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Fußball

FC Bayern schmeißt rassistischen und homophoben Jugendtrainer raus

Jahrelang konnte ein Jugendcoach beim Rekordmeister sein Unwesen treiben, bis es nach WDR-Recherchen endlich Konsequenzen gab.


Der FC Bayern München dominiert seit Jahren den Herrenfußball in Deutschland (Bild: Tim Wang / flickr)

Der Fußball-Bundesligist FC Bayern München hat sich von einem Jugendtrainer getrennt, der sich rassistisch und homophob über Jugendspieler des Nachwuchsleistungszentrums "FC Bayern Campus" geäußert haben soll. Auf seiner Homepage verkündete der Verein am Montag die Personalie in einer sehr kurzen Mitteilung: "Die FC Bayern München AG und ein Nachwuchstrainer haben ihr Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst. "Dies ist das Ergebnis einer derzeit stattfindenden internen Untersuchung am Campus des FC Bayern München."

Der Skandal um den Nachwuchstrainer war vor gut einer Woche vom WDR-Magazin "Sport Inside" aufgedeckt worden. Demnach habe der Sportlehrer Nachwuchsfußballer als "Drecks-Türke" oder "Kanake" diffamiert. Laut "Spiegel" habe er Spieler auch wegen ihrer Religionszugehörigkeit oder vermeintlicher Homosexualität diskriminiert. Eltern hätten sich bereits seit Herbst 2018 anonym über eine "Vielzahl an rassistischen und homophoben Äußerungen und Schikanen des Trainers" beschwert. Damals habe sich aber niemand namentlich über den Coach beschweren wollen, mutmaßlich aus Angst vor Repressionen gegen den eigenen Spieler-Sohn.

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Auch Staatsschutz ermittelt

Auch nach der Entlassung führt der FC Bayern um Präsident Herbert Hainer und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge weitere Ermittlungen durch. Dabei solle es offenbar um die Frage gehen, warum der Coach trotz seiner Äußerungen so lange im Verein aktiv sein konnte. Seit Mittwoch ermittelt auch der Staatsschutz der Münchner Polizei. Unterdessen betont die Bayern-Führung, man verurteile "jegliche Art von Diskriminierung und Rassismus".

Der Skandal um den Hass-Trainer überschattet derzeit sportliche Erfolge der Männermannschaft des FC Bayern. Der Verein konnte dieses Jahr bereits die Bundesliga und den DFB-Pokal gewinnen und steht nach dem 8:2-Erfolg über den FC Barcelona im Halbfinale der Champions League. Am Mittwochabend tritt der Verein gegen den französischen Vertreter Olympique Lyon an. Zuletzt hatten die Bayern 2013 das sogenannte Triple gewinnen können. (dk)



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#1 Peck_SProfil
  • 18.08.2020, 13:42hFrankenthal
  • "Unterdessen betont die Bayern-Führung, man verurteile "jegliche Art von Diskriminierung und Rassismus"."

    Bevor jetzt alle Beifall klatschen nochmal schnell brainstormen, wohin der Verein ins Trainingscamp fährt. Um so ein Statement in die Öffentlichkeit zu blasen und im selben Jahr nach Katar zu fliegen, braucht es schon eine abnorm große Doppelmoral.

    Im aktuellen Fall, ist das Handeln übrigens längst überfällig. Richtig zwar, aber wenn es erst Recherchen durch den öffentlich rechtlichen Rundfunk braucht, ist das ja eine Bankrotterklärung an die Vereinsethik, das Management und die Kontrollmechanismen. Was ja aber bei Gestalten wie Herrn Hoeneß und Konsorten kaum verwundern dürfte.
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#2 perissoteronAnonym
  • 20.08.2020, 05:01h
  • Antwort auf #1 von Peck_S
  • "Um so ein Statement in die Öffentlichkeit zu blasen und im selben Jahr nach Katar zu fliegen, braucht es schon eine abnorm große Doppelmoral."

    In Chefetagen sind solche Double Binds eher die Regel als die Ausnahme. Hauptgründe sind meist Ignoranz, Dummheit und Profitgier, letzteres spielt wohl die grösste Rolle beim FCB.
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