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"Wenn ich Reichskanzler wäre…"

Noch immer keine Anklage gegen Attila Hildmann

Zweimal drohte der Verschwörungstheoretiker dem Grünen-Politiker Volker Beck mit dem Tod, "indem man ihm die Eier zertritt". Jetzt wirft der ehemalige Abgeordnete der Staatsanwaltschaft Untätigkeit vor.


Attila Hildmann bei einer Kundgebung Anfang Juli in Berlin

Trotz der brutalen Gewaltfantasien gegen den schwulen Grünen-Politiker Volker Beck hat die Staatsanwaltschaft noch immer keine Anklage gegen den Verschwörungstheoretiker und Kochbuchautor Attila Hildmann erhoben. Dies berichtete am Samstag die "Süddeutsche Zeitung". Die Staatsanwaltschaft Berlin habe sich zu dem Fall keine Meinung bilden können und ihn daher an die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Cottbus weitergeleitet.

Mordaufruf am 12. und 18. Juli

Hildmann hatte im vergangenen Monat zweimal öffentlich die Todesstrafe für Volker Beck gefordert. "Für Beck würde ich als zukünftiger Reichskanzler wieder die Todesstrafe durch Eier-Treten auf öffentlichem Platz einführen", schrieb der Corona-Leugner am 12. Juli auf seinem Telegramm-Kanal (queer.de berichtete). Zuvor hatte er Einträge zur Pädophilen-Debatte innerhalb der Gründungsjahre der Grünen geteilt.

Auf einer Demonstration am 18. Juli im Berliner Lustgarten wiederholte Hildmann seine Morddrohung. "Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertritt auf einem öffentlichen Platz", sagte er in einer Rede vor rund 150 Menschen (queer.de berichtete). Auf seine Frage "Und wer würde mittreten wollen?" erntete er lautstarke Zustimmung.

Becks Vertrauen in die Sicherheitsbehörden "etwas geschwunden"


Volker Beck war von 1994 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestags (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

Dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach über einem Monat noch immer nicht abgeschlossen sind, mache ihn "etwas ratlos", sagte Volker Beck der "Süddeutschen Zeitung". "Ich finde, diese Drohung ist sehr klar, gegenwärtig und im Indikativ. Attila Hildmann hat auch die Meute gefragt, wer denn mitmachen würde, und da haben die bejahend gejohlt."

Der Rechtsstaat müsse sich fragen lassen, "ob wir eigentlich zulassen wollen, dass man verklausulierte Morddrohungen frei überall sagen kann", so Beck. "Wir haben in Halle, Hanau und bei dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke gesehen, dass aus diesen Worten Taten werden." Sein Vertrauen in die Sicherheitsbehörden sei "etwas geschwunden", sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete, "auch weil Attila Hildmann schon in den Tagen zuvor im Netz dieselbe Drohung gegen mich ausgestoßen und sogar angekündigt hatte, er werde das auf der Demo wiederholen. Gestoppt hat ihn niemand."

Er glaube nicht, dass Hildmann durch geschicktes Formulieren hinter der roten Linie der Strafbarkeit zurückgeblieben sei, meinte Volker Beck. "Wenn es keine Aufforderung zu Straftaten wäre, Beleidigung ist es allemal." Auch für eine Auflage der Versammlungsbehörde, die Mordfantasie nicht zu wiederholen, hätte Hildmanns Äußerung gereicht. "Ich verstehe nicht, warum da Versammlungsbehörde, Polizei und auch Staatsanwaltschaft nicht zusammengearbeitet haben", kritisierte der Grünen-Politiker. "Das darf nicht einreißen, dass man sehenden Auges zulässt, dass Leute öffentlich zum Mord an anderen Menschen aufrufen." (cw)



