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- 23. Oktober 2005 2 Min.
Mit "Extraordinary Machine" präsentiert Fiona Apple endlich ihr drittes Album – jahrelang lag es auf Eis.
Von Jan Gebauer
Lange Pausen sind im Musikgeschäft oftmals ein Todesstoss, besonders für aufsteigende Newcomer. Liedermacherin Fiona Apple (Hit: "Criminal", 1997) hatte bis vor kurzem erst zwei Alben in den Regalen. Das Letzte, "When The Pawn", wurde noch vor dem Millennium veröffentlicht – das war 1999. Danach war Apple keineswegs untätig. Sie arbeitete fleißig am dritten Album. Als es schließlich fertig war, wollte es die Plattenfirma Epic zunächst nicht veröffentlichen – zu sperrig und unkommerziell klang es in den Ohren der Plattenbosse. Die unkonventionelle Künstlerin setzte sich aber durch: Mit Hilfe des Internets bot sie die fertigen Songs zum Download an. Als sie damit Erfolg hatte, willigte endlich auch die Plattenfirma ein, die fertigen, allerdings überarbeiteten Lieder auf CD zu veröffentlichen. Das Ergebnis heißt: "Extraordinary Machine".
Leicht macht es einem Apple, die 1977 in New York City geboren wurde, beim Anhören nicht. Ist der erste Song "Extraordinary Machine" noch ein freundlicher Song zum Mitschnippen, beginnt danach eine komplexe Odyssey durch sperrige Melodien und vertrackte Lyrics. Wer gerade eine Trennung zu verarbeiten hat, findet hier das derzeit beste Album zum Thema: Apple verpackt ihre Wut und ihren Frust in beißende Texte und ungewöhnliche Arrangements zwischen Kammermusik und Piano-Pop. Eine Art "ätzende Alanis Morissette".
Fazit: Keine leichte Kost, die uns Frau Apple da präsentiert. Eher eine Herausforderung für Ohren und Verstand. Mit ungeteilter Aufmerksamkeit wird man aber vielleicht mit einem zeitlosen Musikwerk belohnt.
Anspieltipps: "Extraordinary Machine", "Oh Well", "Red Red Red", "Better Version Of Me"
23. Oktober 2005

Links zum Thema:
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» Offizielle Fiona-Apple-Homepage
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apples früherer produzent jon brion (eines der beiden größten musikalischen genies unserer zeit) hat das komplette album mit ihr eingespielt und produziert.
ihr LABEL aber hat beschlossen, einem HIPHOP produzenten die NEUAUFNAHME zu überlassen: Mike Elizondo, der für diese "Nicht-Leistung" eigentlich gehenkt werden sollte.
elizondo hat es geschafft, aus jon brions brillianter produktion einen scheißdreck zu machen. wer irgendwie kann, muss sich unbedingt die geleakten versionen besorgen, die von brion produziert wurden. die kaufbare cd ist müll, und fiona weiß das auch.