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Heimkino

High-School-Tanzfilm mit queerer Zicke

In der neuen Netflix-Teenie-Komödie "Work It" muss sich eine unlockere Streberin in eine coole Tänzerin verwandeln. Kann sie die ehrgeizig-arrogante Voguing-Diva der Schule am Ende besiegen?


Keiynan Lonsdale spielt die queere Diva Isasiah (Bild: Netflix)
  • Von Patrick Heidmann
    11. August 2020, 05:20h, noch kein Kommentar

Teenie-Komödie = Teenie-Komödie? Ganz so einfach ist es dann doch nicht immer. Tatsächlich nämlich weist dieses ur-amerikanische Genre erstaunlich viele Unter-Kategorien auf, die von Sex-Farce bis Horror reichen können. Und dann sind da natürlich auch noch die jugendlichen Tanzfilme, von "Grease" und "Footloose" bis "Save the Last Dance" und "Step Up" (mit dem Channing Tatum damals der Durchbruch gelang). Coole Choreografien in Schulfluren und athletische junge Körper, das geht scheinbar immer. Dachte man sich auch bei Netflix, wo seit neustem der Film "Work It" auf eben jenen Zug auch noch aufspringt.

Der Film der lesbischen Regisseurin Laura Terruso (deren queere Kurzfilme jahrelang auf Festivals in der ganzen Welt zu sehen waren) ist nun allerdings in der Tat keine bahnbrechend neue, sondern eine viel mehr recht vorhersehbare Geschichte. Quinn Ackerman (Disney- und Popsternchen Sabrina Carpenter) ist eine typische Musterschülerin: brav, fleißig und strebsam. Viel Platz für pubertären Spaß gibt's in ihrem Leben nicht, dafür ist sie viel zu sehr darauf fokussiert, einen Studienplatz an der Uni ihrer Träume zu bekommen. Doch als dort allerdings nicht nur nach Leistung gefragt wird, sondern nach ungewöhnlichen Kandidat*innen gesucht wird, fängt Quinn an zu flunkern und behauptet, Mitglied der erfolgreichen Tanzcrew ihrer High School zu sein.

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Quinn muss ihre eigene Truppe aus dem Boden stampfen


Poster zum Film: "Work It" läuft seit 7. August auf Netflix

Um doch noch an der Uni angenommen zu werden, bleiben für die ebenso ungelenke wie unlockere Streberin nur ein paar Wochen, sich in eine coole Tänzerin zu verwandeln. Doch weil sie im Team um den ehrgeizig-arroganten Isasiah (Keiynan Lonsdale) keine Chance hat, sieht sie ihre einzige Chance darin, gemeinsam mit der besten, tanzbegabten Freundin Jasmine (Youtuberin Liza Koshy) eine eigene Truppe aus dem Boden zu stampfen – und sich in Windeseile beim Tanzwettbewerb "Work It" zu qualifizieren. Helfen soll dabei unter anderem der schnuckelige Ex-Tänzer und Choreograf Jake (Jordan Fisher, der im Januar am Broadway die Titelrolle im Musical-Erfolg "Dear Evan Hansen" übernahm und auch schon in "Hamilton" dabei war).

Natürlich kommt hier letztlich alles so, wie man es erwartet: die Anfänge der Außenseiter gestalten sich holprig, mit ein bisschen Glück und dem Mut der Verzweiflung gelang man dann auf die Erfolgsspur, doch kurz vorm alles entscheidenden Finale kommt es zum großen Konflikt, durch den wieder alles auf dem Spiel steht. Platz für eine zarte Romanze gibt es natürlich auch – und dass sich Quinn irgendwann in jeder Beziehung so richtig locker macht, versteht sich sowieso von selbst.

Aus Lonsdales Rolle hätte man mehr machen können

Dass "Work It" ebenso überraschungsfrei wie harmlos daherkommt, ist nicht wirklich tragisch (die etwas penetrante Netflix-Eigenwerbung dagegen schon). Der Zielgruppe bietet die Komödie genau das, was sie erwartet, ist dank der Schauspieler*innen durchaus charmant und entwickelt nicht zuletzt dank der Songs (u.a. von der queeren Bounce-Ikone Big Freedia) und Tanzszenen sogar richtig Schwung.

Schade nur, dass Terruso und Team nicht mehr aus Lonsdale und seiner ziemlich queeren Figur machen. Der für die High School eigentlich viel zu alte australische Schauspieler und Sänger (bekannt aus "Love, Simon") erkennbar Spaß nicht nur an den von Voguing-Elementen durchzogenen Tanz-Performances, sondern auch an der Rolle der zickigen Diva, die mit "Drag Race"-Zitaten um sich wirft. Davon hätte man – zumal in einem augenzwinkernden Umgang mit Klischees – gerne mehr gesehen.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Work It. Tanzfilm/Komödie. USA 2020. Regie: Laura Terruso. Darsteller*innen: Sabrina Carpenter, Liza Koshy, Keiynan Lonsdale, Michelle Buteau, Jordan Fisher. Laufzeit: 93 Minuten. Sprachen: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch, Englisch (optional). Seit 7. August 2020 auf Netflix