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Homophobie?

Pforzheim: Regenbogenfahne geklaut, russische Fahne gehisst

Der russische Flaggenstreit schwappt offenbar auch auf Deutschland über, wie ein Fall in Nordbaden zeigt.


Allein der Anblick der Regenbogenfahne ist für viele Homo-Hasser offenbar zu viel (Bild: Nan Palmero / flickr)

Vor dem Hauptbahnhof der badischen Großstadt Pforzheim haben Unbekannte die anlässlich der CSD-Saison angebrachte Regenbogenfahne entfernt und durch eine russische Flagge mit dem Doppeladler-Wappen ersetzt. Wie die "Pforzheimer Zeitung" am Donnerstag berichtete, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bahn den Vorfall. Man werde der Sache nachgehen, erklärte sie.

Unklar bleibt, ob es sich hierbei um einen LGBTI-feindlichen Vorfall gehandelt hat. Dies liegt aber nahe, da die Regenbogenfahne vom Moskauer Regime als feindliches Zeichen eingeschätzt wird und es gerade in seinen Propaganda-Medien Stimmung gegen die bunte Flagge macht. Erst am Montag wurde etwa bekannt, dass das russische Außenministerium formal Proteste gegen die Moskauer Botschaften von Kanada, Großbritannien und den USA eingelegt hat, weil die drei diplomatischen Einrichtungen Ende Juni öffentlich die Regenbogenfahne gehisst hatten (queer.de berichtete).

Die Geschäftsführerin der Pforzheimer Aidshilfe, Claudia Jancura, fühlt sich nach dem Flaggenklau an eine homophobe Tat im vergangenen Jahr erinnert: Nach einem Gottesdienst der evangelischen Gemeinde Buckenberg-Haidadch zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember sei die Kirchentür mit Eiern beworfen worden, sagte sie anlässlich des erneuten Vorfalls gegenüber der "Pforzheimer Zeitung".

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In Pforzheim leben viele Spätaussiedler aus der Ex-Sowjetunion, die sich oft über Diskriminierung durch die Alteingesessenen beklagen. Diese Gruppe, in der auch LGBTI-Feindlichkeit weit verbreitet ist, wird derzeit intensiv von der AfD umworben – bei der letzten Landtagswahl hatten die Rechtspopulisten im Wahlkreis Pforzheim sogar das Direktmandat mit knappem Vorsprung vor den Grünen gewinnen können.

Der AfD macht derzeit bundesweit unter Russlanddeutschen Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten: Erst vor knapp zwei Wochen beklagte der Berliner Abgeordnete Gunnar Lindemann etwa, dass der CSD im Ortsteil Marzahn, in dem viele russlandstämmige Menschen leben, "antirussischer Rassismus" sei (queer.de berichtete). (dk)



#1 WadimAnonym
  • 31.07.2020, 14:45h
  • Ich wurde drei mal auf übelste homophob beleidigt bzw. bedroht, dass ich flüchten musste. Zwei mal davon-von "meinen" Landsleuten, Russen bzw. Russland-Deutschen.
    Da ich keine Zeugen ausgenommen Russen aus der Menge hatte, habe ich keine Anzeige erstattet.
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#2 stephan
  • 31.07.2020, 14:52h
  • Nichts genaues weiß man nicht! Aber Ar*******er gibt es überall! Zudem: In Deutschland leben etliche Russlanddeutsche, die extra nach Deutschland gekommen sind, um den hiesigen Lebensstandard zu genießen, die nun aber den ach so tollen russischen Verhältnisse nachtrauern! Bei den Menschen dieser Gesinnung ginge ich einmal auf die Suche nach der Fahne ;)
    Ich hoffe, die Rückübersiedlung ist unproblematisch möglich, wenn die Sehnsucht ach so groß ist!
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#3 Pink FlamingoAnonym
#4 AnimalblackProfil
  • 31.07.2020, 17:55hKöln
  • Antwort auf #2 von stephan
  • Russland-/Kasachstandeutsche gelten rechtlich als sogenannte (Spät-)Aussiedler und hatten damit (vor 1995/2000 nach Deutschland eingereist) das gesetzlich verbriefte Recht, die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen. Das haben die allermeisten - wenn nicht alle - genutzt. Mir persönlich sind zumindest keine Russland-/Kasachstandeutschen bekannt, die nicht mindestens die deutsche Staatsbürgerschaft hatten und ich bin selber Spätaussiedler.

