewesen, dass der Fahrer alle Kontaktdaten von ihm über die Bestellungs-App gehabt habe und wisse, wo er wohne. Später habe der Taxifahrer noch erklärt, er würde ihn gerne in seine Wohnung begleiten. Er habe ihn dann aber abwimmeln können.

Er habe die Geschichte später verdrängt und auch immer wieder Entschuldigungen für den Mann in seinem Kopf gehabt. Hatte er etwa falsche Signale gesendet, fragte sich Simonetti. Heute bedaure der TV-Star, dass er die Belästigung nicht bei der Polizei angezeigt habe. Er wolle aber mit dem Video andere Menschen ermutigen, derartige Vorfälle zu melden. "Macht nicht denselben Fehler wie ich sondern bringt es zur Polizei, sprecht mit Menschen darüber", so Simonetti. Zumindest solle man mit Freunden reden oder eine anonyme Beratungsstelle aufsuchen.

Simonetti ist seit Jahren im Showbusiness aktiv. Seit rund zehn Jahren bloggt er über Modetrends, Events und Reisen, seit 2017 läuft seine Fernsehsendung "Riccardo's Dream Date" im Pay-TV-Sender E! Entertainment. Außerdem veröffentlichte er 2018 sein autobiografisches Buch "Mein Recht zu funkeln" und im Folgejahr das Kinderbuch "Raffi und sein pinkes Tutu", das die Thematik Toleranz und Anderssein behandelt. Außerdem war er in vielen Unterhaltungssendungen wie "Pro Shopping Queen" oder "Genial daneben" zu sehen und sorgte Co-Moderator von Andea Kiewel im "ZDF-Fernsehgarten" für gute Stimmung beim Sonntagsbrunch. (cw)



#1 Pink FlamingoAnonym
  • 31.07.2020, 15:26h
  • Ein, wie ich finde sehr wichtiges Statement.
    Übrigens finde ich Riccardo Simonetti sehr sympathisch.
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#2 NevermindAnonym
  • 01.08.2020, 07:58h
  • Ein mißglückter Flirtversuch ist für mich kein Grund, zur Polizei zu gehen. Es ist überhaupt nichts schlimmes passiert in meinen Augen. Wie naiv ist der Typ, wenn er sich >>nichts dabei denkt<<, wenn jemand die Hand auf sein Knie legt? Von daher hat er mMn tatsächlich die falschen Signale gesendet, wenn er nichts sagt, obwohl es ihm unangenehm ist. Wenn der Taxifahrer weitergemacht hätte, obwohl er protestiert hat, wäre es etwas anderes. Aber so wie er es beschreibt, wäre die Polizei zu rufen viel Lärm um nichts und würde auch ihm selbst in so einer Situation mehr schaden als alles andere. Mir ist etwa Ähnliches vor vielen Jahren auch mal passiert: Schwamm drüber und fertig. Soweit meine Meinung und meine Erfahrung.
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#3 Kritiker_in
  • 01.08.2020, 10:05h
  • Antwort auf #2 von Nevermind
  • "Dann habe er aber bemerkt, "dass sich diese Hand immer weiter nach oben bewegte und der Taxifahrer irgendwann mit seiner Hand in meine Hose gegriffen hat, durch meine Unterhose durch und mir quasi voll in den Schritt gegriffen hat"."

    Das nennst Du "missglückten Flirtversuch"?

    Trotz Deines untauglichen Versuchs einer klassischen Täter-Opfer-Umkehr bleibt das ganz klar massive sexuelle Belästigung.
    Der Mythos, dies zur Anzeige zu bringen, würde dem Opfer "mehr schaden als alles andere" nährt lediglich die Hoffnungen des Belästigers, dass das Opfer schon nichts melden werde, weil es ihm zu peinlich sei.

    Sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu werden, ist jedoch nichts, was dem Opfer irgendwie peinlich sein muss. Dem TÄTER hat das peinlich zu sein, und er hat die Konsequenzen zu spüren.

    Zu viele Täter sind genau wegen Deiner Argumentation schon davongekommen, lachen sich ins Fäustchen und machen dasselbe bei nächster Gelegenheit wieder. Während die Opfer von Dir und Deinesgleichen als "selber schuld" verunglimpft werden.

