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Veranstaltet von Salzgeber

Weil queere Filme auf die große Leinwand gehören

Das "queerfilmfestival 2020" zeigt vom 2. bis 6. September die "besten queeren Filme des Jahres" in elf Städten. Eröffnungsfilm ist der Teddy-Gewinner "Futur Drei".


Die postmigrantische Coming-of-Age- und Liebesgeschichte "Futur Drei" eröffnet das "queerfilmfestival 2020" (Bild: Edition Salzgeber)

Trotz der Corona-Pandemie findet das "queerfilmfestival" auch in diesem Jahr statt. Vom 2. bis zum 6. September läuft es nach einer Ankündigung der Edition Salzgeber in den elf Städten Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Köln, Leipzig, Magdeburg, München, Nürnberg, Stuttgart und Wien. Versprochen werden die "besten queeren Filme des Jahres".

Das Hauptprogramm umfasst 18 Produktionen. 12 davon sind exklusiv im Kino zu sehen, weitere 6 Filme – inklusive eines Kurzfilmprogramms – zeigt der queere Verleih aus Berlin als Online-Premieren. Mit dabei sind Highlights aus Cannes, Venedig, Sundance und der Berlinale. Mit wenigen Ausnahmen laufen die Filme als deutsche Erstaufführungen.

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Poster des Festivals

Als Eröffnungsfilm ist mit dem Teddy-Gewinner "Futur Drei" eine postmigrantische Coming-of-Age- und Liebesgeschichte aus Hildesheim zu sehen, die zugleich aktivistisches Popcornkino ist. In dem queeren Liebesfilm "Port Authority" verliert Nachwuchsstar Fionn Whitehead sein Herz in der New Yorker Ballroom-Community.

Im Heimatfilm "Neubau" (Max Ophüls Preis 2020) stellt sich ein junger queerer Mann in der Uckermark die Frage, wo und wie er leben möchte. Aus Cannes kommt das russische Soldatinnen-Drama "Bohnenstange", das von der Kritik frenetisch gefeiert und mit dem Regiepreis der Sektion "Un Certain Regard" ausgezeichnet wurde.

Shootingstar Roosa Söderholm und die Sängerin Maria Ylipää glänzen im finnischen Film "Baby Jane" als leidenschaftliches Paar. Das schwedische Liebesdrama "Are We Lost Forever" erzählt vom drastischen Ende einer schwulen Beziehung.

"Im Stillen laut" porträtiert die beiden 81-jährigen Künstlerinnen Erika Stürmer-Alex und Christine Müller-Stosch, die seit Jahrzehnten auf einem Hof in Brandenburg zusammenleben und -arbeiten.

Die US-amerikanische Trans-Komödie "Adam" war bereits in Sundance ein Publikumshit. Im südafrikanischen Drama "Moffie" kämpft ein schwuler Wehrdienstleistender im Jahr 1981 gegen die unmenschlichen Repressionen und die toxische Männlichkeit des Apartheid-Regimes.

Der dänische Film "Eine total normale Familie" beginnt mit dem Trans-Outing eines Familienvaters. In dem vielschichtigen Drama "Minjan" wird ein schwuler Teenager aus einer jüdisch-russischen Einwandererfamilie im New York der späten Achtzigerjahren erwachsen. Der erotische Gefängnisfilm "Der Prinz" spielt im Chile des Jahres 1970 am Vorabend der Präsidentschaft Salvador Allendes und erhielt in Venedig den Queeren Löwen.

Die musikalische Liebeskomödie "Benjamin" des britischen Star-Comedians Simon Amstell bringt Colin Morgan und Phénix Brossard zueinander. Von Kultregisseur Yann Gonzalez stammt der französische Kunstporno "Gleichung mit einem Unbekannten" (1980). Ein "Herz aus Dynamit" bilden zwei Freundinnen in Guatemala City, die erst Opfer eines Verbrechens werden und dann gemeinsam Rachepläne schmieden.

Im belgisch-französischen Drama "Lola und das Meer" unternehmen eine junge trans Frau und ihr Vater zusammen einen Roadtrip. "Die Starken" sind ein angehender Architekturstudent und ein Hafenarbeiter, die sich an der rauen Küste Süd-Chiles ineinander verlieben. Das Kurzfilm-Programm "Lonely Wolves" von XPOSED versammelt einen bunten Strauß nicht-heterosexueller Miniaturen.

Direktlink | Trailer zum "queerfilmfestival 2020"

Motto des Festivals: "Uns gehört die Welt!"

"Trotz der mit Covid-19 verbundenen Einschränkungen haben wir uns entschieden, dass das queerfilmfestival 2020 in die Kinos gehört", erklärte die Edition Salzgeber. "Dies ist eine bewusste Entscheidung für das Kino als richtiger Ort für unsere Filme und auch der Wunsch der Filmemacher*innen und ihrer Teams, die oft jahrelang an den Filmen gearbeitet haben. Wir glauben, dass der gemeinsame Kinobesuch ein ganz besonderes und einzigartiges Erlebnis ist, das gerade jetzt für uns und die Filme wichtiger denn je ist."

Auf die gewohnten persönlichen Einführungen in die Filme und auf Gäste oder Gespräche mit den Filmschaffenden verzichten die Veranstalter*innen. Dafür gibt es auf der Homepage queerfilmfestival.net zum Festivalstart eine Reihe von spannenden zusätzlichen Inhalten zu entdecken – unter anderem Videobotschaften, Interviews und Panels mit Regisseur*innen.

Das diesjährige Motto "Uns gehört die Welt!" hat das Festival Banafshe aus dem Eröffnungsfilm "Futur Drei" zu verdanken. "Wir verbinden damit Lebenslust, Lebenshunger und einen hohen Anspruch an unser Selbstverständnis und unsere Selbstverantwortung", so die Edition Salzgeber. "Das queere Filmschaffen hat unsere Emanzipationsgeschichte begleitet und im Idealfall auch vorangetrieben. Dies sind auch die Leitlinien unseres diesjährigen Programms: Nichts ist perfekt, vieles bleibt zu tun, aber es liegt an uns, neugierig und offen zu sein und unsere Welt zu gestalten." (cw/pm)