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USA

Neuer "Straight Pride" in Kalifornien geplant

Der homophobe Chef der "Straight Pride"-Bewegung will nicht nur gegen Schwule und Lesben kämpfen, sondern auch für die "westliche Zivilisation" und das "Christentum".


Die "National Straight Pride Coalition" von Don Grundmann will den Hetero-Stolz salonfähig machen (Bild: Screenshot / The Modesto Bee)

Der Rechtspopulist Don Grundmann hat angekündigt, Ende August erneut einen "Straight Pride" in der kalifornischen Großstadt Modesto durchführen zu wollen. Bereits im letzten Jahr war das Event groß angekündigt worden, allerdings kamen nach einer chaotischen Organisation am Ende nur 20 Demonstrant*innen, um den "Stolz" auf ihre Heterosexualität in die Öffentlichkeit tragen (queer.de berichtete).

Grundmann, der Chef der "National Straight Pride Coalition" und Landeschef der Rechtsaußen-Splitterpartei "Constitution Party", sagte dem Regionalsender KXTV, dass der Anti-CSD "die natürlich Familie von Mann Frau und Kindern" ebenso zelebrieren werde wie "geborene und ungeborene Kinder", die "westliche Zivilisation" und das "Christentum". Auf der Website seiner Organisation wird er deutlicher: Demnach attackiere die "von Natur aus böse Homo- und Unzuchtsbewegung" die westliche Zivilisation, was unter dem Motto "West is Best" verhindert werden müsse.

Wie im letzten Jahr soll der "Straight Pride" vor einer Frauenklinik der Wohltätigkeitsorganisation Planned Parenthood stattfinden. Diese Kliniken sind vielen Konservativen verhasst, weil sie auch Empfängnisverhütung und Abtreibung anbieten.

Daneben versucht Grundmann auch konservative Schwarze für seinen Kreuzzug zu gewinnen: "Wir kommen, um dagegen zu protestieren, dass Planned Parenthood 20 Millionen Schwarze [durch Abtreibungen] tötet", so seine Argumentation. Es ist unklar, woher diese konkrete Zahl stammt. Ein Flyer für den "Straight Pride" behauptet, dass Planned Parenthood weltweit mehr Schwarze getötet habe als jede andere Gruppe mit Ausnahme des Islam.

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"Straight Pride" gibt sich oft rassistisch


"Normal, natürlich, gesund, vernünftig": Der Flyer liest sich wie eine Satire, ist aber ernst gemeint

Die Avancen an die afro-amerikanische Bevölkerung scheinen eigenartig, da die "National Straight Pride Coalition" auf ihrer Website betont, dass man neben Heterosexualität und den traditionellen Geschlechterrollen und dem Christentum auch weiße Personen besonders schützen müsse. Grundmann selbst äußerte sich wiederholt rassistisch. So hatte er die "Black Lives Matter"-Bewegung als "Fake" bezeichnet und behauptet, dass Weiße die "westliche Zivilisation" alleine entwickelt hätten.

"Straight Prides" werden von Bürgerrechtsorganisationen als Hassveranstaltungen bezeichnet. Der Begriff kam in den Achtzigerjahren auf und wurde auch von rechtsextremen Organisation wie White Aryan Resistance oder dem Ku Klux Klan verwandt. "Straight Prides" richten sich in der Regel nicht nur gegen Homosexuelle, sondern gegen alle, die nicht dem Klischee des gottesfürchtigen weißen Amerikaners oder der gottesfürchtigen weißen Amerikanerin entsprechen.

In den USA gab es in den letzten Jahrzehnten mehrere kleinere "Straight Pride"-Events, die selten große Wellen schlugen. Eine Ausnahme war im letzten Jahr ein von Unterstützer*innen von Präsident Donald Trump in Boston veranstalteter "Straight Pride", bei dem Hunderte Menschen teilnahmen, die aber einem Vielfachen an Gegendemonstrant*innen gegenüber standen. Dabei kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei nahm 36 Menschen fest (queer.de berichtete). (dk)



#1 lindener1966Profil
  • 04.08.2020, 18:20hHannover
  • "Die westliche Zivilisation schützen".Darunter machen diese ......Menschen..... es nicht. Es geht immer ums "Ganze" und um "Alles". Das ist eine totalitäre Ideologie und hat rein gar nichts mit einer Demokratie zu tun. Freiheit gilt dann immer nur für einen selbst. Wenn er "seine Leute" schützen wollte, sollte er die Amis an das Abstandsgebot erinnern, zum Maskentragen ermuntern und für bezahlbare Bildung und soziale Sicherheit kämpfen. Die US haben derweil wirklich andere Probleme.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 04.08.2020, 20:48h
  • Wenn das so "erfolgreich" wird wie beim ersten mal, können wir schon mal was zum Knabbern rausholen und uns amüsieren...
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#3 somedudeAnonym
  • 05.08.2020, 06:06h
  • Was ist aus dem guten alten "Don't feed the trolls" geworden?

    Diese Art von rechten Aktionen legitimiert sich durch die empörten Reaktionen die sie zu provozieren versuchen.
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