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"Promi Big Brother"

Katy Bähm hat sich geritzt

Die Dragqueen erzählt bei "Promi Big Brother" von schweren Zeiten in ihrer Jugend und nach dem Selbstmord eines Freundes.


Bei Katy Bähm kullern die Tränen, als sie ihre Geschichte erzählt (Bild: Sat.1)

Am sechsten Tag im Big-Brother-Container erzählt Katy Bähm ihren Mitbewohner*innen unter Tränen von ihren Depressionen. Sie habe sich als Jugendlicher sogar in die Haut geritzt – dabei zeigte sie Narben an ihrem Arm. "Es gab Zeiten, da wusste ich mir nicht zu helfen. Wo ich nicht wusste, wohin mit mir, bin ich schwul, bin ich normal? Ich wollte meine Eltern stolz machen", erklärte die 26-Jährige in der Mittwochsfolge der Sat.1-Unterhaltungssendung. Als 14- bis 15-Jähriger sei es für sie besonders schwer gewesen.


(Bild: Sat.1)

Heute sei sie aber stabiler: "Wenn es mir mal schlechtgeht, denke ich nach: Was ist eigentlich in deinem Leben schiefgegangen? Du bist nicht perfekt für deine Eltern oder dein Vater kann dich nicht akzeptieren. Dann guck ich im Spiegel und weiß: Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe das gemacht, was ich wollte und ich bin damit superglücklich."


(Bild: Sat.1)

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Trauer über Suizid eines Freundes

Doch immer noch gebe es Rückschläge, die sie möglicherweise in die Depression zurücktreiben könnten. Vergangenes Jahr habe sich etwa ein 24-jähriger Freund das Leben genommen. Sie habe ein schlechtes Gewissen gehabt, weil der Mann sie ein paar Tage vorher angerufen habe – "und ich hab ihn weggedrückt, weil ich in dem Moment keine Zeit hatte". Sie wollte später zurückrufen, aber erhielt dann keine Gelegenheit mehr.

Bähm zeigte sich erfreut, dass sie im Fernsehknasts von den anderen Promis so gut aufgenommen wurde: Ich hatte Angst, dass mich die Leute nicht akzeptieren werden, weil sie mit dem Thema 'Drag' vielleicht ein Problem haben werden", erklärte sie. Das gebe ihr mehr Kraft.

Glomex-Video | Hier erzählt Katy von ihren Depressionen

"Promi Big Brother" läuft noch bis Ende August täglich im Abendprogramm von Sat.1. Von den 16 Kandidat*innen sind mit Claudia Kohde-Kilsch, Jenny Frankhauser und Senay Gueler bereits drei Personen herausgewählt worden bzw. freiwillig ausgeschieden. Neben Katy Bähm ist mit dem QVC-Moderator Sascha Heyna ein weiterer offen schwuler Kandidat im Container vertreten.

Irritationen über Coming-out von Sascha Heyna

Der 45-jährige Heyna hatte sich allerdings erst zum Start der Sendung geoutet (queer.de berichtete). Seine Aussage "Ich arbeite schon in einem sehr konservativen Genre" brachte ihm Kritik vom Shoppingsender ein – ein anderer schwuler Moderator erklärte etwa, dass er dort "Toleranz von der obersten Chefetage bis zur Security" erlebe.

Gegenüber "Bild" erklärte Heynas langjähriger Freund Markus Adams, dass sein Liebster nicht QVC mit seiner Kritik gemeint habe, sondern ihn und deren gemeinsames zweites Standbein habe schützen wollen. "Ich bin Krankenpfleger und betreibe mit Sascha zwei ambulante Pflegedienste", so Adams. "Er weiß, dass ich nicht gern in der Öffentlichkeit auftrete, dies nun aber tun werde. Auch heute ist es noch so, dass das Outing vieler Menschen im privaten oder beruflichen Umfeld nicht anerkannt wird." Bei QVC sei bereits länger bekannt gewesen, dass er und Heyna ein Paar seien. (cw)

Twitter / sat1 | "Promi Big Brother" hat dazu beigetragen, dass Sat.1 in der Zielgruppe den Sieg davongetragen hat – sonst liegt der Bällchensender fast immer hinter RTL und ProSieben

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBTI-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben.


