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"Queerantäne-Studie"

Studie: Corona-Krise hat "schädlichen Einfluss" auf psychische Gesundheit von LGBTI

Eine neue britische Studie warnt vor den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Seelenleben von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten.


Die Corona-Krise hat offenbar besonders schwere Auswirkungen auf LGBTI (Bild: daniMU / flickr)

Der coronabedingte Lockdown führt zu einer "Krise der psychischen Gesundheit" unter Schwulen, Lesben, Bisexuellen und trans Menschen. Das ist das Ergebnis der sogenannten "Queerantäne-Studie" des University College London (UCL) und der Sussex University, die in der Nähe von Brighton ansässig ist.

Die Forscher*innen befragten 310 queere Menschen in Großbritannien intensiv nach den Auswirkungen der Corona-Krise. Das Ergebnis: 69 Prozent von ihnen litten an Symptomen einer Depression. Dies stieg auf 90 Prozent unter jenen Befragten, die während der Pandemie Opfer von Homo- und Transphobie geworden sind.

Besonders betroffen seien jüngere Menschen, die während des Lockdowns mit homo- oder transphoben Familien zusammenlebten. Ein junger Befragter, der sich nur vor seinem Bruder als schwul geoutet hatte, gab etwa an, dass das Versteckspiel dazu geführt habe, dass er Symptome des Hochstapler-Syndroms verspürte, also so stark von ständigen Selbstzweifeln geprägt ist, dass er sich wie ein Hochstapler fühlt. Insgesamt gaben zehn Prozent der Befragten an, sie würden sich zu Hause nicht sicher fühlen.

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Versteckspiel statt Coming-out

Studien-Coautorin Laia Bécares erklärte, die Pandemie habe einen "schädlichen Einfluss" auf die psychische Gesundheit der LGBTI-Community. "Viele, die bereits out waren, mussten sich wieder verstecken und mit Menschen leben, die entweder nichts von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität wissen oder diese nicht befürworten."

Bereits im April hatte die UN-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet vor den Auswirkungen der Corona-Krise auf die LGBTI-Community gewarnt (queer.de berichtete). Queere Telefon-Hotlines meldeten zuletzt mehr Anrufe.

Queer.de hatte zum Beginn der Pandemie zum Schlagwort #QueerCoronaSupport eine Liste mit Hilfsangeboten in Deutschland zusammengefasst. (dk)



#1 RebeccaProfil
  • 06.08.2020, 10:06hBerlin
  • Und nicht nur in Großbrittanien oder LGBTIQ* die dort in Familien leben, sondern auch hier:

    Kaum jemand, außer,sie sind in gleicher Situation, kann ermessen, welches Befreiungsgefühl bei Transpersonen (MzF) entsteht, wenn z.B. die Epilation beginnt oder die Brust-Op durchgeführt wird.

    Nun aber, in Coronazeiten, werden sie vertröstet, diese Maßnamen im Oktober oder November wieder zu ermöglichen.

    Bis dahin sollen also diese Personen, die selbst unter einem immensen Druck stehen (auch Leidensdruck genannt) warten, bis sie die für sie notwendigen Maßnahmen durch führen können.

    Dabei ist Zeit für immer ein wesentlicher Faktor, denn wenn es "schnell" geht, von dem Outing, der Begutachtung durch zwei Gutachter, Begleitung während der Transition durch Psychotherapeuten, den notwendigen Operationen, sind es vier Jahre.

    Was das auf einem Arbeitsmarkt, der Transpersonen selbst unter normalen Umständen meist ausgrenzt und nun unter Coranabedingungen, erst recht marginalisiert, kann man kaum ermessen.

    Die Folge sind Depression, Selbstmorde und Selbstverstümmelungen.
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