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Mannheim

Nach Cruising: Student mit Sektflasche erschlagen

Vor einem Monat wurde Gabriel V. in seiner eigenen Wohnung in der Neckarstadt brutal ermordet. Der mutmaßliche Täter, den das Opfer offenbar beim Cruisen getroffen hatte, soll im Zorn gehandelt haben.


Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter 16 Tage nach der Tat in Gewahrsam nehmen (Bild: Henning Schlottmann / wikipedia)

  • 17. August 2020, 15:57h, noch kein Kommentar

Ein 35-jähriger schwuler Student ist in seinem Einzimmer-Apartment im Mannheimer Stadtbezirk Neckarstadt-West offenbar aus Zorn von einem 33-jährigen wohnungslosen Iraker getötet worden.

Das Opfer Gabriel V. soll den Verdächtigen Husam A. bereits vor längerem in einem Cruisinggebiet im Schlosspark kennengelernt haben, berichtete die "Bild"-Zeitung vor wenigen Tagen. Die Tat hatte sich am 7. Juli ereignet, als V. den Bekannten vom Cruisinggebiet mit nach Hause nahm – eine Sonderkommission der Polizei konnte den Verdächtigen dann am 23. Juli in der nordhessischen Kleinstadt Homberg (Efze) festnehmen. Die Beamten hatten einen Schuhabdruck vom Tatort dem Verdächtigen zuordnen können.

Kurze nach der Festnahme gab die Polizei bekannt, dass der Verdächtige gestanden habe. Die Staatsanwaltschaft Mannheim beantragte Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung, Mordes und Diebstahls.

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Die Brutalität der Tat hatte in Mannheim und Umgebung für Schlagzeilen gesorgt: Laut Polizei war V. gegen 17.00 Uhr in seinem Apartment eine ungeöffnete Sektfalsche gegen den Kopf geschlagen worden, die eine stark blutende Verletzung verursachte. Der Tatverdächtige soll dann mit weiteren Schlägen mit der Sektflasche sein Opfer getötet haben.

Als vermutetes Motiv gab die Polizei an, dass mit der Tötung die Körperverletzung verdeckt werden sollte. Dies könnte weitreichende Auswirkungen auf die Anklage haben: Verdeckungsabsicht ist in Deutschland ein Mordmerkmal. Zudem seien die Wohnung durchsucht und mehrere Gegenstände – darunter ein Handy und ein Laptop – entwendet worden.

Übernachtungsmöglichkeit versprochen?

Bei dem Opfer handelt sich laut "Bild" um einen Mann, der an der Uni Heidelberg Linguistik studiert hatte. Er lebte seit 2018 von seinem zweiten Ehemann getrennt und habe seither regelmäßig Cruising-Gebiete aufgesucht. Er soll Husam A. nach dessen Aussage offenbar eine Übernachtungsmöglichkeit versprochen, dann aber nicht gewährt haben, so "Bild" – das habe den Verdächtigen zornig gemacht. Über den mutmaßlichen Täter ist bekannt, dass er sich seit 2016 in Deutschland aufhält.

Der Verteidiger des Verdächtigen will ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag geben, um festzustellen, ob sein Mandant schuldfähig ist. Er gehe nicht von Mord, sondern von Totschlag im Affekt aus. (cw)