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Kanada

Streamingportal an "Drag Race"-Fans: Seid toleranter

Nach einer möglicherweise rassistisch motivierten Kampagne gegen einen Moderator der kanadischen Version von "Drag Race" ruft das Streamingportal, das die Show zeigt, das nölende Publikum zur Mäßigung auf.


Die drei Juror*innen von "Canada's Drag Race": Brooke Lynn Hytes, Jeffrey Bowyer-Chapman und Stacey McKenzie (Bild: Bell Media)

Seit Anfang Juli wird die erste Staffel von "Canada's Drag Race" in 160 Ländern der Welt ausgestrahlt. Trotz generell positiver Kritiken gibt es nun die erste Aufregung um die kanadische Version von RuPauls Erfolgsshow: Co-Moderator und -Juror Jeffrey Bowyer-Chapman hat am Wochenende sein Twitter-Profil gelöscht und die Kommentarfunktion seines Instagram-Profils eingeschränkt, nachdem der 35-Jährige heftig beschimpft worden war – von angeblichen "Drag Race"-Fans. Bowyer-Chapman moderiert und beurteilt die Queens neben Dragqueen Brooke Lynn Hytes und Model Stacey McKenzie.

Die Kritik kommt überraschend, da im "Great White North" Höflichkeit als ein Nationalcharakter angesehen wird, der die Kanadier*innen vom großen Nachbarn im Süden unterscheidet. Als Reaktion auf die Angriffe hat das Streamingportal Crave nun die Fans aufgefordert, sich zu mäßigen: "Die Popularität von 'Canada's Drag Race' spricht Bände über das Talent und die phänomenalen Juroren. Wir könnten nicht stolzer auf sie sein", heißt es in einer Pressemitteilung des Portals, das die Show in Kanada exklusiv zeigt.

"Es ist bedauerlich, dass einige Fans ihrer Leidenschaft freien Lauf gelassen und die Grenze zur Belästigung überschritten haben, indem sie hasserfüllte Kommentare über unsere Queens und Juroren online veröffentlicht haben." Ferner erklärte das Streamingportal: "Es gibt keinen Platz für Hass in der 'Canada's Drag Race'-Gemeinde oder irgendwo sonst." Die Sendung stehe für "Akzeptanz für alle". "Wir hoffen, dass die Zuschauer, die das Ideal nicht teilen, diese Mitteilung respektieren."

Bowyer-Chapman wird unter anderem dafür kritisiert, dass er keine Dragqueen und seine Kritik zu harsch sei. Als Beispiel wird meist genannt, dass der schwule Juror in einer Episode eine Dragqueen kritisiert habe, weil sie Bodypainting nicht auf ihren gesamten Körper aufgetragen habe. Als sie dies mit Zeitprobleme begründete, antwortete er: "Du hättest die Zeit vielleicht besser nutzen können." Dies wird als respektlos kritisiert.


Gegen Bowyer-Chapman gibt es sogar eine Onlinepetition, die bereits mehr als 2.000 Menschen unterzeichnet haben

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"Der schwarze queere Juror wird weggemobbt"

Allerdings weisen andere Fans darauf hin, dass die Kritiken im US-Original, insbesondere durch Jurorin Michelle Visage, oft viel harscher seien. In sozialen Netzwerken wird darüber spekuliert, ob die Kritik nicht etwas mit Bowyer-Chapmans Hautfarbe zu tun hat. Dragqueen Crystal, die an der von RuPaul moderierten britischen Version von "Drag Race" teilgenommen hatte, schrieb etwa sarkastisch auf Twitter: "Der schwarze queere Juror von 'Canada's Drag Race' wird von Twitter weggemobbt. Seid ihr alle glücklich?" Die kanadische "Drag Race"-Kandidatin Priyanka ergänzte, dass die Show die queere Community zelebriere und ein sicherer Ort bleiben müsse. Daher solle man nicht gemein zu den Juror*innen sein.

Twitter / crystalwillseeu

Twitter / thequeenpri

Die kanadische "Drag Race"-Version läuft in Deutschland bei "WOW Presents Plus". Dabei handelt es sich um das Streamingportal der US-Produktionsfirma "World of Wonder", die seit 2009 alle amerikanischen RuPaul-Realityshows produziert. Hierzulande ist dieses Portal für vier Euro pro Monat erhältlich. Darauf sind neben allen Folgen der US-Versionen ("RuPaul's Drag Race", "RuPaul's Drag Race Untucked", "RuPaul's Drag Race All Stars", "RuPaul's Celebrity Drag Race") auch die britische und in Kürze die niederländische Version der Drag-Franchise zu sehen.


Jeffrey Bowyer-Chapman ist einer von drei Juror*innen bei "Canada's Drag Race" (Bild: Bell Media)

Dem deutschen Publikum dürfte der 1984 in der Provinz Alberta geborene Bowyer-Chapman insbesondere als Schauspieler bekannt sein. Er stellte den schwulen Produzenten Jay Carter in der hochgelobten 38-teiligen US-Mediensatire "UnREAL" dar, die hierzulande von Amazon Prime Video gezeigt wird. Außerdem spielte er auch in queeren Produktionen wie "Noah's Arc"," The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben" oder "Skinny" mit und war in den ersten drei Folgen der Horrorserie "American Horror Story: Apocalypse" als Gaststar dabei. Fans der kanadisch-amerikanischen "Stargate"-Saga werden sich auch an seine Rolle als Kadett Darren Becker in der Military-Scifi-Serie "Stargate Universe" erinnern. (dk)

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#1 IckeAnonym
  • 26.08.2020, 23:51h
  • Ich mochte ihn als Gastjuror beim normalen Drag Race. Die Jury von Canada Drag Race ist aber furchtbar, die Frau ist irgendwie absolut nichtsagend. Brooklyn sieht absolut bekloppt aus, jede Woche schlimmer. RuPaul sieht extravagant znd manchmal verrückt aus, aber nicht wievein Clown und er kommt sehr arrogant und unsympathisch rüber. Ich kann verstehen dass es da Kritik gibt, aber natürlich sollte die sachlich bleiben. Es ist der erste Versuch, die Leute müssen sich da vielleicht erstmal reinfinden. Weil eigentlich sieht er sehr gut aus und wenn er etwas netter wirken würde wäre er ein Gewinn für die Sendung. Es fehlt einfach ein Juror der da das Wort hat und die Leitung übernimmt, es wirkt so etwas unkoordiniert.
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