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Pay-TV

Neue Krankenhausserie mit queerer Hauptrolle

Bei Universal TV startet am Montag die kanadische Serie "Nurses" über fünf Pflegekräfte in der Notaufnahme eines Krankenhauses – darunter die offen lesbische Ashley, die sich in eine Rettungssanitäterin verguckt.


Am Montag, den 17. August um 21 Uhr startet die kanadische Krankenhausserie "Nurses" auf Universal TV. Die Protagonist*innen (v.l.): Wolf (Donald Maclean Jr.), Nazneen (Sandy Sidhu), Grace (Tiera Skovbye), Ashley (Natasha Calis) und Keon (Jordan Johnson-Hinds) (Bild: Universal TV / 2019 Nurses Series Season 1 Inc.)
  • Von Patrick Heidmann
    17. August 2020, 06:30h, noch kein Kommentar

Kaum ein Genre ist so unkaputtbar wie das der Krankenhausserie. Seit Jahrzehnten kommen immer neue nach, manche von ihnen werden zu Klassikern (wie "Emergency Room" oder "Grey's Anatomy"), andere eher nicht.

Gemeinsam ist den meisten von ihnen eines: im Zentrum stehen in der Regel die Ärzt*innen, in deren Händen das Leben der Patient*innen meistens liegt. Pfleger*innen, ohne die bekanntlich kein Krankenhaus funktionieren würde, sind dabei häufig eher Beiwerk. Ausnahmen wie "Nurse Jackie" oder der "Golden Girls"-Ableger "Hallo Schwester" bestätigen dabei – meist humorvoll – die Regel.

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Fünf Neulinge in einer Klinik in Toronto

Insofern ist die neue kanadische Serie "Nurses", die ab dem 17. August immer um 21 Uhr mit einer Doppelfolge bei Universal TV zu sehen ist, auf jeden Fall eine erfreuliche Sache. Auch hier werden die Ärzt*innen zwar als die Rockstars bezeichnet, ironisch allerdings, doch im Fokus der Geschichten stehen sie allerdings nicht. Warum auch? Davon, wie aufwühlend und anstrengend der alltägliche Umgang mit Leben und Tod häufig ist, können schließlich auch die anderen Krankenhaus-Mitarbeiter*innen ein Lied singen. Und ein fernsehtaugliches Privatleben bringen sie durchaus auch mit. Zumindest im Fall der fünf Neulinge, die alle gleichzeitig im Pflegeteam einer Klinik in Toronto ihren ersten Arbeitstag haben.

Als da wären: Grace (Tiera Skovbye aus "Riverdale"), ultra-patent, kürzlich als OP-Schwester anderswo gefeuert und außerdem mit einem eigentlich verlobten Mann liiert; die lesbische Ashley (Natasha Calis), die nach außen kaum etwas anficht und die sich bald in eine Rettungssanitäterin verguckt; ihr leicht aus der Fassung zu bringender Mitbewohner Wolf (Donald Maclean jr.), der noch mit seiner eigenen Krankengeschichte ringt; Keon (Jordan Johnson-Hinds), der eine vielversprechende Football-Karriere aufgegeben hat und sich als Naturtalent in Sachen Geburtshilfe erweist; und Nazneen (Sandy Sidhu), die aus einer indischen Bollywood-Dynastie stammt und noch nie selbst ein Bett machen musste.


Ashley lernt ihre Freundin Caro im Krankenhaus kennen (Bild: Universal TV / 2019 Nurses Series Season 1 Inc.)

Auch die Patient*innen sind nicht nur hetero

Von Folge zu Folge wird dieses Quintett, unter Aufsicht der strengen irischen Oberschwester Sinead (Cathy White aus "Vikings") mit immer neuen Fällen konfrontiert. Mal treten in der Schwangerschaft einer nicht mehr ganz jungen Frau Komplikationen auf, während ihre Ex-Freundin noch nicht einmal etwas von der bevorstehenden Geburt des noch gemeinsam geplanten Kindes weiß. Dann rast ein Autofahrer absichtlich in eine Gruppe von Student*innen oder will eine reiche Künstler-Gattin ihrer Familie die tödliche Krebsdiagnose vorenthalten. Dass sich hin und wieder auch mal die Ärzt*innen einmischen, mal motivierend, mal herablassend, versteht sich von selbst.

Man kennt das Konzept der in sich abgeschlossenen medizinischen Fälle samt ein wenig privatem Drumherum aus zahllosen vergleichbaren Produktionen. Ist man gnädig gestimmt, könnte man "Nurses" – verantwortet von den Machern von "Rookie Blue" – als angenehm altmodisch bezeichnen, wie vermutlich zu erwarten von Serien, die (wohlgemerkt in Kanada) eben nicht bei Streamingdiensten laufen, sondern zur besten Sendezeit im frei empfänglichen Programm.

Komplexität und Innovation sucht man hier ebenso vergeblich wie große Schauspielkunst oder packenden Realismus. Das tut niemandem weh, aber in einer Flut vergleichbarer und meist besserer Serie bringt "Nurses" mit seinen flachen Dialogen und ebensolchen Figuren zu wenig mit, um nicht unterzugehen. Zumindest in den zehn Folgen der ersten Staffel. Eine zweite ist bereits bestellt.

Direktlink | Deutscher Teaser zur Serie