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Videospiele

Gayming auf dem Vormarsch

Die Community der queeren Gamer gewinnt zunehmend an Selbstbewusstsein – und auch die Anzahl von LGBTI-Charakteren in den Videospielen nimmt kontinuiierlich zu.


We're here, we're queer – auch im Videogame
  • 12. August 2020, 08:52h, noch kein Kommentar

So wie in der echten Welt auch haben Queere es auch in Computerspielen nicht immer einfach. Nicht nur waren sie lange Zeit unter den Charakteren der Spiele unterrepräsentiert. Wenn sie offen mit ihrer sexuellen Orientierung umgingen, schlug ihnen darüber hinaus oft heftiger Gegenwind ins Gesicht. Auch heute kommt es im Online-Chat, wo ohnehin oft ein eher raues Klima herrscht, noch zu Anfeindungen. Aber die Community der queeren Gamer gewinnt zunehmend an Selbstbewusstsein. Unter dem Banner des "Gayming" finden sich heute schwule Gamer, aber auch Gamer aus dem ganzen LGBTI-Spektrum zusammen.

Welche Spiele bevorzugen Gaymer?

Ein Blick in die Reddit-Community r/gaymers zeigt: schwule Gamer haben Spaß an einer Vielzahl von Spielen. Von Star Wars bis Pokémon, von Call of Duty bis Minecraft – Jeder bekannte Titel ist hier vertreten. Und auch in Online Casinos sind jede Menge queere Gamer unterwegs, um ihr Glück herauszufordern. Dieser Trend wurde durch die Einführung von Online Casino Bonus Angeboten noch weiter verstärkt. Denn queere Gamer freuen sich genauso wie Heteros, wenn sie durch Freispiele ein paar Euro einsparen können. Heißt das also, dass die Vorlieben von schwulen Gamern und Heteros gar nicht unterscheiden? Nicht ganz. Offensichtlich gibt die Community im Zweifelsfall Spielen, in denen durchtrainierte Herrschaften mit nacktem Oberkörper unterwegs sind, den Vorzug. Wer kann ihnen das verübeln?

GaymerX – queer trifft auf nerdig

Seit 2013 haben queere Gamer auch ihre eigene Convention. Die GaymerX versteht sich als Alternative zu den großen Conventions, wo nicht immer eine LGBTI-freundliche Atmosphäre vorherrscht. Die Veranstalter möchten dazu beitragen, dass mehr Queere den Weg in die Videospielindustrie finden und die Bekanntheit von queeren Videospielen zu steigern. Und natürlich sollen dort Gamer aus der LGBTI-Szene ihre nerdige Seite ausleben können, ohne dabei schief angeschaut zu werden. Was 2013 als ein Kickstarter-Projekt begann ist heute ein festes Event, das regelmäßig mehrere tausend Besucher anzieht und der Gayming-Szene ein Gesicht verleiht.

Dreht sich der Wind?

Die Anzahl queerer Charaktere in Videospielen ließ sich in den Achtziger Jahren mehr oder weniger an einer Hand abzählen. Auch wenn diese Zahl zugenommen hat, finden sich dennoch in tausenden von Videospiele die seither veröffentlicht wurden nur einige hundert queere Charaktere, von denen wiederum nur die wenigsten spielbar sind. Immerhin scheint die offensichtliche Zensur, die Unternehmen wie Sega oder Nintendo bis in die Neunziger Jahre in dieser Hinsicht betrieben, Geschichte zu sein. Kürzlich machte die neueste Version des Nintendo-Bestsellers Animal Crossing von sich reden, als geschlechterneutrale Optionen zur Gestaltung des Spielcharakters in der englischsprachigen Version eingeführt wurden. Aber auch in zahlreichen anderen Top-Veröffentlichungen der letzten Jahre spielen queere Charaktere eine Rolle. Besonders die Entwicklerfirma BioWare hat in dieser Hinsicht mit Titeln wie Dragon Age oder Mass Effect eine Vorreiterrolle gespielt. Häufig liegt es hier in der Hand der Spieler, zu entscheiden, ob sie eine gleichgeschlechtliche Beziehung eingehen möchten. Bis einmal eindeutig queere Hauptcharaktere in einem Mainstream-Spiel vorkommen, dürfte es aber noch lange dauern.

Sinneswandel oder finanzielle Überlegungen?

Ein Blick auf die Spielercommunity vieler Online-Games zeigt immer noch große Vorbehalte oder gar offene Feindseligkeit gegenüber queeren Gamern. Das wirft auch die Frage auf, ob von Seiten der Spielentwickler tatsächlich ein Sinneswandel dazu geführt hat, queere Charaktere und Handlungselemente in ihre Spiele einzubauen. Ein Teil der Motivation dürften sicher auch finanzielle Überlegungen ausmachen, denn das Potential von queeren Gamern als Zielgrupppe ist nicht zu unterschätzen. Daher ist es so wichtig, dass neben der Repräsentation in Mainstream-Spielen auch Spiele von queeren Entwicklern speziell für ein queeres Publikum veröffentlicht werden. Die Bereitschaft dazu ist jedenfalls da. (ak)