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Großbritannien

Forscher: Shakespeare war "ohne Zweifel" bisexuell

Die Briten zerbrechen sich seit Jahrhunderten den Kopf darüber, wer ihr Nationaldichter wirklich war. Angesehene Shakespeareforscher argumentieren nun, dass er sowohl Männer als auch Frauen liebte.


Stand "Sommernachtstraum"-Autor Billy Shakey auf Männer und Frauen? (Bild: PD)

Der englische Dramatiker, Lyriker und Schauspieler William Shakespeare (1564-1616) war bisexuell. Davon sind zumindest zwei angesehene britische Sprachwissenschaftler laut einem Bericht des "Daily Telegraph" überzeugt. Die detaillierten Ergebnisse ihrer Untersuchungen sollen noch in diesem Jahr in einem Buch veröffentlicht werden.

Der angesehene Shakespearewissenschaftler Sir Stanley Wells, ein emeritierter Englisch-Professor an der Universität Birmingham, hatte gemeinsam mit Dr. Paul Edmondson vom Shakespeare-Institut mehr als 150 Sonette des Künstlers untersucht, in denen dieser offenbar auch sexuelles Verlangen für Männer zum Ausdruck bringt. Bislang waren Forscher oft davon ausgegangen, dass sich die Sonette um einen einzigen jungen Mann drehten, den er als "Fair Lord" oder "Fair Youth" identifizierte – außerdem seien sie möglicherweise nicht sexuell gemeint. Wells und Edmondson glauben jedoch, dass diese Sonette von der romantischen Liebe Shakespeares zu unterschiedlichen Männern über mehrere Jahrzehnte handeln.

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Shakespeare hatte Ehefrau und Kinder

"Die Sprache der Sexualität in einigen dieser Sonette, die mit Sicherheit an Männer gerichtet sind, zeigt ohne Zweifel, dass Shakespeare bisexuell war", erklärte Edmondson. "Seit den Achtzigerjahren ist es in Mode gekommen zu denken, dass Shakespeare schwul war. Aber er war verheiratet und hatte Kinder", so der Forscher. Tatsächlich führte der Künstler 34 Jahre lang eine Ehe mit Anne Hathaway, die drei Kinder zur Welt brachte. "Einige dieser Sonette waren an eine Frau gerichtet, andere an einen Mann", sagte Edmondson. Daher sei der Begriff "bisexuell" richtig. Freilich war der Begriff und das Konzept von Bisexualität im 16. und 17. Jahrhundert noch völlig unbekannt.

Wiederholt war über die sexuelle Orientierung des englischen Nationalkünstlers spekuliert worden. Immer wieder gab es Diskussionen darüber, ob seine Sonette wirklich Liebeserklärungen an Männer waren oder nur von Männerfreundschaften handelten. Seine "Dark Lady"-Sonette, die von Beziehungen mit Frauen handelt, wurde demgegenüber schon seit längerem als Hinweis auf außereheliche Beziehungen mit Frauen gedeutet. (dk)



#1 WhovianAnonym
  • 24.08.2020, 16:36h
  • Da fällt mir die Doctor Who-Folge ein, in der der Doktor und seine Begleiterin Martha Jones ins 16. Jahrhundert reisen und Shakespeare treffen. Shakespeare flirtet mit Martha, der Doktor unterbricht die beiden und es entsteht der folgende Dialog:

    The Doctor: Come on! We can all have a good flirt later!
    Shakespeare: Is that a promise, Doctor?
    The Doctor: Oooh, 57 academics just punched the air!
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#2 SommerlochAnonym
  • 24.08.2020, 16:47h
  • Shakespear, Jesus, Hitler und der alte Fritz: In jedem Sommerloch wird mal wieder die queere Sexualität einer ikonischen Figur "ein für allemal" wissenschaftlich belegt.
    Übrigens: Wie in jedem Sommer ist auch neulich wieder das Voynich-Manuskript endgültig entschlüsselt worden. ^^
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#3 NevermindAnonym
#4 Alexander_FAnonym
  • 24.08.2020, 20:45h
  • Shakespeare war also ohne Zweifel bisexuell? Das ist interessant, ich habe schon anderswo gehört, man wisse nicht einmal, ob er wirklich existiert habe. Komisch, dass man über Menschen, über die man so wenig weiß, dann plötzlich so absolute Aussagen trifft.

