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Videospiele

Was tut sich in der queeren Gamingwelt?

Das vor kurzem erschienene "The Last of Us: Part II" setzt neue Maßstäbe für die LGBTI-Repräsentation in Videospielen. Doch auch jenseits des Blockbusters gibt es spannende Titel mit queeren Figuren.


Ellie (Ashley Johnson) und Dina (Shannon Woodward) sind die beiden bekanntesten queeren Charaktere in "The Last of Us: Part II" (Bild: Sony Interactive Entertainment)

Seit der Veröffentlichung des zweiten Teils von "The Last of Us" hat die Debatte über Diversität in Videospielen wieder Fahrt aufgenommen. Im exklusiv für die Playstation produzierten Blockbuster begleiten die Spieler*innen die junge Ellie auf einer ebenso nervenzehrenden wie lehrreichen Rachemission durch die Postapokalypse.

Von der Kritik wird das Survival-Action-Game vor allem für seine bestechende Grafik, den Tiefgang der Story sowie mutige Entscheidungen im Charakterdesign gelobt. Vor allem letztere sorgten allerdings für einen homo- und transphoben Shitstorm in den sozialen Netzwerken. Bei der bereits aus dem ersten Teil bekannten Ellie ist es ihr offenes Lesbischsein, bei der neuhinzugekommenen Abby schlicht ihre muskulöse Statur, die zum Vorwurf führte, die Entwickler*innen hätten eine politische Agenda verfolgt, die man den Fans aufoktroyieren wolle. Auch die Nebenfigur Lev – ein Junge, der aus einem religiösen Stamm vertrieben wird, weil er trans ist – wäre Ausdruck von "Genderwahn" und "übermäßiger politischer Korrektheit".

Für die Repräsentation der LGBTI-Community setzt der Titel neue Maßstäbe. Zwar gibt es auch bei anderen Blockbuster-Games wie "Assassin's Creed Odyssey" oder der "Mass Effect"-Reihe homo- und bisexuelle Storylines. Der große Unterschied zu "The Last of Us" ist jedoch, dass sie höchstens eine von mehreren wählbaren Optionen sind und sich oftmals ausschließlich um kurze sexuelle Kontakte drehen. Bei "The Last of Us: Part 2" hingegen macht die lesbische Beziehung zwischen Ellie und Dina einen Großteil der Geschichte aus, meistens kämpfen sie sogar Seite an Seite. Auch aufgrund des kommerziellen Erfolges hoffen nun viele auf mehr Blockbuster-Titel mit LGBTI-Figuren.

Die Indie-Perlen von Dontnod Entertainment

Im Indie-Bereich hingegen wird sexuelle Vielfalt zwar stärker abgebildet, von selbstverständlicher und klischeefreier Repräsentation kann jedoch auch hier nicht die Rede sein. Eine erfreuliche Ausnahme sind die Spiele des französischen Entwicklerstudios Dontnod Entertainment. In der "Life is Strange"-Reihe sind bereits drei Titel erschienen, die in Gestalt von Chloe entweder mit einer unabänderlich lesbischen Figur aufwarten ("Life is strange" und "Before the Storm") oder aber zumindest eine optionale schwule Romanze vorsehen ("Life is strange 2"). Außerdem verspricht das im August erscheinende "Tell me why" dank erstmalig steuerbarer trans Hauptfigur jetzt schon bahnbrechend zu werden.

Durch ein gleichermaßen verspieltes wie unerwartet nachdenkliches Setting wurde das 2015 erschienene "Life is Strange" zu einem Überraschungserfolg. Vor allem die Möglichkeit, die Handlung durch eigene Entscheidungen zu beeinflussen und die authentische Darstellung von Teenager*innen und ihren Problemen machen das Spiel zur Ausnahmeerscheinung.

Im Zentrum steht die 18-jährige Max, die in ihre Heimat, das malerische Hafenstädtchen Arcadia Bay in Oregon, zurückgekehrt ist, um Fotografie zu studieren. Als sie auf Chloe, ihre beste Freundin aus Kindheitstagen, trifft, kann sie ihr durch plötzlich auftretende übernatürliche Fähigkeiten das Leben retten. Gemeinsam gilt es nicht nur das Rätsel um Max' Gabe, die Zeit zu beeinflussen, zu lösen. Außerdem ist Rachel, eine Mitschülerin, für die die lesbische Chloe schwärmt, verschwunden.

Nach und nach stößt man auf so manch dunkle Geheimnisse der Bewohner*innen, die man so gar nicht von der weichgespülten Optik des Games erwartet hätte. Und schließlich entwickelt sich zwischen Max und Chloe selbst eine gewisse Spannung – den Spieler*innen steht es frei, dieser nachzugehen oder nicht.

Im Prequel "Before the Storm" hingegen treten übernatürliche Story-Elemente gegenüber einer feingezeichneten Coming-of-Age-Geschichte zurück. Drei Jahre vor den Ereignissen des Hauptspiels wird der Entwicklung Chloes von der schüchternen Außenseiterin zur ruppigen Punkgöre nachgespürt. Klar im Fokus steht die Beziehung zur besagten Rachel, die freundschaftlich beginnt – zumindest für Chloe aber bald mit dem ersten lesbischen Begehren einhergeht. Drumherum geht es um die typischen Probleme des Erwachsenwerdens, wie das schwierige Verhältnis Chloes zu ihrem autoritären Stiefvater. Wie im ersten Teil fällt das High-School-Drama allerdings erneut wesentlich düsterer aus, als es das blumige Design vermuten lässt.

