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"Die Gerechtigkeit hat gesiegt"

USA: Trans Organisationen feiern zwei Erfolge vor Gericht

Im beginnenden Wahlkampf versucht die Trump-Regierung insbesondere, mit Attacken auf trans Menschen die Stimmen von Evangelikalen zu gewinnen. Vor Gericht erlitten die Transhasser aber jetzt gleich zwei Niederlagen.


Drew Adams kämpfte in den letzten drei Jahren für Gleichbehandlung an seiner Schule (Bild: Lambda Legal)

Zwei US-Gerichte haben am Freitag zugunsten von trans Klägerinnen und Klägern entschieden. Konkret ging es um den Zugang zu öffentlichen Toiletten und um die Eintragung in Geburtsurkunden.

Im ersten Fall entschied das Bundesberufungsgericht in Atlanta zugunsten des 19-jährigen trans Mannes Drew Adams. Er hatte bereits 2017 gegen seine damalige Highschool in der Küstenstadt Ponte Vedra in Florida geklagt, weil sie ihm den Zugang zu einer Toilette, die seinem Geschlecht entsprach, verweigerte. Im Urteil (PDF) berief sich die Richtermehrheit auf eine Entscheidung des Supreme Court vom Juni, wonach Diskriminierung von LGBTI am Arbeitsplatz eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts darstelle (queer.de berichtete).

Das Urteil erfolgte nach den Parteibüchern der beteiligten zwei Juristinnen und des beteiligten Juristen: Die beiden von Barack Obama ernannten Richterinnen Beverly B. Martin und Jill A. Pryor stimmten zugunsten von Adams. Der von George W. Bush ernannte Chefrichter William H. Pryor Jr. stimmte dagegen, weil er Transsexualität generell nicht anerkennt – er bezeichnete Adams in seiner Begründung als "Frau, die sich als Mann identifiziert". Es wird erwartet, dass der Supreme Court endgültig in dieser Frage entscheiden muss.

"Ich bin sehr froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat, nachdem ich meine ganze Highschool-Zeit für Gleichbehandlung kämpfen musste", erklärte Drew Adams laut der Organisation Lambda Legal. Er hoffe, dass trans Schüler*innen in Zukunft nicht dasselbe durchmachen müssen wie er.

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Transphobes Gesetz in Idaho gestoppt

In einer weiteren Entscheidung hat ein Bundesgericht in Idaho erstinstanzlich ein Regionalgesetz gestoppt, das es trans Menschen verbietet, das Geschlecht in ihrer Geburtsurkunde zu ändern. Dieses Gesetz war im Frühjahr – gemeinsam mit einem Wettkampfverbot für trans Frauen an Schulen und Universitäten – vom republikanisch kontrollierten Parlament beschlossen und vom republikanischen Gouverneur unterzeichnet worden (queer.de berichtete).

Bürgerrechts- und LGBTI-Organisationen hatten sofort Klagen angekündigt, weil diese Gesetze allein durch Transphobie geleitet worden seien. Es gibt aber auch Unterstützer*innen aus der LGBTI-Community: So spricht sich die lesbische Tennislegende Martina Navratilova für ein pauschales Sportverbot für trans Frauen aus (queer.de berichtete).

Das gleiche Gericht hatte bereits 2018 eine ähnliche Regelung in Idaho gestoppt. Richterin Candy W. Dale erklärte, dass trans Menschen ein Recht darauf hätten, ihre Dokumente zu ändern.

Twitter / TransEquality

Rechte für trans Menschen spielen im US-Wahlkampf derzeit eine große Rolle. Insbesondere weiße Evangelikale lehnen Rechte für geschlechtliche Minderheiten ab. Die Republikaner planen offenbar, mit Nadelstichen gegen Trans-Rechte Stimmen aus dieser entscheidenden Wählergruppe zu gewinnen. Bereits in den letzten Jahren hatte die Trump-Regierung vor Gerichten und in Richtlinien gegen LGBTI-Rechte und vor allem gegen trans Personen gekämpft, etwa mit ihrem Verbot im Militär (queer.de berichtete).

Diese aggressive Haltung gegen LGBTI-Rechte ist als Wahlkampfthema nicht neu: George W. Bush konnte sich 2004 die Wiederwahl mit der Angst vieler religiöser Anhänger*innen vor der Öffnung der Ehe die Wiederwahl sichern. Er setzte sich etwa dafür ein, das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der US-Verfassung zu verankern (queer.de berichtete). In vielen Staaten gab es auch parallel zur Präsidentschaftswahl Volksentscheide über Verbote der gleichgeschlechtlichen Ehe, was viele homophobe US-Bürger*innen an die Urnen lockte, die gewöhnlich eher republikanisch als demokratisch wählen. Da die amerikanische Bevölkerung inzwischen ihre Angst vor Homo-Rechten zu einem großen Teil verloren hat, schießen sich die Republikaner nun nach Ansicht vieler Sachverständiger auf trans Menschen ein. (dk)



#1 Carsten ACAnonym
  • 11.08.2020, 15:33h
  • Autokraten ziehen immer wieder dieselbe Masche ab:

    Um von ihrem eigenen Versagen und ihrer Unfähigkeit abzulenken, hetzen sie gegen Minderheiten, um so ihre Anhänger auf Linie zu bringen.
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#2 MarcAnonym
#3 TheDadProfil
  • 12.08.2020, 13:18hHannover
  • ""Der von George W. Bush ernannte Chefrichter William H. Pryor Jr. stimmte dagegen, weil er Transsexualität generell nicht anerkennt er bezeichnete Adams in seiner Begründung als "Frau, die sich als Mann identifiziert".""..

    Ein Mann der sich als Richter identifiziert, und der offensichtlich keine Ahnung von der Verfassung hat, zu deren Verteidigung er einen Job hat..
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