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Freiburg
Dragqueen Betty BBQ attackiert: "Sowas wie du sollte tot sein"
Auf dem Weg zu ihrer Stadtführung wurde die bekannte Freiburger Travestie-Künstlerin Betty BBQ am Donnerstagnachmittag mitten in einer Einkaufsstraße beschimpft und bedroht.

Markenzeichen Bollenhut und Dirndl: Betty BBQ in der Freiburger Altstadt (Bild: bettybbq / instagram)
- 8. August 2020, 07:51h 2 Min.
Die bekannte Freiburger Travestie-Künstlerin Betty BBQ wurde am Donnerstag Opfer einer homofeindlichen Straftat. Über den Vorfall informierte die Polizei der baden-württembergischen Großstadt am Freitag, allerdings ohne ihren Namen zu nennen.
Laut Polizeibericht befand sich die Dragqueen mit Bollenhut und Dirndl gegen 16.20 Uhr auf dem Weg zu ihrer Stadtführung. Auf Höhe der Parfümerie "Douglas" in der Kaiser-Joseph-Straße – Freiburgs großer Einkaufsstraße – wurde sie unvermittelt von einem Mann angeschrien, beleidigt und bedroht.
"Ich schlag dich gleich"
"Er schrie unter anderem 'Du Scheiss-Transe! Sowas wie du sollte tot sein!'", berichtete Betty BBQ gegenüber der "Badischen Zeitung". Außerdem habe sie der Mann mit den Worten "Ich schlag dich gleich" bedroht. Zwei Begleiter hätten ihn jedoch festgehalten und damit eine körperliche Attacke abgewendet. Alle drei Männer entfernten sich schließlich in Richtung Europaplatz.
Das Polizeirevier Freiburg-Nord bittet Zeug*innen des Vorfalls, sich unter der Telefonnummer (0761) 882 42 21 zu melden. Der Tatverdächtige wird im Polizeibericht wie folgt beschrieben: "18-21 Jahre alt, sportliche Statur, afrikanisch schwarz, 170-175 cm groß und sprach akzentfreies Deutsch".
Betty BBQ, die auch eine offizielle Botschafterin für das Freiburger Stadtjubiläum ist, wurde nach eigenen Angaben nicht zum ersten Mal beschimpft. "Beleidigungen geschehen öfter, aber eher im Nachtleben und nicht in einer solchen Heftigkeit", erklärte sie gegenüber der "Badischen Zeitung". Der Angriff müsse geahndet werden, so die Dragqueen: "Am Nachmittag, mitten auf der Kaiser-Josef-Straße um Haaresbreite einem körperlichen Angriff zu entgehen, das hat eine andere Qualität." (cw)
















Mich macht das wütend. Trotzdem den Kopf nicht hängen zu lassen, ist manchmal gar nicht so leicht, auch wenn man nicht unmittelbar selbst betroffen ist.
Dass sich Menschen aufgrund ihrer selbst heutzutage noch Aggressionen ausgeliefert sehen müssen, ist ein Armutszeugnis. Aber was kann man mehr tun, als standhaft zu bleiben?