    Oder es ist einfach nur wieder ein von diesen Säuen, die durchs Dorf getrieben werden.
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#5 DenkenNichtMeinenAnonym
#6 Girlygirl
#7 Pu244Anonym
  • 26.08.2020, 01:47h
  • Antwort auf #6 von Girlygirl
  • Nun muß man nurnoch herausfinden, ob die Widmung eines Sonett mit einem Versuch, die entsprechende Person ins Bett zu bekommen, gleichzusetzen ist.

    Wir reden hier von einer Ferndiagnose, die über 400 Jahre und einen gigantischen kulturellen Unterschied reicht. Darüber hinaus sind die Indizien besten Fall extrem dürftig. Solche Ferndiagnosen sind ja schon im gleiche Kulturkreis, in der selben Zeit und mit besseren Indizien mit äußerster Vorsicht zu genießen.

    Der einzige, der da wirklich Auskunft geben könnte, ist seit über 400 Jahren tot und solange kein Brief auftaucht, in dem er über sine Sexualität schreibt, wird sich da nichts mehr klären lassen.

    Ich halte es jedenfalls für extrem weit hergeholt, dass er auf Männer gestanden haben soll (im Gegensatz zu Da Vinci und Ludwig II).
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#8 TheDadProfil
  • 26.08.2020, 08:36hHannover
  • Antwort auf #7 von Pu244
  • ""Nun muß man nurnoch herausfinden, ob die Widmung eines Sonett mit einem Versuch, die entsprechende Person ins Bett zu bekommen, gleichzusetzen ist.""..

    Oder einfach mal aufhören alles nur über die Schiene "Sex" zu denken..

    LGBTTIQ*-Menschen sind auch dann LGBTTIQ* wenn sie grade mal nicht vögeln..
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#9 Pu244Anonym
  • 26.08.2020, 09:50h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Es ist eben nunmal eine Tatsache, dass eine Sexualität über das sexuelle Interesse definiert wird. Natürlich können auch Bisexuelle und Schwule tiefe Männerfreundschaften pflegen, allerdings geht es hier um den vermeintlichen Nachweis einer Sexualität und da sollte doch ein handfestes sexuelles Interesse geben sein.

    Wenn man jemanden "ohne Zweifel" etwas unterstellt, dann sollten da auch keine Zweifel sein. Hier ist es eben sehr weit hergeholt.
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#10 TheDadProfil
  • 27.08.2020, 08:30hHannover
  • Antwort auf #9 von Pu244
  • ""Es ist eben nunmal eine Tatsache, dass eine Sexualität über das sexuelle Interesse definiert wird.""..

    Das habe ich auch nirgends ins Abrede gestellt..

    Doch dieses Sexuelle Interesse konkretisiert sich nicht automatisch im Schreiben eines Sonettes mit einer konkreten Person die man über die Bettkante ziehen will..

    ""allerdings geht es hier um den vermeintlichen Nachweis einer Sexualität""..

    Wer sich damit befassen will, der lese Shakespeare am bestem im Original..
    Da liegen die "Beweise" dann offen Zutage..

    Der eigentliche "Streit" dauert seit Jahrzehnten eigentlich auf einer völlig anderen Ebene an, nämlich der Ebene der vermeintlichen "Experten für Kunst" die sich vehement dagegen wehren auch nur zu denken, jemand wie Shakespeare wäre womöglich Schwul oder Bisexuell gewesen, das könne nicht, das dürfe nicht sein..

    Und dort stellt sich dann die eigentlich spannende Frage :
    Was spricht eigentlich dagegen ?
    Wieso DÜRFEN so wenige Klassiker aus Kunst und Literatur Queere Menschen gewesen sein ?

    Weil das am Konstrukt der Hetero-Gesellschaft kratzt ?
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