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Sexismus

"Männer tragen keine Handtasche": Schwulem Einlass in Casino verweigert

Aufregung in Arkansas: Während Frauen selbst mit großen Taschen ein Casino besuchen dürfen, wurde einem Schwulen mit Louis-Vuitton-Tasche der Einlass verwehrt.


Der schwule Jordan Kirk (li.) durfte mit seiner Tasche nicht ins Casino, während sich drinnen Frauen mit noch größeren Handtaschen vergnügen durften (Bild: Facebook / Jordan Kirk)

Jordan Kirk wollte vergangenen Freitag eigentlich nur mit seinem Ehemann Justin einen relaxten Tag im Oaklawn Racing Casino Resort in Hot Springs (US-Bundesstaat Arkansas) verbringen. Doch dann kam es ganz anders, wie Kirk auf Facebook beschrieb: "Diskriminierung, Sexismus und Biggoterie sind echt", erklärte er. Sein Vergehen: "Weil ich schwul bin, trage ich eine Männer-Handtasche."

Demnach wurde Kirk von einem Sicherheitsmitarbeiter nicht eingelassen, angeblich nur weil er die Umhängetasche eines Luxus-Labels trug. Währenddessen seien "mindestens zehn Frauen an uns vorbeigelaufen, die Taschen getragen haben, in denen man einen Baby hätte tragen können, sowie drei Rucksäcke."

Doch die Security wollte den Schwulen mit Tasche offenbar partout nicht einlassen, denn: "Frauen brauchen Handtaschen, deine ist bloß eine Tasche." Ein hinzugerufener Vorgesetzter stimmte zu, dass Männer grundsätzlich keine Handtasche tragen würden – wäre Kirk eine Frau, wäre dies aber kein Problem. Kirk wurde auch gesagt, dass er sein Portmonee als Mann ja in seine Hosentasche stecken könne.

I would never have thought this would have blown up so big. I would have never thought I would be denied enterance to a...

Gepostet von Jordan Kirk am Sonntag, 9. August 2020
Facebook / Jordan Kirk | Mit seiner Geschichte schaffte es Kirk in die Lokalnachrichten

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"Wer würde denn mit Absicht eine Louis-Vuitton-Tasche sprengen?"

Nach viel Diskussionen mit dem Vorgesetzten wurde Kirk und seinem Ehemann nach eigenen Angaben schließlich doch noch Eintritt gewährt – allerdings erst, nachdem seine Tasche durchsucht worden war. Denn Männer könnten – offenbar anders als Frauen, deren Taschen nicht durchsucht wurden – ja Sprengstoff in das Casino bringen. "Wer würde denn mit Absicht eine Louis-Vuitton-Tasche sprengen?", fragte sich daraufhin der entsetzte Besitzer.

Kirk erklärte weiter, er habe nach nach der Tortur die 20 Dollar, die er sich für den Spaß mitgenommen habe, doch noch auf den Kopf gehauen. Seine Odyssee veröffentlichte er am Samstag auf Facebook – sie wurde daraufhin hunderte Male geteilt und zum Politikum.

Er erhielt am Wochenende sogar eine Entschuldigung via Facebook-Messenger von einer Vertreterin des Casinos, der Marketing-Vizepräsidentin Joan Botts. "Im Namen von Oaklawn möchte ich mich für die Unanehmlichkeiten entschuldigen. Wir haben mit unserem Team über die Situation gesprochen. Danke." Er halte diese Entschuldigung von einer nicht hochrangigen PR-Frau allerdings nicht für ausreichend, so Kirk.

Das Casino wollte bislang in Mitteilungen an die Presse nicht direkt auf den Vorwurf eingehen, aus Sexismus oder Homophobie diskriminiert zu haben. In einer Erklärung hieß es lediglich, dass man sich das Recht vorbehalte, alle Taschen beim Einlass zu überprüfen. Die Facebook-Seite des Resorts ist seit Dienstag nicht mehr erreichbar – mutmaßlich, weil es zu viel Kritik an dem Vorfall gegeben hat. (dk)


Nach dem Vorfall taucht das Casino in der digitalen Welt unter (Bild: Facebook)



#1 queergayProfil
  • 13.08.2020, 16:38hNürnberg
  • Taschenkontrollen - bei Gays und Nichtgays (m/w/d) sollten generell schon als sinnvoll & zulässig angesehen werden. Als ich vor etlichen Jahren mal eine Gay-Sauna in Atlanta in Georgia besuchen wollte, mußte ich auch vorher eine genaue Rucksack-Untersuchung über mich ergehen lassen. Der Kontrolleur hatte mich sogar schon vor der Sauna auf dem Parkplatz angesprochen.
    Später erst erfuhr ich, daß kurze Zeit vorher ein Bombenanschlag auf einen Gay-Club in Atlanta stattgefunden hatte.
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#2 Vater2Anonym
  • 13.08.2020, 17:12h
  • Antwort auf #1 von queergay
  • Soweit denken diese Idioten im Dunstkreis dieses casinos aber wohl nicht.

