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Sat.1-Show
Rausgewählt: Sascha Heyna muss "Promi Big Brother" verlassen
Keine queere Solidarität in der TV-WG: Dragqueen Katy Bähm sorgte mit für den Auszug von QVC-Moderator Sascha Heyna. Der fiel noch vor den laufenden Kameras seinem lange versteckten Freund in die Arme.

Sascha Heyna (re.) umarmt seinen Freund Markus, den er vor seinem Einzug bei "Promi Big Brother" aus Angst vor beruflichen Nachteilen noch vor der Öffentlichkeit geheimgehalten hatte (Bild: Sat.1)
- 24. August 2020, 02:53h 3 Min.
Die "Promi Big Brother"-WG hat einen queeren Bewohner weniger: Am Sonntag wurde der schwule QVC-Moderator und Sänger Sascha Henya vom Publikum aus der Sat.1-Show rausgewählt. Der 45-Jährige sorgte anschließend für einen emotionalen Moment.
Nach seinem Abschied von den verbliebenen Kandidat*innen rannte Heyna im Live-Studio an den verdutzten Moderator*innen Jochen Schropp und Marlene Lufen vorbei direkt in die Arme seines am Rande wartenden Lebenspartners Markus. Heyna hatte sich erst zum Auftakt der Sat.1-Show als schwul geoutet (queer.de berichtete). Mit Markus ist er seit 15 Jahren zusammen.
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Der Verrat der Dragqueen
Beim Voting der Zuschauer*innen zog Heyna gegen Ikke Hüftgold und Ramin Abtin den Kürzeren. Dass der QVC-Moderator überhaupt auf der Exit-Liste stand, hatte er ausgerechnet Katy Bähm zu verdanken. Obwohl die bisexuelle Dragqueen zuvor für den Zusammenhalt der LGBTI-Community im Container geworben hatte, stimmte sie in der offenen Nominierungsrunde überraschend für Sascha Heyna.

Katy Bähm hatte Sascha Heyna als Auszugskandidat nominiert (Bild: Sat.1)
Gewählt werden durften von den "Promi Big Brother"-Bewohner*innen nur Männer. Der schwule "Prince Charming"-Teilnemer Aaron Königs hatte sich in einem vorangegangenen Spiel Immunität erkämpft.

Nachrücker Aaron Königs bleibt im Märchenschloss (Bild: Sat.1)
Intensives Gespräch zwisch Katy Bähm und Ikke Hüftgold
In der Sendung vom Sonntag kam es auch zu einem intensiven Gespräch zwischen Katy Bähm und Ikke Hüftgold. "Gemocht zu werden, akzeptiert zu werden und den Sieg bei 'Promi Big Brother'" – diese drei Sachen wünsche sie sich, gestand die Dragqueen dem Ballermann-Sänger. Allerdings wisse sie auch: "Ich ecke mit einer Art immer superschnell bei allen an."
Hüftgold hatte einen guten Rat für Katy: "Akzeptanz kannst du nicht erzwingen. Es geht um Authentizität im Leben." Er erklärte, dass sich die Kunstfiguren "Ikke" und "Katy" gar nicht so sehr voneinander unterscheiden, gab der Drag-Künstlerin aber noch etwas mit auf den Weg: "Allerdings hast du als Katy privat auch Züge, bei denen man leicht vermuten könnte, dass du übertreibst. Das wirkt dann schnell aufgesetzt und das nimmt dir die Authentizität. Manchmal bist du eben auch privat Dramaqueen."

Ikke Hüftgold (li.) hat ein Herz für Katy Bähm (Bild: Sat.1)
Bähm trauerte ihrer bereits verloren geglaubten Chance auf den Sieg hinterher: "Ich hätte das Ding gerne gewonnen." Doch Ikke zeigte sich überzeugt, dass sie das Ruder noch einmal herumreißen kann: "Bleib dir einfach treu. Ich glaube, die Leute wollen dich sehen. Du hast ein geiles großes Herz. Das zeigst du und das kannst du nur zeigen, wenn du so bist wie du bist."
Finale am Freitag
Ab sofort muss täglich eine Person den "Promi Big Brother"-Container verlassen. Am Freitag entscheidet sich im Finale, wer die Siegprämie in Höhe von 100.000 Euro mit nach Hause nehmen kann. (cw)
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Ich schaue die Sendung nicht und kenne deshalb keine genauen Hintergründe. Jedoch wundert es mich überhaupt nicht, dass eine postulierte queere Solidarität im Ernstfall zerplatzt wie ein Luftballon.
Erstens ist "Solidarität" in dieser Gesellschaft in den letzten neoliberalen Jahrzehnten per se zum Fremdwort geworden - jede_r kämpft letztlich am allerliebsten für die eigenen Interessen und interessiert sich einen feuchten Kehricht für die Anderer.
Und zweitens ist "Big Brother" ein Format, in dem, soweit mir bekannt, letztlich eine Person als Sieger_in hervorgeht, sodass sie natürlich versuchen muss, alle Anderen auszustechen. Solche kompetitiven Formate sind per se anti-solidarisch ausgelegt und spiegeln somit den gesellschaftlichen Megatrend wider.
Mir fällt es zusehends schwerer, mit dieser "Wenn-jede_r-an-sich-denkt-ist-an-alle-gedacht"- Mentalität klarzukommen. Und ich möchte mich auch nicht mit ihr abfinden.
Übrigens kann jede_r von uns etwas für gelebte Solidarität tun. Jeden Tag und überall - in kleinen alltäglichen Situationen und in größeren politischen Zusammenhängen.
Man muss nur mal aufhören, ständig nur an sich selbst zu denken. Auch wenn das natürlich am bequemsten ist.