#1 Peck_SProfil
  • 13.08.2020, 13:13hFrankenthal
  • Das ist ja der zweite rießen Dienst am guten Freund: seinen Suizid in Deutschlands zweitgrößtem Trashformat medienwirksam vor aller Welt auszubreiten. Man möchte brechen. Kann ich nicht nachvollziehen sowas.
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#2 HerrjemineAnonym
  • 13.08.2020, 15:32h
  • Wenns ein echter Freund war, und wenn die story überhaupt stimmt, dann drückt man ihn nicht einfach so weg, sondern meldet sich zumindest kurz.
    Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber es immer wieder dazu zu benutzen um seine karriere und seine person zu pushen ist unter aller sau... jeder hat seine tiefs wo er nicht mehr weiter weiß. Katy ist mehr schein als sein...
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#3 Katsuki BakugoAnonym
  • 13.08.2020, 23:31h
  • Ich will keinesfalls klein reden was ihr da passiert ist, dennoch muss ich mich fragen, ob man das im TV erzählen muss. Vielleicht liegts nur an mir, aber ich würde das für mich behalten oder wenn mich jemand auf meine Narben anspricht zwar ehrlich antworten, aber nicht zu sehr ins Detail gehen.
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#4 DramaQueen24Profil
  • 14.08.2020, 04:37hBerlin
  • Manche "Promis" erzählen ihre Geschichte, um sich interessant zu machen, oder Mitleid zu erregen, andere kämpfen mit einem jahrelangen oder jahrzehntelangem Trauma, und hoffen so, sich zu befreien.
    In meiner Jugend in Idaho lernte ich beispielsweise eine lokale Berühmtheit kennen, jedem erzählen musste, dass ihr Vater ihr das Schießen beigebracht hat, und sie, wie er, alle "N***" (sie benutzte tatsächlich dieses Wort) hassen würde. Damit wollte sie bei mir Eindruck schinden, weil viele dort ähnlich dachten, erlebte aber, dass ich ihr sagte, das Gott alle Menschen liebt, auch die, die sie hassen würde.
    Von dem Tag an galt ich in der Schule als "N***freund"!
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#5 DramaQueen24Profil
#6 DramaQueen24Profil
#7 DramaQueen24Profil
#8 SchadeAnonym
  • 14.08.2020, 09:14h
  • Dies ist mein erster Kommentar hier, auch wenn ich ein regelmäßiger Mitleser bin. Ich empfinde es als sehr befremdlich, dass eine Nahaufnahme der Spuren der Selbstverletzungen hier so prominent (bzw. überhaupt) platziert wird. Da ich in der Betrachtung dieser Narben keinen Erkenntnisgewinn für die Leserschaft ausmachen kann, erscheint mir die Ausstellung der Narben rein voyeuristische Bedürfnisse befriedigen zu wollen. Schade, dass Queer.de so vorgeht und schade, dass die geneigte Leserschaft, die hier ansonsten jeden unerfreulichen Lapsus endlos skandalisiert, sich bisher nicht dagegen ausspricht, sondern sich lieber darin ergeht, unbarmherzig über ein menschliches Drama zu urteilen, and dem sie keinem Anteil hat.
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#9 Still_Ith
  • 14.08.2020, 09:30h
  • Ich würd es wirklich begrüßen, wenn ihr das Format "Menschen als Zootiere" weniger promoten würdet.
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#10 Still_Ith
  • 14.08.2020, 09:42h
  • Oh, und zur Telefonseelsorge: Wenn ihr die schon empfehlt, solltet ihr wirklich dazuschreiben, dass das ein christliches Angebot ist.
    Ich hab da konkret schon Ablehnung dafür erfahren
    - kein Christ zu sein / nicht an Gott zu glauben
    - LGBT zu sein
    - wegen Suizidgedanken anzurufen (ja, ironischerweise auch das, wenn am anderen Ende jmd sitzt, der*die da gerade keine Lust drauf hat, wirst du dann halt extrem schnell abgewimmelt; kann sein, dass das sogar zu deren Handlungsempfehlungen gehört, so regelmäßig hab ich das erlebt).

    Mit mehrmaligen Versuchen KANN man mal an jemanden geraten, für den man tatsächlich okay ist. Das zumindest, aber schon auf einem Queerfeindlichkeitsniveau und mit mangelndem Wissen über Ausgrenzung, wie man es von dya-cis-hetero-Menschen erwarten kann.
    Grundsätzlich halte ich das Angebot für nicht geeignet auf nem Medium, das sich im Wesentlichen an Menschen richtet, die da nicht mit was Positivem rechnen können.

    Es kostet derart viel Überwindung, und meistens ist man ziemlich tief unten, wenn man da anruft. Das, was ich da schon erlebt habe, gerade in solchen Momentan, wünsch ich Leuten einfach nicht. Im Zweifelsfall ist es das Gegenteil von hilfreich.
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