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22. August

Free-TV-Premiere für "A Very English Scandal"

Über zwei Jahre nach der ersten Ausstrahlung in Großbritannien kommt die hochgelobte Miniserie mit den Filmstars Ben Whishaw und Hugh Grant zum Bingewatchen in die deutsche Primetime.


Am Abend des 22. August kann das deutsche TV-Publikum einen sehr englischen Skandal mit Hugh Grant (li.) und Ben Whishaw genießen (Bild: BBC)

Der Nischensender Tele 5 strahlt am Samstag, den 22. August die britische Miniserie "A Very English Scandal" aus. Ab 20.15 Uhr werden alle drei Teile der Reihe um einen versteckt lebenden schwulen Politiker gezeigt. Die von Russell T. Davies ("Queer as Folk", "Torchwood") entwickelte Serie, bei der Stephen Frears ("Mein wunderbarer Waschsalon") Regie führte, ist bereits im Mai 2018 im ersten Programm des BBC-Fernsehens gezeigt worden. Letztes Jahr strahlte der deutsche Pay-TV-Sender Sony Channel das TV-Event aus (queer.de berichtete).

"A Very English Scandal" basiert auf einer wahren Geschichte. Hollywoodstar Hugh Grant spielt den schwulen Politiker Jeremy Thorpe, der beschuldigt wird, einen Killer auf seinen Liebhaber angesetzt zu haben. Der junge Lover wird vom offen schwulen Schauspieler Ben Whishaw dargestellt, der unter anderem auf Netflix in der Thriller-Serie "London Spy" und als Waffenmeister Q in den James-Bond-Filmen zu sehen ist.

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Thorpe-Affäre war ein großer Politskandal im Britannien der Siebziger

Die sogenannte Thorpe-Affäre gehörte in den Siebzigerjahren zu den größten politischen Skandalen im Königreich – und beendete die Karriere eines der angesehensten Politiker Großbritanniens. Jeremy Thorpe führte die aufstrebende Liberale Partei seit 1967 an. In der Öffentlichkeit wusste man aber nicht, dass der verheiratete Politiker ein Doppelleben führte; nach außen hin gab er sich als treuer Ehemann, lebte aber seine Homosexualität heimlich mit dem elf Jahre jüngeren Stalljungen Norman Scott (Whishaw) aus – zu einer Zeit, als Homosexualität in England noch illegal war.

Mitte der Siebziger fühlte sich Scott von Thorpe schlecht behandelt und immer mehr Details zur Affäre kamen in die Öffentlichkeit. Schließlich wurde Scott 1976 von einem Mann mit einer Waffe bedroht, der dann dessen Hund erschoss – laut Scott habe der Mann auch ihn umbringen wollen, seine Waffe habe aber Ladehemmungen gehabt. In Folge dieses Verbrechens kamen immer mehr Details über die Affäre ans Tageslicht, wodurch Thorpe im trotz der Legalisierung von gleichgeschlechtlichem Sex noch immer extrem homophoben England der Siebzigerjahre schließlich zum Rücktritt gezwungen wurde. 1979 wurde Thorpe wegen Anstiftung zum Mord angeklagt, aber von einer Geschworenenjury freigesprochen. Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 sprach Thorpe nie öffentlich über seine sexuelle Orientierung.

"A Very English Scandal" gewann mehrere Fernsehpreise. Insbesondere die schauspielerische Leistung von Ben Whishaw wurde gelobt – der heute 39-Jährige gewann den Primetime Emmy Award, den Critics' Choice Television Awards und den British Academy Television Awards. Die Serie schaffte es auch in die Liste der "100 besten Fernsehsendungen des 21. Jahrhunderts" der Tageszeitung "Guardian" – auf Rang 76.

Tele 5 hat in der Vergangenheit immer wieder mit schwulen Themen für Aufmerksamkeit gesorgt. 2018 startete der Fernsehsender mit Sitz in Grünwald bei München etwa eine Werbekampagne mit Bildern, in denen sich die beiden Sendergesichter Oliver Kalkofe und Peter Rütten küssten – dazu gab es das Motto "Anders ist besser" (queer.de berichtete). Auch mit dem Twitter-Profil wirbt Tele 5 für Akzeptanz – so zeigte der Sender vor wenigen Tagen einen Zeitungsausschnitt, in dem der Verdächtige des Terroranschlags von Halle seine Abneigung gegenüber "Star Trek" kundtut, weil das Raumschiff Enterprise "ein multikulturelles, schwules, jüdisches Space-Imperium" repräsentiere. "Ein weiterer Grund, warum wir Star Trek senden", so Tele 5. (dk)

Twitter / tele5



#1 FennekAnonym
  • 06.08.2020, 07:27h
  • Schade, dass das auf Tele5 kommt, dann wird das wieder mit Werbung zerhackstückt.

    Aber auch ein Armutszeugnis, dass das Privatfernsehen den Öffentlich-Rechtlichen wieder mal zeigen muss, dass man LGBTI-Filme auch zur Primetime samstags 20:15 Uhr zeigen kann. Das hat ja vor kurzem ProSieben ebenfalls samstags um 20:15 Uhr mit "Love, Simon" gezeigt.

    Und die Öffentlich-Rechtlichen verstecken LGBTI-Filme weiterhin im Nachtprogramm (noch dazu vor Werktagen) bzw. glänzen durch Abwesenheit.

    Auch wir sind Gebührenzahler und dann haben wir auch ein Anrecht darauf, dass auch LGBTI-Inhalte entsprechend unserem Bevölkerungsanteil gezeigt werden.
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#2 TonyeAnonym
  • 17.08.2020, 15:48h
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • "Schade, dass das auf Tele5 kommt..."

    :-(

    @Fennek:
    Schade, dass man sich nicht einfach freuen kann, das man eine tolle Serie für umme im TV sehen kann. Sondern erstmal meckern muss.

    Gab die Serie schon vor einem Jahr im PayTV, da konnte man sie schon sehen - allerdings halt gegen Bezahlung. Was übrigens bei ARD/ZDF auch der Fall wäre... ;-)
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