    Nun lässt man schwule zwar rein, durchsucht Ihre Tasche aber, da sie so männlich dann offenbar doch sind dass man ihnen Sprengstoff in die Tasche dichtet.
    Diese Casino Leute haben ja wirklich jedes Klischee im Kopf, welches sich irgendwo finden lässt .

    Männer mit Taschen...

    Was mich im Text aber irritierte ist die Aussage, dass der Typ eine Handtasche trägt, WEIL er schwul ist.

    Er trägt sie nicht, um dort irgendwelche Dinge rein zu tun... ein Handy, kapiere, Ladekabel oder was auch immer...

    Nein, er trägt die Tasche bei sich, WEIL er schwul ist.

    Geht das nur mir so oder kommt dieser Satz total schräg rüber?
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#3 TimonAnonym
#4 antosProfil
  • 13.08.2020, 17:44hBonn
  • Antwort auf #2 von Vater2
  • >> Nein, er trägt die Tasche bei sich, WEIL er schwul ist.

    Geht das nur mir so oder kommt dieser Satz total schräg rüber?<<

    Gemeint war das wohl eher beschwichtigend à la: Ey, ich trag die Tasche, weil ich gay bin, nicht um Sprengstoff mit mir rumzutragen.
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#5 Vater2Anonym
  • 13.08.2020, 18:14h
  • Aber warum in Herrgotts Namen tragen schwule Männer Taschen nur weil sie schwul sind, so aus reinem Selbstzweck... :-D
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#6 antosProfil
  • 13.08.2020, 18:24hBonn
  • Antwort auf #5 von Vater2
  • Na, vielleicht möchte er z. B. lauter ihm wichtige Auffrisch-Utensilien mit sich rumtragen, die Heteromänner seiner Erfahrung nach eher nicht verwenden?

    Wenn der junge Mann das so sagt/schreibt, tut er das vielleicht - zumindest die Denkmöglichkeit besteht ja (noch!) - gar nicht im Namen sämtlicher Gays dieser Welt.
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#7 Leon4Anonym
  • 13.08.2020, 18:51h
  • Antwort auf #4 von antos
  • Naja, als ich 2 Jahre war hab ich mal Mamas Handtasche zum spielen benutzt und ein wenig mehr als ein Jahrzehnt später lag ich plötzlich mit nem dude im Bett....

    Alles nicht so abwegig....
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#8 ThiloAnonym
  • 13.08.2020, 19:10h
  • So dämlich diese Aktion war, was hat es mit Homosexualität zu tun? Warum verknüpft dieser Mann seine Tasche mit seiner Sexualität?
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#9 DramaQueen24Profil
  • 14.08.2020, 04:52hBerlin
  • Arkansas gehört zum Bibelgürtel der USA, ein Südstaatenstaat, der im Bürgerkrieg auf Seiten der Reps kämpfte.
    Dort laufen die Uhren anders. Man wählt Trump (oder jeden anderen republikanischen Kandidaten), geht Sonntags zur Kirche, und hat zu Hause jede Menge Waffen, um sich gegen die böse Regierung zu verteidigen.
    Wer als homosexueller oder transsexueller Mensch dort lebt, weiß, dass er oder sie mit Diskriminierung und Vorurteilen zu rechnen hat.
    Nur, gefallen lassen muss man es sich nicht, und es ist gut, dass er das öffentlich gemacht hat. Nun könnte er das Casino verklagen (Diskriminierung aufgrund des Geschlechts).
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#10 DramaQueen24Profil
  • 14.08.2020, 04:57hBerlin
  • Antwort auf #8 von Thilo
  • Weil das in Arkansas zumindest denkbar ist, denn dort hat man über "Männlichkeit" bestimmte Vorstellungen. Und ein Mann mit Handtasche ist dort ein No-Go! In einem Supermarkt wäre er deswegen angerempelt, beleidigt oder/und bespuckt worden in diesem Kackstaat!
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