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Kommentare zu:
Die Wurzeln der Homophobie sind kolonialistisch


#1 FennekAnonym
  • 06.08.2020, 07:41h
  • >>>>> die Wurzeln der Homophobie sind eindeutig kolonialistisch <<<<<

    Sorry, aber die Kolonialzeit ist fast 60 Jahre vorbei. Vor 60 Jahren sah die ganze Welt noch anders aus - auch Staaten, die heute vorbildlich sind. Aber andere Staaten haben sich halt weiterentwickelt und dort ist man offenbar stehen geblieben.

    Das ist so, als würde man Erfolg rechter Parteien in Deutschland damit rechtfertigen, dass es hier mal eine Nazi-Diktatur gab.

    Menschen haben auch ihr eigenes Hirn und ihr eigenes Gewissen. Da kann man nach 60 Jahren auch mal erwarten, dass sie sich selbst Gedanken machen und vielleicht auch mal dazu lernen.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 06.08.2020, 09:25h
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • "Das ist so, als würde man Erfolg rechter Parteien in Deutschland damit rechtfertigen, dass es hier mal eine Nazi-Diktatur gab. "

    Rechtfertigen nicht, aber erkären.

    Die AFD ist z. B. in der ehemaligen Nazi-Hochburg Thüringen besonders stark.

    Der Fall Mbembe zeigt übrigens, dass nicht nur Homophobie. sondern auch Antisemtismus in Afrika kolonial bedingt ist. Die Klischees, die er in seinem Text 'On Palestine' aneinanderreiht (bis hin zur Ausrottungslüge, Begiffen wie Zeloten und Pharisäer) haben alle ihren Ursprung in einem christlich geprägten Antijudaismus, der mit den Missionaren nach Afrika gekommen ist.

    Genauso wie die Homophobie.

    Dass sie sich an der festklammert, ist natürlich Eigenverantwortung der Politik in fast allen afrikanischen Staaten.
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#3 Ralph
  • 06.08.2020, 09:46h
  • Wer ernsthaft behauptet, das kenianische Volk, die kenianische Kultur, die kenianische Gesellschaft, die kenianische Politik seien auch nach 57 Jahren Souveränität noch immer unfähig zur Achtung der Menschenrechte und noch immer unfähig, sich von der ehemaligen Kolonialmacht zu emanzipieren, argumentiert zutiefst rassistisch. Diese Woche sagt der Rassismusforscher Wulf Hund (der heißt wirklich so) im Spiegel über die Einstellung von Immanuel Kant zu Afrikanern: "Die hält er für ewige Kinder, die es mit Anleitung höchstens zu einer 'Kultur der Knechte' bringen können." Nein, die Kenianer sind für ihre Gesetze selbst verantwortlich, niemand sonst.
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#4 Ralph
  • 06.08.2020, 09:49h
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • Ja, kann man so sehen. Aber es gibt ein besseres Beispiel: Man könnte in dieser Denke sagen, dass all die Minister, Abgeordneten, Richter, Polizisten, Kanzler 1945-69 nicht verantwortlich waren für ihre an homosexuellen Männern begangenen Verbrechen, denn sie konnten sich ja nicht vom Willen des Führers lösen.
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#5 seb1983
#6 goddamn liberalAnonym
  • 06.08.2020, 10:41h
  • Antwort auf #5 von seb1983
  • Na ja, Deine Kenntnisse über das vorkoloniale Afrika sind ja immens.

    Aus welchen Quellen hast Du Sie?

    Ich beziehe mich einfach darauf, dass die Gesetzeslage in großen Teilen Afrikas mit den britischen Kolonialherren kam.

    Dass postkoloniale Theorien mit viel Exotik-Kitsch vom 'edlen Wilden' vermengt sind, ist allerdings auch eine Tatsache.
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#7 TheDadProfil
  • 06.08.2020, 11:02hHannover
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • ""Sorry, aber die Kolonialzeit ist fast 60 Jahre vorbei.""..

    Der ganze Gedankengang greift hier viel zu kurz, denn neben der Kolonialzeit ist hier vor allem eines ursächlich :
    Die Religion..
    Egal welche der vermeintlich 4 "global Player"..

    Die Einflüße über Jahrhunderte hinweg haben Homo-und Trans*-Phobie tief in die kollektiven Gedächtnisse der Ethnien eingegraben, und damit steht letzten Endes die tatsächliche "Eigenverantwortung für die derzeit geltenden Gesetze" immer noch auf dem Prüfstand, die Diskussion um Schuld und Verantwortung "lokaler Regierungen" an den Brüchen von Menschenrechten in Dutzenden Staaten dieser Erde sind noch lange nicht abschließend geklärt, und können deshalb auch nicht mit einem einfachem "das ist seit 60 Jahren vorbei" vom Tisch gewischt werden..

