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Drei Monate vor Präsidentenwahl

Demokraten mit LGBTI-freundlichstem Wahlprogramm der US-Geschichte

Während die Republikaner in ihrem Wahlprogramm das erneute Ehe-Verbot für Schwule und Lesben fordern, werben die Demokraten mit dem "inklusivsten Wahlprogramm" aller Zeiten.


Das Wappentier der Demokratischen Partei, der Esel, will es im November dem republikanischen Elefanten zeigen

Die amerikanischen Demokraten wollen offenbar mit einem sehr LGBTI-freundlichen Wahlprogramm auf Stimmenfang gehen. In dem kürzlich von einem Parteiausschuss ("DNC Platform Committee") veröffentlichten Vorschlag kommt allein die Abkürzung LGBTQ+ 32 Mal vor.

Das Wahlprogramm muss noch vom Parteitag abgesegnet werden, der vom 17. bis zum 20. August stattfinden und Joe Biden zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten küren soll. Der Parteitag soll wegen der Corona-Krise erstmals weitgehend virtuell über die Bühne gehen.

"Das demokratische Wahlprogramm 2020 ist das inklusivste der Geschichte für LGBTQ", erklärte Wahlausschussmitglied Meghan Stabler gegenüber dem queeren Nachrichtenmagazin "The Advocate". Die trans Aktivistin erklärte, dass alle Vorschläge, die sie im Auftrag der LGBTI-Community im Ausschuss eingereicht habe, angenommen worden seien.

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Verbot der "Homo-Heilung" gefordert

In dem Wahlprogramm wird im Kapitel "Protecting LGBTQ+ Rights" unter anderem begrüßt, dass der Verfassungsgerichtshof der USA Mitte Juni das Antidiskriminierungsrecht für LGBTI gestärkt hat (queer.de berichtete). Außerdem wird ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, das Verbot von "Konversionstherapien" oder das Ende von Trumps Trans-Verbot im US-Militär angeregt. Zudem sollen Themen wie die hohe Obdachlosenrate unter queeren Menschen oder das Problem der transphoben Gewalt angegangen werden. Auch im Bereich der HIV-Prävention wollen die Demokraten mehr tun.

Twitter / JoeBiden | Auch Joe Biden wirbt intensiv unter queeren Wählerinnen und Wählern

Das Wahlprogramm der Demokraten setzt sich damit extrem vom republikanischen Wahlprogramm ab. Die Regierungspartei hatte im Juni beschlossen, das Programm von 2016 erneut zu nutzen. Darin wird unter anderem eine Wiedereinführung des Ehe-Verbots für gleichgeschlechtliche Paare gefordert. Außerdem werden trans Menschen als "fremdartig" diffamiert (queer.de berichtete). Zudem wirbt die Trump-Regierung derzeit gezielt um die Stimmen von homophoben Wählerinnen und Wählern (queer.de berichtete).

Auch bei anderen Themen setzen sich die Demokraten von Trumps Partei ab. So will die Opposition anders als die Regierung mit großen Engagement gegen den Klimawandel, wirtschaftliche Ungleichheit und Rassismus kämpfen. Außerdem soll eine öffentliche Krankenversicherung eingeführt werden. Deutschland wird in dem Wahlprogramm als "Verbündeter" beschrieben – die Demokraten kritisieren, dass Trump laut Medienberichten im März dem Tübinger Pharmaunternehmen CureVac einen hohen Geldbetrag anbieten wollte, um sich dessen Corona-Impfstoffforschung exklusiv für die amerikanische Bevölkerung zu sichern.

Die Präsidentenwahl wird am 3. November stattfinden. Daneben werden unter anderem auch alle Mitglieder des Repräsentantenhauses und ein Drittel der Mitglieder des US-Senates neu gewählt. (dk)



#1 FennekAnonym
  • 06.08.2020, 07:29h
  • Nicht nur wegen LGBTI-Themen kann man nur hoffen, dass Trump keine zweite Amtszeit bekommt.
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#2 TigerAnonym
  • 06.08.2020, 13:05h
  • Leider wählt ja das amerikanische Volk seinen Präsitenten und da scheinen logische Argumente nicht bei allen zu zählen, sonst wären viele nicht auf die nicht zu Ende gedachten Wahlversprechen von Trumps "make America great again" reingefallen.

    Ich hoffe ja, dass ihm sein Umgang mit der Coronakrise sein politisches Genick bricht. Allerdings werden die Demokraten mit ihrem Wahlprogramm nicht weit kommen, wenn sie nicht auch im Senat und im Repräsentantenhaus die Mehrheit bekommen.
    Es gibt sogar einen Aufruf mehrerer Republikaner den demokratischen Kandidaten zu wählen, dieser Aufruf bezieht sich dabei aber nicht die beiden Häuser des Kongresses.

    Aber im Grunde wäre es mit schon extrem wichtig, dass der Exilpfälzer abgewählt wird.
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#3 PeerAnonym
#4 Ralph
  • 06.08.2020, 16:56h
  • Antwort auf #2 von Tiger
  • Das amerikanische Volk... Ich hab dieser Tage eine Doku über die Macht der Evangelikalen in den USA gesehen. Das geht so weit, dass Sheriff und Prediger gemeinsam auf Streife gehen, damit der Polizist die Ordnungswidrigkeit ahndet oder die Straftat zur Anzeige bringt und der Prediger sofort die Bekehrung des Sünders starten kann. Mir wurde beim Zuschauen und -hören körperlich übel. Staat und Kirche sind in solchen Regionen des Landes identisch.
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