Das erstmals 2018 erschienene "Life is Strange 2" wiederum führt gänzlich neue Figuren in das Spieleuniversum ein und bringt das Übersinnliche zurück ins Konzept. Der 16-jährige Sean wird sich seinen Fähigkeiten bewusst, als er seinen kleinen Bruder Daniel vor einem übergriffigen Nachbarn schützen will und dabei versehentlich einen tragischen Unfall herbeiführt. Die Geschwister beschließen, aus Seattle in die mexikanische Heimatstadt ihres Vaters zu fliehen. Auf dem gefährlichen Trip geraten sie in einige kritische Situationen und an die unterschiedlichsten Menschen, die es mal gut und mal weniger gut mit ihnen meinen.

Als sich Sean mit seinem Bruder einer Gruppe jugendlicher Ausreißer*innen anschließt, haben die Gamer*innen die Möglichkeit, eine kleine homosexuelle Liebschaft einzugehen. Auch wenn die LGBTI-Storyline zugegebenermaßen wesentlich knapper ausfällt als bei den beiden Vorgängern, sticht der zweite Teil stärker durch die Beleuchtung anderer gesellschaftlich relevanter Themen, wie Rassismus, hervor.

Umso zukunftsweisender dürfte "Tell my why", der neueste Titel des französischen Entwicklerstudios, für queere Repräsentation sein. Bereits am 27. August soll die erste Folge des dreiteiligen Spiels für Xbox One und PC erscheinen. Es wird das erste dieser Größe sein, in dem ein trans Mann eine steuerbare Hauptrolle übernimmt.

Angesiedelt in Alaska, begegnet der 21-jährige Tyler nach über zehn Jahren wieder seiner Zwillingsschwester Alyson. Gemeinsam versuchen die Geschwister die verworrenen Erinnerungen an ihre turbulente Kindheit zu sortieren. Dabei müssen die Spieler*innen entscheiden, welche tatsächlich "wahr" sind. Besonders erfreulich ist, dass Dontnod Entertainment im Vorfeld die Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) konsultierte, um eine nicht-stereotype Darstellung Tylers zu ermöglichen. So sollen transphobe Erfahrungen und Traumata um die Transition nur einen kleinen Teil einer vielschichtigen Figur ausmachen.

Ob das Spiel ebenso Wellen schlagen wird wie "The Last of Us: Part 2" ist schwer abzusehen. Da sich die Dontnod-Spiele an ein anderes, wesentlich kleineres Publikum als der Shooter-Blockbuster richten, dürfte die Aufregung aber deutlich geringer ausfallen.

Die erwartet uns dann spätestens bei der Veröffentlichung des langersehnten "Cyberpunk 2077" des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt RED im November. Die Macher*innen der Erfolgsreihe "The Witcher" haben nämlich angekündigt, dass man im Game komplett auf Geschlechterkategorien verzichten wolle. Ähnlich wie "The Last of Us" spricht es eine breite – dementsprechend weniger mit queeren Identitäten vertraute – Masse an. Man darf gespannt sein.



#1 Still_Ith
#2 ThiloAnonym
  • 02.08.2020, 14:12h
  • Es geht auch weniger intellektuell, schaut Euch mal Borderlands an. Insbesondere Borderlands 3. Queere und diverser wird's kaum noch :-)
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#3 Dnalor the TrollAnonym
  • 02.08.2020, 15:18h
  • Ein sehr schönes Spiel, das ein missglückte Comming Out zum Thema hat ist das 2013 erschienene Gone Home.
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#4 Okay69Anonym
#5 NimrotAnonym
  • 02.08.2020, 21:46h
  • Last of US Part 2 wurde für seine schlechte Story und auch schlecht geschrieben Charakter kritisiert, 7 Jahre Entwicklung und so wenig bis keine gameplay verbesseererung ein mittelmäßig spiel bleibt ein mittelmäßig spiel ob lgbtq oder sonstiges.
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#6 Eric LassardAnonym
#7 NimrotAnonym
  • 03.08.2020, 19:42h
  • Antwort auf #6 von Eric Lassard
  • Ersten teil 7 mal durch gespielt , part2 nur einmal bis jetzt, die charakter sind so schlecht geschrieben so wie die Story, schön queer pandering, ändert aber nichts daran das die Story schlecht geschrieben ist, und vergleich man es gameplay technisch mit anderen Spielen oha, Grafik top ja das war es aber, es wirkt wie ein schwache rechtfertigung für part 3.
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#8 Still_Ith
  • 04.08.2020, 09:08h
  • Antwort auf #4 von Okay69
  • Naja, zugegeben, als Charakter-Story-Element hast du das bei WoW nicht, sehe ich aber dem Prinzip geschuldet, dass die Story in dem Sinne sich bei WoW immer zwischen NPCs abspielt.
    Zumindest soll's aber den Sex-Change im nächsten Addon beim Friseur zu kaufen geben :D

    Was Story-Optionen angeht, hab ich mit meiner Kriegerin in SW-TOR ja auch schon Frauen angegraben. Haben mich leider elegant abblitzen lassen, aber dass ich's versuchen durfte, fand ich schon nett. Noch schöner fände ich, wenn sie das nachträglich noch in die Einstiegs-Phase implementiert hätten, aber jut, wenn du im Content der späteren Addons ankommst, funzt es immerhin.
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