    Kolonialismus ist nicht vorbei !
    Er hat nur sein Gesicht gewandelt und nennt sich Heute "Entwicklungshilfe" oder auch "bilaterale Vereinbarungen" beispielsweise zwischen US-Amerikanischen, Europäischen oder auch Chinesischen Konsortien und Konzernen, und dient immer noch dazu diesen die Pfründe an vor allem afrikanischen Ressourcen zu sichern..
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#8 sapere audeAnonym
  • 06.08.2020, 11:10h
  • Antwort auf #6 von goddamn liberal
  • Der heutige Schwulenhass in einigen (vielen) afrikanischen Ländern ist ohne Frage der Jetztzeit zuzurechnen, z.B. in Ländern, in denen LGBT*IQ-Verfolgung muslimisch-religiös motiviert ist, denn diese religiotische Ausprägung hat mit den ehemaligen europäischen Kolonialherr*innen nichts zu tun.
    Aber auch christlicher Hass auf LGBT*IQ ist heute selbstverständlich den aktuellen Machthaber*innen zuzurechnen.

    @Autorin: "politische Utopie in der kleinsten gesellschaftlichen Einheit dem Liebespaar"

    Derber Unsinn. Die kleinste gesellschaftliche Einheit ist das Individuum. Aber das ist ja für alle Ideolog*innen eine Bedrohung, die gerne weggeleugnet wird.
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#9 PeerAnonym
  • 06.08.2020, 11:19h
  • Auch dort, wo es keine Kolonien gab, herrscht Homohass.

    Mal ganz abgesehen davon, dass man nach Jahrzehnten und neuen Generationen eh die Menschen von heute für den status quo verantwortlich machen muss.

    Im übrigen:
    die ganzen Kolonialmächte sind heute weltweit führend bei Homorechten. Wenn die diese Staaten so sehr geprägt haben, müssten die ja auch diesen Weg gegangen sein.
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#10 antosProfil
#11 HagenAnonym
  • 06.08.2020, 13:45h
  • Antwort auf #10 von antos
  • Wollte mich mal bei antos für seine klugen, respektvollen und erhellenden Kommentare bedanken. Auch wenn ich mitunter nur unter größten kognitiven Verrenkungen folgen kann -
    immer wieder ein Fest und eine enorme Fleißarbeit bei über 2000 Einlassungen
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#12 antosProfil
#13 Ralph
#14 DramaQueen24Profil
  • 07.08.2020, 16:10hBerlin
  • Konnte den Film leider nicht sehen, da ich heute früh zur Arbeit musste. Warum bringt der RBB die Filme nicht in der Mediathek? Von Edition Salzgeber gab es da schon andere Filme, warum nicht dieser?
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#15 ursus
#16 DramaQueen24Profil
  • 08.08.2020, 02:40hBerlin
  • Antwort auf #15 von ursus
  • Rafiki wurde unter anderem mir dem Geld deutscher Produzenten und TV-Anstalten finanziert. Razor Film, der viele TV-Formate produziert (darunter die "Usedom-Krimis") war mit an Bord.
    Ich finde es eine Schande, dass unsere Filme erst nach Mitternacht gezeigt werden (in der Woche), und noch nicht einmal in der Mediathek zu finden sind.
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#17 TheDadProfil
  • 08.08.2020, 10:33hHannover
  • Antwort auf #8 von sapere aude
  • ""Der heutige Schwulenhass in einigen (vielen) afrikanischen Ländern ist ohne Frage der Jetztzeit zuzurechnen, z.B. in Ländern, in denen LGBT*IQ-Verfolgung muslimisch-religiös motiviert ist, denn diese religiotische Ausprägung hat mit den ehemaligen europäischen Kolonialherr*innen nichts zu tun.""..

    Wenn man nur eine Seite der Medaille betrachten will, dann kann man zu dieser Auffassung kommen..

    Die Verfolgung von Minderheiten (und nicht der der LGBTTIQ*-Menschen) in so genannten "muslimisch geprägten" Ländern basiert aber eben nicht auf dem Koran, oder den dort verbreiteten Regeln, sie stammt von Leuten die "denken" sie hätten den Koran gelesen und "glauben" sie hätten verstanden was dort geschrieben steht..

    Diese Gruppe der "Super-Muslime" liefert dann Bewerber in die Imam-Ausbildung, was seit Jahrzehnten wenn nicht gar Jahrhunderten zu einer "Radikalisierung" der religiösen Vorschriften geführt hat..
    Beeinflußt über die Kolonialherren, die das gefördert haben, bilden sich Gesellschaften heraus die exakt wie die Kolonialherren agieren, aber eben ein "Spiegelbild" der "christlichen Okkupisten" darstellen, und damit liegt der Einfluß offen auf dem Tisch..

    Ein Übriges tun dann die vielen Strafrechtlichen Vorschriften die bis Heute Teils unverändert in Kraft sind, und die zumeist aus englischen oder französichem Recht des 16. und 17. Jahrhunderts, also aus Vorrevolutionärer Zeit stammen..
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