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USA

Republikaner-Parteitag mit homophoben Rednern

Der Parteitag der US-Regierungspartei wird sich stark von dem der Demokraten unterscheiden. So haben sich mehrere LGBTI-feindliche "Speaker" angekündigt, aber auch ein offen schwuler Trump-Jünger.


Der evangelikale Eiferer Franklin Graham hat die Ablehnung von Homosexualität zu einem seiner Markenzeichen gemacht (Bild: Screenshot Fox News Channel)

Beim republikanischen Parteitag werden in den kommenden vier Tagen gleich mehrere homo- und transsexuellenfeindliche Rednerinnen und Redner zu Wort kommen. Auf der Liste, die am Sonntag bekanntgegeben wurde, finden sich unter anderem Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister Ben Carson, die frühere Landesjustizministerin Pam Bondi, der Predigersohn Franklin Graham und dessen Tochter Cissie Graham Lynch. Einziger offen schwuler Redner ist Richard Grenell, der ehemalige US-Botschafter in Deutschland.

Bereits vor wenigen Tagen war bekanntgegeben worden, dass mit Timothy Kardinal Dolan ausgerechnet ein katholischer Würdenträger das Eröffnungsgebet halten wird, der sich besonders intensiv politisch gegen die Gleichbehandlung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten engagiert hat (queer.de berichtete). Der Parteitag wird von Montagabend bis Donnerstagabend aus Charlotte (North Carolina) und Washington, D.C. übertragen und soll live in vielen US-Sendern zu sehen sein.

Pam Bondis Rede ist für Dienstag geplant. Die 54-jährige zweifach geschiedene Juristin hatte sich als Justizministerin von Florida besonders intensiv für die Aberkennung des Ehe-Rechts für Schwule und Lesben engagiert (queer.de berichtete).


Pam Bondi war von 2011 bis 2019 Landesjustizministerin und Generalstaatsanwältin in Florida (Bild: State of Florida / wikipedia)

Am Donnerstag sollen Stadtentwicklungsminister Ben Carson und der evangelikale Anführer Franklin Graham Reden halten. Carson, der 2016 beim Präsidentschaftswahlkampf gegen Trump angetreten war, machte in seiner politischen Karriere die Abneigung gegenüber Homo- und Transsexuellen zu einem seiner Hauptthemen. Er beschuldigte heiratende Homosexuelle etwa, für den Fall des Römischen Reiches verantwortlich zu sein. Als Minister kanzelte er trans Frauen als "große, haarige Männer" ab.

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Franklin Graham sieht Homosexuelle als "Feinde" von Gläubigen an

Franklin Graham, der Sohn des 2018 verstorbenen und ebenfalls sehr homophoben Starpredigers Billy Graham, ist wegen seiner LGBTI-feindlichen Ausbrüche berüchtigt. In der Vergangenheit bezeichnete er Homosexuelle als "Feinde" von Christinnen und Christen, rief zum Boykott von LGBTI-freundlichen Unternehmen auf und setzte LGBTI mit Junkies gleich. Für Aufregung sorgte auch sein Covid-19-Feldlazarett, das er im April im New Yorker Central Park eröffnete – in diesem Behelfskrankenhaus durften nur medizinisches Personal aushelfen, das schriftlich bestätigte, quasi homo- und transphob zu sein.

Für Graham, der nächstes Jahr nach Köln kommen soll, ist Politik ein Kampf zwischen Gut und Böse bzw. zwischen christlich und antichristlich: So beklagte er vergangene Woche auf Twitter die angebliche "Abwesenheit von Gott" beim Parteitag der Demokraten. Gleichzeitig behauptete er mehrfach, dass Trump persönlich von Gott als Präsident ausgewählt worden sei – 2019 sagte er etwa: "Ich glaube, Gott steckt hinter der letzten Wahl."

In watching some of the Democratic National Convention on television this week, it has been interesting to see the...

Gepostet von Franklin Graham am Donnerstag, 20. August 2020
Facebook / Franklin Graham

Grahams Tochter Cissie Graham Lynch soll bereits am Dienstag sprechen. Die 34-Jährige arbeitet ebenfalls bei den religiösen Organisationen ihres Vaters und macht aus ihrer Abneigung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten kein Geheimnis.

Richard Grenell blendet LGBTI-feindliche Initiativen der Trump-Regierung aus

Am Donnerstag wird mit Richard Grenell auch ein offen schwuler Diplomat eine Rede halten. Grenell war von Mai 2018 bis Juni 2020 US-Botschafter in Berlin und teilweise parallel dazu von Februar bis Mai 2020 kommissarischer Geheimdienstkoordinator. Er gilt als extrem loyal gegenüber dem Präsidenten und veröffentlichte erst vor wenigen Tagen ein Video, in dem er Trump als "schwulenfreundlichsten Präsidenten in Amerikas Geschichte" bezeichnete.

Am Wochenende erschien zudem im rechtspopulistischen Portal "Breitbart" ein Grenell-Interview als Titelgeschichte. Darin verteidigt Grenell Trump als einen Präsidenten, dem die sexuelle Orientierung oder Hautfarbe von Menschen egal sei und der jeden nach seinen Fähigkeiten beurteile. Auf die vielen LGBTI-feindlichen Initiativen der Trump-Regierung, etwa die Aufweichung von Antidiskriminierungsrichtlinien, die Ernennung homophober Richter, die Unterstützung offen homosexuellenfeindlicher Organisation wie "Nutten für Jesus" oder die Wiedereinführung des Trans-Verbots im Militär, ging Grenell mit keiner Silbe ein.


(Bild: breitbart.com)

Zu weiteren Redner*innen gehören trumptreue Parteifunktionäre und einige alte und neue Stars der konservativen Szene. So wurden Mark und Patricia McCloskey eingeladen, die ihre Bekanntheit der Tatsache verdanken, dass sie bei einer Black-Lives-Matter-Demonstration in St. Louis Teilnehmende von ihrer Villa aus mit Waffen bedrohten. Ansonsten ist der Parteitag auch eine Trump-Familienfeier: So sprechen zwei Söhne, zwei Töchter, eine Schwiegertochter, die Freundin eines Sohnes sowie die gegenwärtige Ehefrau des Präsidenten auf der "Convention".

Beim Parteitag der Demokraten vergangene Woche wurden LGBTI-Themen mehrfach angesprochen. So verkündeten die Eltern des wegen seiner Homosexualität ermordeten Studenten Matthew Shepard die Delegierten-Stimmen für Wyoming. Außerdem sang der offen schwule Schauspieler Billy Porter ("Pose") ein Protestlied (queer.de berichtete).

Die Präsidentschaftswahl wird am 3. November stattfinden. (dk)

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#1 DramaQueen24Profil
  • 25.08.2020, 01:25hBerlin
  • Trump will gewinnen, um jeden Preis. Evangelikale Christen sind ihm egal. Er braucht ihre Stimmen, also gibt er ihnen das, was sie verlangen - Hass auf Minderheiten! Und er gibt den Rechten in der großen alten Partei (GOP) das, was sie wollen. Wie seine Schwester, eine ehrenwerte Richterin, schon sagte: "Er hat keine Grundsätze"!
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