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Kommentare zu:
Trump-Richter gibt homophober Fotografin recht


#1 Peck_SEhemaliges Profil
  • 17.08.2020, 13:46h
  • Verständnisfrage: Ist die Tatsache, dass das Verbot der Diskriminierung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten >verfassungswidrig< ist, nicht ein Beleg dafür, dass diese Verfassung und die Rechtsaufassung dieses Staates mit dem Wertekonsens der restlichen, westlichen Demokratien nicht mehr übereinstimmt?
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#2 MarkKerzmanProfil
  • 17.08.2020, 20:34hPrinceton, New Jersey
  • Antwort auf #1 von Peck_S
  • >>> Verständnisfrage: Ist die Tatsache, dass das Verbot der Diskriminierung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten >verfassungswidrig< ist, nicht ein Beleg dafür, dass diese Verfassung und die Rechtsaufassung dieses Staates mit dem Wertekonsens der restlichen, westlichen Demokratien nicht mehr übereinstimmt. <<<

    Die Urteilsfindung in all diesen Fällen ist immer ein Balanceakt zwischen dem höchstwertig gelegenen First Amendment zur Verfassung und allen (niedrigerwertig gelegenen) Gesetzen des Bundes, der Staaten und Kommunen, denn
    es gilt das Primat der freien Gewissensentscheidung als Folge der im First Amendment der Verfassung garantierten Religionsfreiheit. Es ist schmerzlich für Betroffene, die vor Gericht Schutz vor Diskriminierung suchen und in erster (und womöglich auch in zweiter und dritter) Instanz unterlegen sind; wir müssen uns allerdings darüber im Klaren sein, daß es sich hier um zwei Interessen gegensätzlicher Natur handelt, bei der das eine Interesse (Gewissensfreiheit, als unmittelbare Folgewirkung der Religionsfreiheit) aufgrund ihrer Stellung im First Amendment eine höhere Gewichtung beanspruchen kann als jeder Schutz (zum Beispiel vor Diskriminierung), der sich aus einem Bundesgesetz oder einer städtischen Verfügung herleitet. Daß der Richter hier den Vorwurf einer Verfassungswidrigkeit macht, ist meiner Meinung nach fehlplaziert.