    Und ja, dass es viele unter dieser Bevölkerungsgruppe gibt, die homophob sind, ist richtig. Es gibt aber auch gerade unter der nachkommenden Generation zunehmend liberale Gesinnungen.

    Denen, die sich homophob verhalten dann die Rückschickung anzudrohen würde bedeuten, ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft aberkennen zu müssen (fast unmöglich) oder rechtlich Deutsche gegen ihren Willen aus Deutschland zu schaffen, was verfassungswidrig wäre.

    Insofern bleibt diese Forderung meines Vorredners bloß ein populistisches Blabla.

    Man sollte der AfD das Feld jedoch nicht kampflos überlassen und selber aktiv Aufklärung innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe betreiben. Ruhig mit Russisch/deutschen-bilingualen Medienangeboten, um die Zielgruppe besser anzusprechen.
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#5 dellbronx51069Anonym
#6 stephan
  • 31.07.2020, 19:40h
  • Antwort auf #4 von Animalblack
  • Lesen ist offenbar schwierig!

    Nicht ich sondern Du schreibst offensichtlich reines 'Blabla'.

    1. Eigentlich war es nicht zu überlesen, dass meine Einlassung sich ausschließlich auf diejenigen 'Russlanddeutschen' bezog, die sich mit den hier geltenden Lebensweisen nicht anfreunden können.

    2. Ich habe niemandem etwas angedroht, sondern für diejenigen, die sich das wünschen, auf gute und sichere Rückkehr gehofft. Wer sich im autokratischen Russland besser fühlt, sollte dort leben dürfen!

    3. 'Man sollte der AfD das Feld jedoch nicht kampflos überlassen und selber aktiv Aufklärung innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe betreiben.'
    Das erinnert mich an einen Bericht vor der letzten Bundestagswahl, in dem Angehörige der betreffenden Bevölkerungsgruppe gefragt wurden, weshalb sie sich nun von der Union abwendeten. Tenor: "Der Kohl hat uns hier her geholt und nun kümmert sich keiner mehr um uns!" ... Ich will sagen, diese Leute haben auch ihre Pflicht, hier endlich anzukommen, sich zu entscheiden, wohin sie gehören wollen! Was sind das überhaupt für Ansprüche? Um die Angehörigen der autochtonen Bevölkerung hat sich auch noch nie jemand gekümmert, wenn es nicht wegen eines Mangels an Gesundheit oder Verstand nötig war!
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#7 Rechtsaußen-WatchAnonym
  • 31.07.2020, 19:42h
  • Und wieder einmal die unverbrüchliche rechtsextreme Freundschaft von Russland, AfD, Putinisten-Linken und Evangelikalen.
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#8 Pink FlamingoAnonym
  • 31.07.2020, 20:58h
  • Antwort auf #4 von Animalblack
  • Und dass ich mit meiner ach so populistischen Äußerung, wie Du sie ja bezeichnest, nicht Alle Russland und ebenso Kasachstandeutsche gemeint habe, ist Dir wohl dabei entgangen. Für intellektuelle Kommentare überlasse ich sehr gerne anderen hier das Feld. Das sollte jetzt an diejenigen welche sich angesprochen fühlen ein Kompliment sein.
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#9 Alexander_FAnonym
  • 31.07.2020, 21:05h
  • Ich habe für diese Aktion nicht das geringste Verständnis, aber eines müssen wir hier, da es manche wohl nicht verstanden haben, klarstellen: Russlanddeutsche sind DEUTSCHE. Sie sind deshalb in dieses Land gekommen, weil sie in Russland wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit diskriminiert wurden und es war deshalb auch richtig, sie aufzunehmen. Wo bitte soll denn jemand, der als Deutscher diskriminiert wird, sonst hin, wenn nicht nach Deutschland?