#1 KaiJAnonym
#2 FliegenAnonym
#3 Peck_SEhemaliges Profil
#4 BaerchenProfil
  • 23.08.2020, 00:58hzuhause
  • Merkt denn eigentlich Niemand wie brandgefährlich dieser Typ ist??? Jeder dahergelaufene wäre längst hinter Schloss und Riegel, nur weil der ein so Möchtegernpromi ist bleibt er unangetastet? ...Reichskanzler...??? da merkt doch der Allerdümmste welche Gesinnung dieser Kerl hat...
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#5 KatsukiAnonym
  • 23.08.2020, 03:31h
  • Der Typ ist doch ein Fall für die "Hab mich lieb" Jacke. Was der Kerl von sich gibt.. aus seinem Mund kommt mehr Sche*ße als aus einem Pferde-Hintern.
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#6 Pink FlamingoAnonym
#7 Ralph
  • 23.08.2020, 09:48h
  • Volker Beck reiht den Vorfall ein in eine Serie rechtsextremer Straftaten und merkt dabei nicht, dass Hildmann da nicht hingehört. Es geht um Gewalt gegen einen Schwulen. Das ist in Deutschland ganz normale Meinungsäußerung. Gehörte Beck einer anderen Minderheit an, sähe es anders aus.
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#8 SkunkiProfil
#9 TheDadProfil
  • 23.08.2020, 12:24hHannover
  • Antwort auf #7 von Ralph
  • Das hat ein "Geschmäckle"..

    ""Gehörte Beck einer anderen Minderheit an, sähe es anders aus.""..

    Welche wäre das denn, und wieso gehört dann ein "katholischer schwuler" nicht zu einer solchen gefährdeten Minderheit ?

    Die Einlassungen dieses Herrn der sich so gerne als "Reichskanzler" sieht sind bei Licht betrachtet schon in sich strafbar, denn die Restauration der BRD hin zur "Fortsetzung des Deutschen Reiches mit anderen Mitteln", welche einen "Reichskanzler" erst ermöglichte, stehen diametral gegen die "freiheitliche demokratische Grundordnung"..

    Dieser Mann ist Verfassungsfeind, wahrscheinlich selbsternannter "Reichsbürger", Verschwörungstheoretiker, und grundsätzlich auch noch strunzdumm, denn die Leugnung eines Virus ist eine Sache, aber was hat dann Volker Beck mit der Sache zu tun ?

    Ich kann mich da auch irren, aber er wünscht sich "seine Gegner" vermeintlich legal über die Einführung einer "öffentlichen Todesstrafe" zu entledigen, und fragt dabei sogar noch nach Mit-Beteiligten an, das ist auf gar keinen Fall durch eine wie auch immer geartete "freie Meinungsäußerung" gedeckt, dazu muß Volker Beck nicht einmal Schwul oder sonstwie Teil einer Minderheit sein..
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#10 zundermxeAnonym
  • 23.08.2020, 12:26h
  • Gerne würde ich sagen, wie unglaublich und nicht nachvollziehbar das Verhalten der Behörden ist.
    Doch leider ist das Gegenteil der Fall.
    Wie andere Fälle zeigen, sobald es um Queers geht, ist es völlig normal praktisch ungestraft zu beleidigen, zu bedrohen und zu hetzen.

    Stellen wir uns vor, die exakt gleichen Worte wären über Jens Spahn oder Josef Schuster gesagt worden.
    Hildmann hätte kein zweites Mal die Möglichkeit bekommen sich so öffentlich zu äußern.

    Was dieser Fall u.a. wieder eineindeutig zeigt ist die Bedeutung der längst überfälligen und dringend notwendigen expliziten rechtlichen Gleichstellung im GG und anderen Gesetzen.
    Das dies nicht passiert bzw noch nicht passiert ist, sollte uns allen bewusst machen auf welchem Fundament unser Leben in diesem Land beruht.
    Das Nichthandeln der Mehrheit der demokratischen Parteien und Menschen ist da nicht als Gleichgültigkeit misszuverstehen.
    Vielmehr ist es so oder so eine stille Zustimmung.
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