    (Ich gebs ja zu: meine Deutschkenntnisse sind weiterhin nicht so berühmt, aber ich hoffe, Ihr versteht den Kern meiner Aussage).
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#3 KaiJAnonym
  • 17.08.2020, 22:03h
  • Antwort auf #2 von MarkKerzman
  • Wie erklärst Du Dir dann, dass u.a. wohl auch Obama, denen Deine geschilderten Aspekte, so sollten sie denn zutreffend sein, bekannt sein müssten, die Meinung vertreten, die sexuelle Orientierung sei durch den Civil Rights Act gegenüber der Religionsfreiheit geschützt bzw. die Religions- und Gewissenfreiheit sei durch eine zuvorderste sexuelle Freiheit mit dem Begriff des Geschlechts im Civil Rights Act eingeschränkt.
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#4 MarkKerzmanProfil
  • 18.08.2020, 02:27hPrinceton, New Jersey
  • Antwort auf #3 von KaiJ
  • Präsident Obama drängte während einer Commencement Speech 2017 an seiner alma mater (Harvard Law School) darauf, die sexuelle Orientierung in den Canon des Civil Rights Act von 1965 einzufügen. Als ehemaliger Professor für Staatsrecht weiß er allerdings, genauso wie (fast) jeder highschool graduate, daß alle Rechte mit Verfassungsrang (wie die im First Amendment genannten) über denen stehen, die (lediglich) Bundes-, Staaten- oder städtischen Recht sind. In Einzelfällen wie dem hier vorliegenden muß ein Richter also nicht nur die Interessenlage der Kontrahenten abwägen, sondern immer auch die Primärstellung der Verfassung, hier des First Amendment, berücksichtigen. Soweit alles klar?
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#5 DramaQueen24Ehemaliges Profil
#6 Peck_SEhemaliges Profil
  • 18.08.2020, 09:30h
  • Antwort auf #2 von MarkKerzman
  • Ich dachte eigtl. die Frage wäre simpel gestellt. Deshalb, weil ich eben nicht daran interessiert war, mit juristischem Geschwafel erschlagen zu werden.
    Ich probiere es nochmal: Ist das Verfassungsmäßige Recht zur Minderheitendiskriminierung Teil des Wertekanons der restlichen, westlichen Demokratien?
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#7 Taemin
  • 18.08.2020, 10:02h
  • Antwort auf #6 von Peck_S
  • Ich fürchte nur, die Frage ist so leicht nicht zu beantworten, schon allein deswegen, weil in jedem Staat dazu anders und mit anderen Argumenten Stellung zu nehmen ist. In Deutschland z.B. ist klar, dass die verfassungsmäßige Ordnung sexuelle Orientierung grundsätzlich nicht vor religiös begründeter Diskriminierung schützt, denn Religion hat Verfassungsrang, sexuelle Orientierung nicht. Im Einzelfall mögen Gerichte -wie es das Bundesverfassungsgericht in den letzten Jahren zunehmend getan hat- gleichwohl aus Menschenwürde und allgemeinem Gleichbehandlungsgebot gegenteilige Ergebnisse ableiten, aber das ist abhängig davon, wer gerade am Richtertisch sitzt. In jedem Fall falsch ist indes die Behauptung, die Ehe sei von einem überirdischen Wesen aus der altorientalischen Fantasyliteratur eingesetzt worden. Sie ist im Gegenteil auch in den USA in staatlichen Gesetzen geregelt und -vom Obersten Gerichtshof aus der Verfassung abgeleitet- auch gleichgeschlechtlichen Paaren zugänglich. Für irgendwelche religiöse Wahnideen ist da kein Platz. Aber es ist klar: Ernenne einen Gegner der Grundrechte zum Richter, und du bekommst menschenrechtswidrige Urteile.
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#8 KaiJAnonym
  • 18.08.2020, 11:00h
  • Antwort auf #4 von MarkKerzman
  • Nee. Der Suprem Court, das wohl höchste Verfassungsgericht in den USA, hat sich in seinem wohl vom 15.6.2020 datierten Urteil auf ein Gleichbehandlungsgesetz und insbesondere den Civil Rights Act berufen, in dem es Kündigungen von LGBTIQ*s widerrief. Nach Deiner Logik hätten sich die Arbeitgeber*innen durchsetzen müssen, in dem sie sich auf eine Religions- bzw. eine aus ihr resultierende Gewissensfreiheit beriefen. Ausserdem setzt sich in Demokratien in ihrer Weiterenwicklung mehr und mehr die Auffassung durch, dass in einer jeden Verfassung die Sexualität zuvorderst geschützt ist.
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#9 PiakAnonym
  • 18.08.2020, 11:49h
  • Wieso will sich eigentlich ein homosexuelles Paar von einem Photographen knipsen lassen, dem der Anblick ein Greuel ist. Glaubt wirklich jemand, dass dabei gute Bilder herauskommen, selbst wenn sich derjenige professionell verhält?
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#10 hugoAnonym
  • 18.08.2020, 13:21h
  • Nun, diese religiöse Argumentation würde ich nicht gelten lassen, da diese vielfach auf der Aulegung von diversen religiösen Traktaten beruht.
    Als Fotografin würde ich den Auftrag aus künstlerischer Sicht ablehnen, da ich eine qualitativ wertvolle Arbeit, auf die der Aufraggeber einen Anspruch hat, nicht ohne affinität zu Themenstellung des Auftrages habe-
    Damit entfällt der Vorwurf der Diskriminierung!
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#11 Peck_SEhemaliges Profil
  • 18.08.2020, 14:49h
  • Bin ich wirklich der einzige hier, der es verstörend findet, dass wir ernsthaft darüber diskutieren, ob es 2020 in einer Demokratie ein verfassungsmäßiges Recht auf Diskriminierung gibt oder geben darf? Es kann nur der Diskriminierung erlauben, der die Gleichheit zwischen den Menschen verleugnet und einzelnen Personen einen höheren Wert zuspricht, als anderen.
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#12 Taemin

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