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"Grill den Henssler"

Kritik an "Warmer Bruder"-Aussage von Laura Wontorra

Die Moderatorin riss in der Kochshow "Grill den Henssler" einen Schenkelklopfer aus Großvaters Zeiten, was den heterosexuellen Steffen Henssler zum Nachahmen einer schwulen Klischeestimme animierte.


Laura Wontorra sorgte mit ihrem Auftritt im Köln-Ossendorfer Studio von "Grill den Henssler" für Kopfschütteln (Bild: Screenshot Vox)

Am Sonntagabend erzürnte Moderatorin Laura Wontorra in der Kochshow "Grill den Henssler" Zuschauer*innen mit einem "Witz", der in sozialen Netzwerken als homosexuellenfeindlich kritisiert wurde. "Lass uns mal über den Käse sprechen", so die Aufforderung der 31-Jährigen an den shownamensgebenden Koch Steffen Henssler, als dieser Risotto mit Pecorino, Birnen und Kaisergranat zubereitete.

Dabei bezeichnete Wontorra den Pecorino als "warmen Bruder vom Parmesan". Henssler imitierte daraufhin in einer klischeeschwulen Stimme ihre Worte. Der 47-Jährige betonte im Anschluss, dass Pecorino aber "nicht so meine Küche" sei.


Henssler macht sich mit affektierter Stimme und einer Handgeste über den "schwulen" Käse lustig (Bild: Screenshot Vox)

Die Produzenten fanden den "Witz" offenbar sehr gut, da sie danach Hintergrundklatscher eingefügt haben. Die Show wird derzeit wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum aufgenommen. Gäste in der dreistündigen Sonntagssendung waren drei RTL-Gewächse: Schauspieler André Dietz ("Alles was zählt"), Tänzerin Motsi Mabuse (Jurorin bei "Let's Dance") und Komiker Chris Tall (Juror bei "Das Supertalent").

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"Ernsthaft, Frau Moderatorin?"

In sozialen Netzwerken rümpften einige die Nase über das Gespräch. Auch das Boulevardmedium "Promiflash" berichtete kurz nach der Sendung über die als homosexuellenfeindlich kritisierte Äußerung, die aber laut einer Umfrage auf der Website nur ein Viertel der Leserinnen und Leser störte. Auf Twitter gab es Kritik mit Worten wie: "Ernsthaft, Frau Moderatorin? Wie daneben ist das denn..." und"Echt jetzt? Schwulen-Witze? Fettnäpfchen-TV."



Laura Wontorra ist die Tochter des berühmten Sportkommentators Jörg Wontorra. Auch sie arbeitete zu Beginn ihrer TV-Karriere als Sportkommentatorin für Sky und Sport1 und moderiert seit letztem Jahr auf RTL die Spiele der UEFA-Europa-League. Die RTL-Gruppe versucht unterdessen, sie auch als Unterhaltungsmoderatorin aufzubauen. Vor "Grill den Henssler" moderierte sie etwa die "Ninja Warrior Germany" und die trashige RTL-Show "Pocher vs. Wendler – Schluss mit lustig!"


(Bild: Screenshot Vox)

Henssler geriet bereits vor ein paar Jahren wegen einer homosexuellenfeindlichen Äußerung in die Kritik. 2014 schnauzte er in seiner damaligen Show "Der Restauranttester" einen Kandidaten mit den Worten an: "Wichtig ist, wenn du es machst, dass du überzeugt bist – nicht so halbschwul" (queer.de berichtete). Einen Kommentar oder eine Reaktion auf diesen Ausbruch lehnte der Fernsehkoch damals gegenüber queer.de ab. (dk)



#1 Rolle rückwärtsAnonym
  • 10.08.2020, 12:09h
  • Doitschland vollzieht derzeit eine schwungvolle Rolle rückwärts in die 1950er. Dass die schwulenfeindliche (NiCHT homosexuellenfeindliche, da nur gegen schwule Männer gerichtet!) Äußerung nur ein Viertel der Leser*innen stört, verwundert bei diesem prekären TV-Sender nicht weiter.
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#2 N8EngelProfil
#3 LilieAnonym
  • 10.08.2020, 12:28h
  • Schön mag die Bemerkung nicht sein (ist aber wohl auch ein bisschen Ansichtssache) aber deswegen nun quasi so ein Fass aufzumachen halte ich für minimal übertrieben.
    Da finde ich Hensler seine Aussage von damals und nun diesen Satz mit einer sogenannten Klischeestimme nachzuahmen weitaus schlimmer (und den Mist auch noch mit Beifall zu unterlegen) und da sollte man zurecht gegensteuern.
    Zumal ich den "Witz" von Wontorra eh nicht ganz verstehe, wie kam sie darauf? Wegen dem Namen vom Käse oder wie?

    Wie dem auch sei, es mag nich angenehm sein aber deswegen gleich ne Umfrage zu starten und darüber berichten, hmm, hätte man sich schenken können, zumindest was Wontorra angeht oder hat sie auch schon solche Verbalentgleisungen wie Hensler von sich gegeben?
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#4 mesonightAnonym
  • 10.08.2020, 13:24h
  • Solche Äußerungen finde ich immer ganz besonders schlimm, die Leute verstehen gar nicht, wie dumm und verletzend diese mitunter sind. Das wäre ja so, als wenn Männer Frauen an den Po fassen und dann behaupten, dass dies gar nicht Frauenfeindlich sein kann, weil man ja auf Frauenärsche steht... Ich würde mir auch hier einen besseren Zusammenhalt innerhalb einer Community wünschen, solche Äußerungen sollten niemals selbstverständlich sein!
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#5 Johann SchmidtAnonym
#6 DramaQueen24Profil
  • 10.08.2020, 14:18hBerlin
  • Tja, dumme Klischees regieren die Welt! Man brauch nur mal ins Weiße Haus zu schauen.
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#7 Ralph
  • 10.08.2020, 14:45h
  • Antwort auf #1 von Rolle rückwärts
  • Mit der Schwulenfeindschaft ist es wie mit dem Judenhass. Beide sind schon immer da, es gibt nur manchmal Phasen, in denen sie sich etwas zurückhalten, und Phasen, in denen sie sich lauter austoben. Derzeit haben wir eine laute Phase, was Schwulenhass angeht, fein vorbereitet von Leuten wie Dieter Nuhr, Durchlaucht Gloria, AKK usw.
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#8 KumpelAnonym
#9 Steve93Anonym
#10 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 10.08.2020, 16:45h
  • Auch wenn das Buch inzwischen gut 2 Jahre alt ist, reicht es immer noch für eine TOP Empfehlung:

    www.querverlag.de/ich-hab-ja-nichts-gegen-schwule-aber/

    Das ist genau die "schrecklich nette Homophobie in der Mitte der Gesellschaft", von der Johannes Kram spricht.

    Und auch ich sage: Aussagen dieser Art sowie deren Unterstützung durch Darauf-Eingehen und auch noch Applaus-/Lacher-Hinterlegen sind IMMER inakzeptabel. Wir haben jedes Recht der Welt, diese Dinge immer wieder erneut anzusprechen und sie kennzuzeichnen, als was sie sind: Homophob. Menschenfeindlich.

    Da gibt es nichts zu Deuteln und nichts zu Beschwichtigen. Weder von außerhalb noch von innerhalb der Community.
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