    Dass sie eine nachträgliche Identifizierung mit dem Aggressor betreiben, und nichts anderes ist ihre Parteinahme für das Putin-Russland, so ist das Wahnsinn, doch man sollte auch nicht so tun, als hätte die Mehrheitsgessellschaft damit überhaupt nichts zu tun. Ebenso nämlich wie die vermehrte Parteinahme von türkischstämmigen Deutschen fürs Erdogan-Regime stecken dahinter durchaus auch manche handfeste Diskriminierungserfahrungen und eine misslungene Integration in die bundesdeutsche Gesellschaft, à la "dort waren wir die Deutschen und hier sind wir die Russen". Dass die AfD auf Seelenjagd unter diesen Verlorenen gehen, ebenso wie die Erdoganjünger in der türkischstämmigen Community, ist deshalb leider nicht sehr überraschend.
    Ebenso wie in der türkischstämmigen Community sind auch bei Russlanddeutschen ausgeprägte Religiosität und entsprechend reaktionäre Ansichten oft ein Problem. Ich sage das selbst jetzt nur als jemand, der mal eine russlanddeutsche Schwiegerfamilie hatte, aber man kann wohl schon sagen, dass es tendenziell eher stimmt.

    Das sage ich wie gesagt nur erklärend, nicht in irgendeiner Weise entschuldigend. Solche Begriffe wie "Russenkaff" bringen uns hier in dieser Hinsicht aber auch nicht sonderlich weiter. Damit wird der Teufelskreis aus Diskriminierung und reaktionärer Selbstghettosierung nur weiter aufrechterhalten.

    Die Arschgeigen, die diese Aktion gerissen haben, sollten sich aber auf jeden Fall was schämen. Ich möchte aber auch jede Wette eingehen, dass es sich bei ihnen eher um jüngere Menschen handelt, die nicht das Glück hatten, die Verhältnisse, aus denen ihre Eltern einst entflohen, selbst bewusst miterlebt zu haben.
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#10 stephan
  • 31.07.2020, 22:58h
  • Antwort auf #9 von Alexander_F
  • "Russlanddeutsche sind DEUTSCHE" ... Definiere die Begriffe, denn sonst ist das eine leere Aussage.
    (Ich glaube nicht, dass ein Land Staatsbürger in so großzügiger Weise aufnähme, wenn nur ein Urgroßelternteil abstammungsmäßig daher stammte war und ohnehin in der Familie seit zwei Generationen kein Wort in der jeweiligen Sprache mehr gesprochen wurde. Da wird es dann mit Deine Aussage "Russlanddeutsche sind DEUTSCHE" schon eng!)
    Bitte schaue Dir an, welche Regeln für die Zuwanderung galten. Dabei wurde mir deutlich, warum so viel Spätaussiedler so große Probleme mit der Integration hatten und haben. Der Riss geht und ging manchmal mitten durch die Familie!

    Das alles ist aber gar nicht mein Punkt! Ich habe überhaupt nichts gegen Russen, die gerne Deutsche sein möchten und sich mit dem Leben in diesem Land identifizieren können und wollen. (so finde ich z.B. dass Deutschland gerne großzügig LGBTIs aus Russland, Polen und anderen Verfolgerstaaten aufnehmen sollte, gleichgültig woher ihre Vorfahren kamen.)
    Ich habe nur etwas gegen Russen (und ebenso Polen) die gerne erzählen, wie toll es doch in ihren Herkunftsländern war und ist etc., hier alles schlecht machen, auf unsere offene und liberale Lebensweise herunterschauen und vielleicht gar noch gleichzeitig von der Solidarität der staatlichen Gemeinschaft leben.
    Nach meiner Meinung ist das nämlich genau der Ungeist, der Menschen die Regenbogenfahne abhängen und ein Symbol größter Unfreiheit aufhängen lässt! Wie so oft, haben da Menschen die Sache nicht bis zum Ende durchdacht, wollen es auch nicht!
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