Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?36724

Versprechen von Macron

Frankreich: Künstliche Befruchtung auch für lesbische Paare

Die französische Nationalversammlung stimmte in der Nacht zu Samstag mit großer Mehrheit dafür, die künstliche Befruchtung auch lesbischen Paaren und unverheirateten Frauen zu erlauben.


Ein guter Tag für lesbische Paare in Frankreich: Der verabschiedete Entwurf des Unterhauses sieht auch eine Rückerstattung der Kosten für die künstliche Befruchtung vor (Bild: olly / pexels)

Die französische Nationalversammlung hat erneut grünes Licht für die Legalisierung der künstlichen Befruchtung auch für lesbische Paare und unverheiratete Frauen gegeben. Das Unterhaus des Parlaments billigte in der Nacht zu Samstag einen überarbeiteten Paragrafen, der Teil eines neuen Bioethikgesetzes ist. Der Text wurde nach einer zweiten Lesung unter Beifall mit 60 gegen 37 Stimmen und 4 Enthaltungen angenommen.

Die Nationalversammlung hatte dem Paragrafen in einer ersten Lesung bereits im vergangenen Oktober zugestimmt. Nach heftigen Debatten ging er aber nochmals an einen Sonderausschuss zurück. Nun muss auch der Senat ein zweites Mal darüber entscheiden.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Widerstand von Kirche und Rechten

Bisher ist die künstliche Befruchtung nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können. Die Reform war ein großes Versprechen von Präsident Emmanuel Macron. Gegen sie gibt es viel Kritik von katholischen Verbänden und Politiker*innen aus dem rechten Spektrum. Gegen die Gesetzesreform waren im Januar tausende Menschen in Paris auf die Straße gegangen. Zum Protest aufgerufen hatte das LGBTI-feindliche Bündnis "La Manif pour tous" (queer.de berichtete). Laut Umfragen spricht sich allerdings eine große Mehrheit der Bevölkerung für die Bioethik-Reform aus.

Macron begrüßte am Samstag die Annahme des Paragrafen und das Engagement der Parlamentarier*innen. Eine friedliche Debatte habe zu einem ausgewogenen Text geführt, schrieb Macron auf Twitter.

Twitter / EmmanuelMacron

Eine Entscheidung des Senats könnte Medienberichten zufolge erst Anfang kommenden Jahres erfolgen. Die Parlamentskammer wollte die Rückerstattung der Kosten einer künstlichen Befruchtung durch die Sozialversicherung auf Fälle beschränken, in denen eine medizinische Notwendigkeit besteht. Das würde lesbische Paare und alleinstehende Frauen von der Kostenerstattung größtenteils ausschließen. Der verabschiedete Entwurf der Nationalversammlung sieht weiterhin eine Rückerstattung vor. (cw/dpa)



#1 lucdfProfil
#2 TimonAnonym
  • 01.08.2020, 17:48h
  • Daran könnte sich Deutschland mal ein Beispiel nehmen.

    Aber so lange Union und SPD regieren, wird es keine moderne Familienpolitik geben und LGBTI werden weiterhin diskriminiert werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ralph
  • 03.08.2020, 09:56h
  • Deutschland ist schon seltsam. Da wird es als Frage der Menschenrechte eingestuft, ob man beim Busfahren und Einkaufen einen Mund-Nasen-Schutz tragen muss, aber nicht, ob jemand ein Kind haben darf. Irre Welt!
  • Antworten » | Direktlink »