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"Hund, Kind, Haus"

Neue Doku: "Unter uns"-Star auf der Suche nach der Regenbogen­familie

Der große Wunsch nach einem gemeinsamen Kind – für Soap-Darsteller Lars Steinhöfel ist dieser Wunsch nicht nur in seiner Rolle in der RTL-Serie "Unter uns", sondern auch im wahren Leben ein wichtiges Thema.


Lars Steinhöfel (r.) und sein Partner Dominik
  • 14. August 2020, 08:33h 50 3 Min.

In der neuen exklusiven TVNOW-Dokumentation "'Unter uns' trifft wahres Leben – wenn zwei Männer ein Kind wollen" (ab 17. August auf TVNOW) verraten Schauspieler Lars Steinhöfel und sein Partner Dominik Schmitt, wie ihre Zukunft als Familie aussehen soll. "Hund, Kind, Haus, man stellt sich das so schön vor … Hund und Haus haben wir schon, jetzt fehlt uns nur noch das Kind", erklärte Lars Steinhöfel. "Geredet haben wir auch schon darüber", ergänzte Partner Dominik. So war es für Lars auch eine Herzensangelegenheit, dass das Thema "Kinderwunsch bei einem homosexuellen Paar" seinen Weg in die Serie "Unter uns" gefunden hat.

Steinhöfel spielt seit 2005 in der Dauerserie "Unter uns" als Ingo Winter (Spitzname: Easy) mit. Erst 2014 outete er sich im echten Leben als schwul (queer.de berichtete). Daraufhin outete sich auch "Easy" im RTL-Nachmittagsprogramm. 2019 heiratete er seinen Freund Ringo, der von Timothy Boldt dargestellt wird. Dieses Jahr war unter anderem Easys Adoptionswunsch Thema der Soap – und wie schwierig es für ein schwules Paar ist, eine Regenbogenfamilie zu gründen.

Boldt erklärte, dass das Thema Homosexualität und Regenbogenfamilie nichts sei, was sich die "Unter uns"-Autor*innen aus den Fingern gesaugt hätten. "Es ist ein Thema, was vielen Menschen in Deutschland unter den Nägeln brennt", so Boldt weiter. Die fiktive Story rund um den Kinderwunsch eines schwulen Paares gab es so noch in keiner täglichen deutschen TV-Serie.


Schwuler Kinderwunsch in der Soap "Unter uns": vorne v.l.n.r. Easy (Lars Steinhöfel), Ringo (Timothy Boldt) mit Baby Coco, Angelina (Lisa Küppers); hinten Tobias (Patrick Müller) und Vivien (Sharon Berlinghoff). (Bild: TVNOW / Stefan Behrens)

In der Dokumentation geht TVNOW nun der Frage nach, wie viel dieser fiktive Handlungsstrang mit der Realität zu tun hat. Dabei zeigt sich: Viele homosexuelle Paare in Deutschland und weltweit verspüren den Wunsch, ihre Beziehung durch ein Kind zu vervollständigen. Doch der Weg dahin ist steinig, obwohl mittlerweile seit 2017 Homo-Paare im Ehe-Recht weitgehend gleichgestellt sind.

Vier gleichgeschlechtliche Paare berichten in der 45-minütigen Doku, wie schwer der Weg zum Familienglück für sie immer noch ist und wie sie sich ihren großen Traum vom Familienglück trotzdem erfüllt haben. Sie erzählen von Hoffnung, Ablehnung und ganz tiefem Glücksgefühl. Dabei wird auch darauf hingewiesen, dass sich zahlreiche schwule Prominente und ihre Partner auf die eine oder andere Weise ihren Kinderwunsch erfüllt haben, darunter Ricky Martin, Ross Antony, Neil Patrick Harris oder Elton John. Promis und Nicht-Promi-Paare kommen in der Doku zu Wort und berichten von den verschiedenen legalen Möglichkeiten und dem schweren Weg zu ihrem großen Kinderglück.


(Bild: TVNOW)

Die TVNOW-Dokumentation erzählt auch, wie die Serie "Unter uns" das Thema aufbereitet hat und zu welchem vorläufigen emotionalen Höhepunkt es die tägliche Serie zum 21. August führen wird. (pm/cw)

TV-Tipps

"'Unter uns' trifft wahres Leben – wenn zwei Männer ein Kind wollen" ab 17. August bei TVNOW (Abo erforderlich).

"Unter uns", wochentäglich, 17.30 Uhr, RTL oder rund um die Uhr auf TVNOW
-w-

#1 FinnAnonym
  • 14.08.2020, 10:37h
  • "Doch der Weg dahin ist steinig, obwohl mittlerweile seit 2017 Homo-Paare im Ehe-Recht weitgehend gleichgestellt sind."

    Aber in anderen Bereichen eben nicht.

    Viele meinen ja, mit der Eheöffnung sei alles geschafft. Das war aber nur ein Schritt von vielen. Es gibt nach wie vor noch genug Diskriminierungen von LGBTI in unterschiedlichsten rechtlichen Bereichen. Und Union und SPD machen bisher auch keine Anstalten, das zu ändern - im Gegenteil: die versuchen eher noch, die bestehenden rechtlichen Diskriminierungen zu rechtfertigen.
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#2 MariposaAnonym
#3 Kritiker_inEhemaliges Profil
  • 14.08.2020, 17:43h
  • Jetzt müssen wir alle Kinder wollen, sonst sind wir keine brav heteronormativen Schwulen/Queers.

    Schon seltsam - zur Zeit meines Coming-Out (1990) lernte ich auf einen Schlag sehr viele Schwule kennen. 98% von denen wollten KEINE Kinder - mich eingeschlossen. Aber heute ist der Kinderwunsch ja sozusagen schon zum Default-Setting geworden. Zum schwulen Glück gehören automatisch Kinder, sonst gibt es eben kein schwules Glück.

    Ich finde diese Entwicklung äußerst bedenklich - zeigt sie doch, dass wir nur dann einigermaßen toleriert werden, wenn wir Hetero spielen, und das auch selbst mehr und mehr verinnerlichen.
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