    Unerträglich, das!
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#4 NevermindAnonym
  • 01.08.2020, 11:01h
  • Antwort auf #3 von Kritiker_in
  • Nun ja. Ich unterstelle dem Taxifahrer halt erst mal keine böse Absichten, sondern das er es missverstanden hat. So wie die Szene geschildert wird, schien ihm das offensichtlich einvernehmlich zu sein. Und wenn er die Hand auf das Knie des anderen gelegt hat und als Antwort ein >>Lass das bitte.<< bekommen hätte, wäre die Geschichte schon zu Ende gewesen, soviel muss man ihm zugestehen. Er hat das Nein bekommen, als er mit zu dem Mann nach Hause wollte und hat es akzeptiert, so what? Wegen so etwas mit der Polizei und Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert zu werden, finde ich unangemessen und kann auch verheerende Folgen haben, die in keinem Verhältnis zur Tat stehen.
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#5 queergayProfil
  • 01.08.2020, 13:49hNürnberg
  • Der stark erotische Signale aussendende Gast im Taxi war wohl etwas überfordert in der Situation und konnte da nicht mehr klar denken und sinnvoll reagieren.
    Das Ganze sieht mehr nach einem simplen Annäherungsversuch eines "sehr, sehr netten" Taxifahrers aus, der auch noch kriminalisiert wird. Und sowas dürfte im queeren Berlin 2020 nun wirklich kein Polizei-Problem mehr sein.
    Ein guter Freund oder Psychologe wäre danach am ehesten angesagt gewesen.
    Nur sollten moderne, aufgeschlossene Queer-Leute bei solchen Begegnungen kein Drama daraus machen und auch noch mit der Polizei alles noch viel komplizierter machen.
    Der sensible Gay Simonetti hätte vielleicht schon früher lernen können, dem Taxifahrer klare Signale zu geben und dann auch einfach zu sagen, daß er eben jetzt keine Lust zu sexuellen Aktivitäten hat.
    In diesem Fall ein Theater und ein Ermittlungs- und Gerichtsverfahren auch noch anzustoßen erinnert mich eher an düstere Gauweiler- und prüde §-175-Zeiten. Das brauchen wir definitiv nicht mehr.
    Wie oft finden übrigens sexuelle Belästigungen in Gay-Bars und dark rooms statt? Huch, da hat mich einer berührt. Hilfe...Polizei!
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#6 NachfrageAnonym
#7 GirlygirlProfil
  • 01.08.2020, 15:43hKS
  • Antwort auf #4 von Nevermind
  • Seit ein paar Jahren gilt es auch als sexuelle Belästigung, wenn das Opfer nichts sagt oder sich wehrt. Diese Gesetzesänderung entstand kurz nach den sexuellen Belästigungen an Silvester in Köln. Das wurde ja auch in den Medien stark besprochen, wobei es da natürlich nur um Frauen ging. Aber es macht gesetzlich kein Unterschied, welches Geschlecht Täter/in und Opfer haben. Und das ist auch gut so. Bei Männern und Frauen gelten die gleichen Grenzen und da spielt weder die sexuelle Orientierung noch das Geschlecht des Opfers eine Rolle.
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#8 queergayProfil
  • 01.08.2020, 16:46hNürnberg
  • Antwort auf #6 von Nachfrage
  • Sein Selbstdarsteller-Vermarktungs-Instagram-Kanal, in den er wohl selber am meisten verliebt ist, spricht und zeigt hierzu Bände bzw. Belege.
    Sein Jesus-Guru-Konterfei unterstreicht das noch.
    Weiteres zum Thema "erotische Signale" bitte bei der Psychologie-Forschung nachlesen.
    Übrigens habe ich nichts gegen ihn. Er wirkt auf mich auch sehr erotisch. Auch noch als ein sich selbst inszenierendes Medien-Modell-Produkt, das sich gerne vermarkten will - nach allen Regeln der Kunst. Das arme Hascherl als Grabsch-Opfer hatte da wohl noch gefehlt, finde ich. Huch, was gibt es da aber auch sehr, sehr nette Grabscher im Taxi, die mir Angst machen, weil sie mich mögen. Wo ist nur mein Psychotherapeut, der mir zuredet, ich darf auch 'nein' sagen?
    In mehreren Jahren träumt er wohl nur noch davon, daß sich mal ein schwuler, sehr, sehr netter Taxifahrer überhaupt noch für ihn interessieren wird.
    Aktuell könnte er ja noch eine neue Bewegung mit starker Medien-Internet-Präsenz unter seiner Leitung ins Leben rufen: "Queere Grabsch-Opfer machen mobil". RTL & Co. warten schon auf ein solches Trash-Müll-Format. Ein eigenes Management hat er ja schon. Sein Instagram-Motto lautet übrigens: "I inspire you by showing how much I love myself." Die Welt braucht das.
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#9 NachfrageAnonym
#10 Homonklin_NZAnonym
  • 01.08.2020, 21:29h
  • Kenne den Mann nicht, aber er hat schon Recht mit dem Thema. Etlichen Leuten scheint in der heutigen Zeit allerdings auch jeder Knigge abhanden gekommen zu sein, da müsste man schon manchmal eher auf die Pfoten oder auch auf die Goschn hauen, wenn sich einer ungebührlich benimmt!

    Allerdings ist sowas in der akuten Situation je nach gewohntem Umstand und Haltung wirklich so, dass man wie unter Lähmung geschockt ist, und denkt, das ist doch jetzt der falsche Film oder wie bitte? Trotz medialer Abstumpfung und all den sonderlichen Gebaren von Großstädtern zur vermeintlichen Paarungszeit sollte angebrachtes Verhalten aka Benehmen noch kein Fremdwort sein!
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