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Rosa Trikots?

1. FC Köln weist rassistisches und homophobes Ex-Mitglied in die Schranken

Der Domstadtverein kontert das menschenverachtende Kündigungsschreiben eines Fans mit kölscher Gelassenheit.


FC-Fans beim ColognePride 2019 (Bild: 1. FC Köln)

Der Fußball-Erstligaverein 1. FC Köln hat am Dienstag auf Twitter mit einer humorvollen Reaktion auf die Kündigung eines offenbar rassistischen und homophoben Vereinsmitglieds reagiert. Dieser hatte sich darüber echauffiert, dass in den neuen Trikots auch eine Kölner Skyline abgebildet ist, in der neben dem Dom und anderen Gebäuden auch die Zentralmoschee zu sehen ist.


Stein des Anstoßes ist diese auf den ersten Blick kaum zu erkennende Skyline-Abbildung, in der man auch die Zentralmoschee ausmachen kann (Bild: FC.de)

Der Verein, der den katholischen Kölner Dom neben einem Geißbock in seinem Vereinslogo trägt, teilte auch das Kündigungsschreiben des Mitglieds, in dem es hieß: "Da ich heute festgestellt habe, dass der FC jetzt mit Trikots aufläuft, die mit einer Moschee bestückt sind und ich mich mit Moslems und Moscheen nicht identifizieren kann, erkläre ich hiermit meinen Austritt aus der Glaubensgemeinschaft 1. FC Köln." Offenbar mit Blick auf Homosexuelle fuhr das Ex-Mitglied fort: "Ich vermute, dass in der nächsten Saison die Trikots rosa sind. Dann wäre die Weltoffenheit perfekt."

Der führende Kölner Fußballclub reagierte mit den Worten: "Diese Kündigung bestätigen wir gern. Und danke für die Idee mit dem Trikot." Dazu wurde das Bild eines rosa Trikots vor dem in Regenbogenfarben erstrahlenden RheinEnergie-Stadion in Köln-Müngersdorf veröffentlicht. Der Verein verabschiedete sich außerdem freundlich in türkischer und deutscher Sprache mit "Hadi tschüss".

Twitter / fckoeln

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"Levve un levve losse"

Der Kölner Verein verweist auch auf seine "FC-Charta", die an das Kölsche Grundgesetz angelehnt ist. In Artikel zwei der Charta heißt es: "Wir wollen Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt – immer und überall." Der Artikel ist mit "Unsere Werte – Levve un levve losse" (Leben und leben lassen) überschrieben.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle ergänzte gegenüber "Bild", dass die Moschee symbolisch für die "große türkische Community in Köln" stehe, in der es viele Fans gebe. Außerdem sei das Gebäude "ein unverwechselbarer Teil der Kölner Skyline geworden". Widerstand erhält er aus der AfD-Bundesvorstand. Joachim Paul, der kürzlich wegen seiner engen Verbindungen zu Neonazis in der Kritik gestanden hatte, bezeichnete die Moschee als "steinernen Machtanspruch" von Muslimen.

Der 1. FC Köln gehört zu den Unterzeichnern der "Berliner Erklärung", in der Fußballclubs und Sportverbände versprechen, sich gegen Homophobie zu engagieren. (dk)

Twitter / fckoeln | Der FC ist seit Jahren gern gesehener Gast beim CSD



#1 Peck_SProfil
  • 12.08.2020, 15:08hFrankenthal
  • Finde es bemerkenswert, dass alle, also die Zeit, Focus, Bild etc. über den Vorfall berichten und bis auf queer.de kein einziges Medium auch nur ein einziges Wort zur Anspielung auf das rosa Trikot bzw. die Homophobie verloren hat. Wiedermal sehr ernüchternd. Zeigt aber wie so oft, wie wichtig queer.de als Nachrichtenquelle für die Community ist.
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#2 WadimAnonym
  • 12.08.2020, 15:37h
  • "FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle ergänzte gegenüber "Bild", dass die Moschee symbolisch für die "große türkische Community in Köln" stehe, in der es viele Fans gebe."-
    -seit wann sind alle Deutsch-Türken gläubig bzw. strenglgäubig?
    - seit wann wurden Moscheen und alle strenggläubigen Muslime LGBTI-freundlich?
    -seit wann wurden LGBTI in Türkei nicht mehr unterdrückt und verfolgt?

    Müssen wir, in der Regel nicht gläubig, Religiosität mit verschiedenen Aktionen fördern?
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#3 Prima4Anonym
#4 Ana NymAnonym
  • 12.08.2020, 16:21h
  • Antwort auf #2 von Wadim
  • 'In Artikel zwei der Charta heißt es:
    "Wir wollen Toleranz, Fairness, Offenheit und Respekt immer und überall." Der Artikel ist mit "Unsere Werte Levve un levve losse" (Leben und leben lassen) überschrieben.'

    Eine Moschee steht für uns, ähnlich dem Kölner Dom, nicht für (Streng-)Gläubige, sondern wird auch immer als islamisches Symbol und auch als Kulturgegenstand gesehen.

    Sind Kölner Dom und alle "strenggläubigen" Christen LGBTIQ+ - freundlich?
    -> Wenn sie die Charta nicht akzeptieren wollen, will der 1. FC Köln sie auch nicht und verabschiedet sie flux mit "Ihre Kündigung bestätigen wir gerne..."

    Was hat die Lage der Türkei (oder einem anderen (islamischen) Land) mit dem 1. FC Köln zu tun?
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#5 Peck_SProfil
  • 12.08.2020, 17:02hFrankenthal
  • Antwort auf #3 von Prima4
  • Pardon, hätte mich klarer ausdrücken sollen. Queer.de schrieb:

    " Offenbar mit Blick auf Homosexuelle fuhr das Ex-Mitglied fort: "Ich vermute, dass in der nächsten Saison die Trikots rosa sind. Dann wäre die Weltoffenheit perfekt."

    Was ich meinte war, dass in keinem meiner und deiner Beispiele das Wort Homosexuell vorkommt, noch ein Bezug zur Homophobie hergestellt wird. Es wird ohne Einordnung stattdessen nur der Tweet im Original wiedergegeben.
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#6 Ralph
  • 13.08.2020, 10:22h
  • Rein zur Sache: Einerseits lässt sich sagen, da soll lediglich Identität hergestellt werden zur Stadt Köln, indem man verschiedene markante Bauwerke zeigt. Andererseits kann man damit tatsächlich Menschen vor den Kopf stoßen, die weder Katholiken noch Muslime sind. Ich meine, der Zweck würde durch eine andere, religiös neutrale Darstellung auch erreicht. Und in der Tat ist die Begründung, türkische oder türkischstämmige Fans werden durch die Moschee symbolisiert, ein ebensolcher Unfug wie wenn gesagt würde, der Dom stehe für alle Nichtmuslime. Der 1. FC Köln hat offenbar noch immer nicht gemerkt, dass mehr als ein Drittel der Deutschen religionsfrei sind und auch vom Rest sich zahlreiche nicht über eine Religionszugehörigkeit definieren.
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#7 Prima4Anonym
  • 13.08.2020, 13:33h
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • Aber der Dom und die Moschee sind nun mal markante Stellen der skyline, und genau diese ist eben das Motiv.... eine komprimierte Form der skyline mit den erkennungsmerkmalen der Stadt! Quasi das was du in jedem tourishop als Postkarte kaufen kannst...

    Verstehe (mal wieder) das Problem nicht....
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#8 Ehrliche HautAnonym
#9 Ralph
  • 13.08.2020, 14:39h
  • Übrigens handelt es sich bei dem fraglichen Bauwerk um die Zentralmoschee des türkischen Sultans Erdogan, nach dessen so berühmt gewordenen Worten die Minarette und Kuppeln der Moscheen Bajonette und Helme der türkischen Eroberer symbolisieren sollen. Es gehört dert DITIB, d.h. dem Erdogans Partei hörigen türkischen Kalifat. Diese Behörde hat gerade erst die einst größte christliche Kirche in eine Moschee umgewandelt. Wie sollte von der Kölner Moschee als Gebäude der Erdogan-Diktatur eine integrative Wirkung ausgehen? Und wie kommt der 1. FC Köln dazu, alle seine türkischen und türkischstämmigen Fans mit seiner Zuschreibung von Erdogans Protzbau als ihres Symbols zu Anhängern des Diktators Erdogan zu erklären?
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#10 Prima4Anonym
  • 13.08.2020, 14:54h
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • Wow, da ist ja jemand richtig getriggert....

    Aus nem Aufdruck des umrisses einer skyline auf einem Trikot so ne Unterstellung gegenüber dem Verein zu kreieren ist aber schon stark bemüht.... man könnte meinen man spricht mit dem Verfasser des Briefes....!
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